Liberale setzen auf eine Mischung aus jungen Kandidaten und erfahrenen Politikern
Die FDP will in Löhne wieder angreifen

Löhne (WB). Die Löhner FDP geht mit einem jungen Team und einigen erfahrenen Kräften die Kommunalwahl und die Zukunft an. Nachdem die personelle Besetzung der Wahlbezirke zu Beginn des Sommers unklar war, ist der neue Ortsverbandsvorsitzende Gerrit Heimbruch mittlerweile sehr zuversichtlich: „Wir sind gut aufgestellt und sehr motiviert. Wir wollen viele Impulse geben.“

Dienstag, 08.09.2020, 03:30 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 09:20 Uhr
Der neue Ortsverbandsvorsitzende Gerrit Heimbruch sagt: „Wir sind gut aufgestellt und sehr motiviert. Wir wollen viele Impulse geben.“ Foto: dpa

Der junge Löhner, der vor wenigen Wochen seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, blickt im Gespräch mit dieser Zeitung noch einmal auf die Umstrukturierung innerhalb der Partei zurück. Am 2. Juli hatte sich die Löhner FDP zum Ortsparteitag und zur Wahlkonferenz im Rathaus getroffen. Dort wurde Gerrit Heimbruch zum neuen ersten Vorsitzenden und Spitzenkandidat gewählt. Und es waren vor allem die Jungen Liberalen (JuLis), die auch die Lücken in den Listen ausfüllten.

Uwe Neuhaus macht weiter mit

Das sieht auch der langjährige Ratsherr und stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Uwe Neuhaus so: „Da ist dann junger Schwung reingekommen“, berichtet er. Die Jungliberalen würden jetzt nicht nur in der Partei mitmischen, sondern stellen auch das Gros der Kandidaten in den Wahlbezirken.

Die FDP tritt in 15 von 22 Wahlbezirken an. Die Unterlagen wurden am letzten Tag abgegeben. „Knapp war es“, erinnert sich Gerrit Heimbruch. Für das Bürgermeisteramt hat die Partei allerdings keinen Kandidaten benannt.

Mehr als die Hälfte der Wahlkreisbewerber ist unter 25, besteht aus Auszubildenden und Studenten. Auf der anderen Seite setzt die FDP aber auch auf die Erfahrung von Uwe Neuhaus, Ulrich Wellpott, Thomas Michael und Jörg Wodianka.

„Wir wollen die Zukunft in Löhne mitgestalten und den Unterschied machen, da hilft uns die Erfahrung von Uwe Neuhaus mit Sicherheit“, sagt Gerrit Heimbruch. Uwe Neuhaus ist beim Ortsparteitag für sein ehrenamtliches Engagement übrigens auch die Höpker-Aschoff-Medaille verliehen worden. Der FDP-Kreisvorsitzende Stephen Paul überreichte diese und eine Urkunde an den 64-Jährigen.

Spielplatzoffensive geplant

Jung und Alt sollen es bei der FDP also gemeinsam richten. Was genau die Liberalen in der Werrestadt vorhaben, erklärt der gebürtige Löhner Gerrit Heimbruch gerade heraus: „Eine Spielplatzoffensive. Für mich als Kind war es zwar spannend, aber auch trostlos, denn nahezu jeder Spielplatz ist wie der andere. Wir wollen, dass jeder Spielplatz ein Erlebnis für sich ist und Kindern so viel Spaß wie möglich macht. Kreativität und Bürgerbeteiligung dabei sind eine Grundvoraussetzung“, sagt der angehende Industriekaufmann.

Neben Angeboten für Familie setze er auch auf eine klare „Umweltpolitik der Angebote, nicht der Verbote. Schaffen wir von der Stadt aus Beratungsangebote, geben wir Nistkästen und Samen für Blütenwiesen aus, machen wir es den Bürgern so attraktiv wie möglich, Bienen und Insekten ein Zuhause zu geben“, appelliert der 20-Jährige.

Umweltschutz sei aber keine Einbahnstraße. Die Stadt müsse bei sich selbst anfangen und die Dächer der Bushaltestellen begrünen und über grüne Dächer insgesamt nachdenken.

Service per Mausklick

Die Liberalen in Löhne wollen aber auch an die Verwaltung ran. In ihren Augen „muss der Bürgerservice per Mausklick funktionieren. Die Digitalisierung der Verwaltung ist eine große Herausforderung, die wir meistern müssen.“

Die Verwaltung ist nach den Wünschen von Gerrit Heimbruch allerdings nicht der einzige Ort, der digitalisiert werden soll: „Bildung muss digitale Angebote wahrnehmen. Overhead-Projektoren gehören nicht in die Klassenzimmer, sondern ins Museum. Wichtig ist hier aber auch, Lehrkräfte nicht allein zu lassen. Wir brauchen Weiterbildungsangebote und einen digitalen Hausmeister für die Schulen der Stadt.“

Zudem sei nicht nur die digitale Ausstattung verbesserungswürdig: „Schulklos, Außenplätze und Gebäude brauchen auch Aufmerksamkeit.“

Heimbruch will ÖPNV ausbauen

Gerrit Heimbruch selbst ist für eine Firma in Bünde tätig und täglich auf das Auto angewiesen. „Keine andere Chance“, sagt er. Deshalb ist ihm der ÖPNV in Löhne eine Herzensangelegenheit: „Der öffentliche Nahverkehr ist ausbaufähig. Es ist immer wieder nur wenig passiert. Aber wir sind mehr als die kleine Nachbarstadt von Bad Oeynhausen. Machen wir eine Bürgerumfrage, um zu sehen, wer wann wo hin will, wer welches Angebot nutzen will und zu welchen Konditionen er bereit ist, auch mal öfter den Bus oder die Bahn zu nehmen, oder ob es schlicht nicht in Frage kommt.“

Neben der Entwicklung der FDP in Löhne legt er besonderen Wert auf die Entwicklung der Stadt: „Das ist wichtig. In den Ortsteilen brauchen wir neben Wohnraum auch attraktive zen­trale Anlaufstellen, wo soziale Teilhabe und Gemeinschaft wachsen können.“

Die FDP möchte nach Aussage von Gerrit Heimbruch aktiv in das Geschehen vor Ort eingreifen und die Stadt mitgestalten. Das neue Team wolle Politik machen, die sich auf ihre Kernaufgabe beschränkt: „Wir wollen Dienstleister für die Menschen vor Ort sein.“

Kommentar

Mit der FDP ist in Löhne in Zukunft wieder mehr zu rechnen, als das in jüngster Vergangenheit der Fall war. Das junge Team ist motiviert und ambitioniert und wird von erfahrenen Liberalen begleitet. Vielleicht reicht es bei dieser Kommunalwahl noch nicht für große Erfolge, aber perspektivisch gesehen dürfte die FDP wieder eine wichtigere Rolle spielen. Das täte der Kommunalpolitik in Löhne gut.

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