Bürgermeister Bernd Poggemöller will Bewährtes in einer zweiten Amtszeit fortsetzen
Amtsinhaber will den Kurs halten

Löhne (WB). Auch wer nicht segelt, kennt den Ausdruck. Kurs halten, das meint: aus Überzeugung die eingeschlagene Richtung weiter verfolgen. Der amtierende Bürgermeister Bernd Poggemöller (SPD) ist eher dem heimischen Handball und Fußball verbunden, liebt Korpsgeist und Teamstärke. Aber nicht nur das nimmt er mit in seine Politik. Zugleich hält er zielstrebig seine Mannschaft auf Kurs: in Richtung zukunftsfähiger Stadterneuerung.

Mittwoch, 09.09.2020, 03:48 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 03:50 Uhr
Familie Poggemöller in ihrem Zuhause in Gohfeld (von links): Ulrike mit Mischling „Lando“ auf dem Schoß, daneben Jona und Finn sowie Bernd Poggemöller. Foto: Gabriela Peschke

„Ein ‚lebenswertes Löhne‘ entsteht nicht über Nacht. Es muss wachsen und sich entwickeln dürfen“, sagt Bernd Poggemöller. Und er weiß: Das dauert. Deshalb setzt er alles daran, in einer zweiten Amtszeit die Richtung fortzusetzen, die er seit fünf Jahren als Bürgermeister der Werrestadt verfolgt. Da ist zum einen ein Paket aus infrastrukturellen Maßnahmen, von Straßen über Schulen bis zur Stadtbegrünung. Zum anderen eine strategische, budget-orientierte Finanzplanung, die Lasten mit Landeshilfe auf mehrere Schultern verteilen und damit beherrschbar halten will.

Aber über allem steht ein Konzept, das Löhne neu positionieren möchte: als attraktiven Standort für Unternehmen, als lebenswerte Wohnstadt für Bürger und Neubürger. Und schließlich als Kommune mit ganzheitlicher ökologischer Identität, deren Strahlkraft begeistert und Menschen anzieht.

Pläne für die Jugend

In der Welt der Zahlen ist Bernd Poggemöller gut zu Hause. „Die Durststrecke liegt hinter uns“, stellt der vormalige Stadtkämmerer klar mit Blick auf den finanziellen Druck der letzten Jahre und die Übernahme von „Rekord-Defiziten“ aus der Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Im nächsten Jahr werden wir den Stärkungspakt hinter uns lassen“, zeigt er sich zuversichtlich. Die Verschuldung zurückgefahren, sei jetzt Raum für Neuinvestitionen.

Hier rangieren die Schulen ganz vorn. „Das Löhner Gymnasium ist inzwischen gut aufgestellt, die Grundschule Obernbeck, mitten im Bau, wird ein Zukunftsprojekt“, greift Bernd Poggemöller zwei Highlights heraus. Und er verteidigt die Früchte seiner bisherigen Arbeit: „Allein zwei Jahre Vorlauf hat es gebraucht, bis das Konzept für Obernbeck tragfähig war.“ Deshalb will der amtierende Bürgermeister jetzt auch nicht den Stab aus der Hand geben.

„Die neue Kita in Gohfeld ist als nächstes dran. Auch Projekte für die Jugend wie die Weiterentwicklung des Sportzentrums in Melbergen mit der Sanierung des Lehrschwimmbeckens und einem Jugendtreffpunkt möchte ich weiter voranbringen“, unterstreicht der SPD-Politiker. Denn: „Aktuell sind bis zu 70 Prozent Fördermittel abrufbar. Da ist es gut, wenn man umsetzungsreife Pläne hat.“

Guter Kontakt zur Wirtschaft

Gute Bedingungen für Bildung, und zwar von Anfang an. Das rührt an die Grundstatuten der genossenschaftlichen Partei. Diese will Bernd Poggemöller künftig noch stärker in den Fokus rücken. „Die SPD ist mehr als ‚die Partei des kleinen Mannes‘“, sagt er. Sie sei gerade in Löhne eine „selbstbewusste Partei, die Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen aller Altersstufen aufgreift“.

Womit er geradewegs den Bogen spannt zu den Lebensbedingungen der Älteren. „Besonders für Senioren muss es mehr altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum geben“, fordert er. Und zitiert die Wohnstadt Löhne, ein Referenzprojekt, das neue Dimensionen erschließen will. Aber auch das geplante Mehrgenerationenhaus soll Impulse setzen: „Menschlichkeit findet da statt, wo Menschen einander nah sind. Wo kann das besser gelingen als unter einem Dach?“

Doch Bernd Poggemöller sieht in der SPD auch eine junge politische Gemeinschaft, die ganzheitlich nach vorn geht. Die sich um Unternehmer genauso kümmert wie traditionell um die Belange der Arbeitnehmer. „Wir haben zur Wirtschaft ein gutes Verhältnis aufgebaut“, sagt der Bürgermeister stolz. Dazu zählt er die regelmäßigen Wirtschaftsgespräche und die Bereitschaft von Firmen, sich finanziell für heimische Vereine und Organisationen zu engagieren. Das sei „längst nicht selbstverständlich“.

Löhne wächst

Im Gegenzug sieht er die Politik in der Verantwortung, mit attraktiven Lebensbedingungen in der Stadt der Wirtschaft die Anwerbung von qualifiziertem Personal zu erleichtern.

„Mehr als 2000 Menschen ziehen jährlich nach Löhne“, freut sich Bernd Poggemöller. Sie alle sollen wissen: Löhne wurde als Klimaschutz-Kommune ausgezeichnet, setzt in Sachen Mobilität auf Nachhaltigkeit, fördert ökologische Innovation. All das, weil „die Kommunikation hier gut läuft. Weil wir miteinander reden und gemeinsam handeln“, wie der Amtsinhaber es nennt. Und zwar bei Photovoltaikanlagen auf Indus­triedächern genauso wie bei der Hausarztversorgung in den Ortsteilen. „Heute schon an morgen denken“, das ist die Maxime des Bürgermeisters.

Deshalb führt er auch Gespräche mit jungen Ärzten, die sich in Löhne niederlassen möchten. Bringt Blumen zur Praxiseröffnung. „Eigentlich nicht unser Job“, stellt Bernd Poggemöller klar. Denn die Kassenärztliche Vereinigung müsste die medizinische Versorgung sicherstellen. Aber dem gebürtigen Löhner, der seine Heimatstadt liebt, ist (fast) nichts zu viel: „Ein Bürgermeister sollte sich nicht scheuen, immer wieder den Zusammenhalt zu betonen.“ Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Das ist identitätsstiftend.“

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