Offene Ganztagsgrundschulen: mit Konzept auf einem Nenner gut gerüstet
Der Bedarf wächst und wächst

Löhne (WB). In Löhne hat sich der Bedarf an Plätzen in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) seit 2009 verdoppelt. Matthias Döding, Leiter des Schulverwaltungsamtes, rechnet damit, dass die Quote von derzeit 34 Prozent auf 50 Prozent ansteigen wird – auch in Hinblick auf den möglichen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz von 2025 an. Mit einem für alle Löhner Grundschulen einheitlichen Rahmenkonzept fühlt sich die Stadt für die Zukunft gut gerüstet.

Donnerstag, 03.09.2020, 05:30 Uhr
Mit dem neuen Rahmenkonzept für die Offenen Ganztagsgrundschulen in Löhne fühlen sich Christiane Röder (von links, Sprecherin Löhner Grundschulen), Nicole Schröder (stellvertretende Leiterin des Löhner Jugendamts), Beatrix Becker (Schuldezernentin) und Matthias Döding (Leiter Schulverwaltungsamt) gut gerüstet, um auf den steigenden Bedarf an OGS-Plätzen an Grundschulen zu reagieren. Foto: Lydia Böhne

2005 ist in Löhne-Ort die erste Ganztagsschule eröffnet worden. „Bei der Gründung ist man von einer Quote von 25 Prozent ausgegangen. Heute liegen wir bei 34 Prozent – etwas unter dem Landesdurchschnitt von 40 Prozent“, sagt Döding. Als dreizügige Grundschule hat die Grundschule Löhne-Ort im Vorjahr beispielsweise über vier OGS-Gruppen verfügt, mit insgesamt 100 Kindern. Die Zahlen in Löhne könnten sich mit der Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen OGS-Platz in der Grundschule, den die große Koalition für 2025 angedacht habe, weiter erhöhen. Zum Zweck einer allgemeingültigen Qualitätssicherung für den Ganztag an allen Löhner Grundschulen haben die Schulleitungen, Mitarbeiter der außerunterrichtlichen Angebote sowie Schulverwaltungs- und Jugendamt eine Projektgruppe gebildet, um ein Rahmenkonzept zu entwickeln. Die Ergebnisse sind anschließend im Qualitätszirkel mit den Schulen beraten worden. Schon vor der Sommerpause ist das Konzept durch den Schulausschuss und den Rat einstimmig beschlossen worden.

Zusammenarbeit stärken

Laut Konzept werden entscheidende Verantwortungsbereiche künftig auf mehrere Schultern verteilt: Die Schulleitungen sorgen vor Ort für eine gute Zusammenarbeit und Verzahnung zwischen Schulbetrieb und Ganztagsangebot, das Schulverwaltungsamt wird die Rolle des Auftraggebers mit Steuerungsfunktion einnehmen, während das Jugendamt sich stärker auf die Rolle des Trägers zur Umsetzung der OGS in Löhne konzentriert.

Eins der Hauptziele ist außerdem die weitere Kopplung von Schulbetrieb und Ganztagsangebot: „Die Schule hat keine OGS mehr, sie ist eine OGS“, unterstreicht Döding. Das gilt nicht nur für die räumliche Integration, auch inhaltlich sollen Vor- und Nachmittag ineinandergreifen und der Ganztag nicht mehr nur als Betreuung gelten. Basis dafür ist ein gemeinsames Bildungsverständnis aller Beteiligten, das die ganzheitliche Bildung und damit Bildung an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb der Schule in den Blick nimmt. „Wenn es morgens um Biologie ging, könnten die Kinder nachmittags noch im Schulgarten werkeln“, sagt Nicole Schröder, stellvertretende Jugendamtsleiterin. Lehrer und sozialpädagogische Fachkräfte sollen bei gemeinsamen Fortbildungen zusammenfinden, sich gegenseitig fachlich unterstützen.

Lernen, Spielen, Ruhen und Bewegen

Das Konzept betrachtet den Ganztag als Raum zum Lernen, Spielen, Ruhen und Bewegen. Für die Kooperation mit Vereinen oder Projekte sollen die Schulen einen eigenen Etat erhalten. „Die Schwerpunkte kann jede Schule selbst setzen“, ergänzt Christiane Röder, Leiterin der Grundschule Gohfeld und Sprecherin der Löhner Grundschulen. Unabdingbar ist das Hausaufgabenkonzept, das jede Schule anfertigen muss. „Die Vertiefung soll im Ganztag und möglichst nicht Zuhause stattfinden“, sagt Schuldezernentin Beatrix Becker. Auch die Zusammensetzung der Teams und damit die Verteilung personeller Ressourcen verändert sich: Sozialpädagogischen Fachkräfte werden durch Ergänzungskräfte sowie Hauswirtschaftskräfte unterstützt.

Ausbau- und Raumkonzept

Eine Herausforderung werden die räumlichen Ressourcen darstellen: Lediglich zwei OGS-Einrichtungen sind derzeit im Schulgebäude angesiedelt. Langfristig möchten die Verantwortlichen für jeden Standort ein Ausbau- und Raumkonzept entwickeln, das nach und nach umgesetzt wird. Nach der Grundschule Obernbeck sollen laut Beatrix Becker die Schulen in Löhne-Ort und Löhne-Bahnhof folgen.

Blick auf die Finanzierung

Sollte der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz von 2025 an kommen, hoffen die Verantwortlichen auf Landesmittel. Die Finanzierung der Offenen Ganztagsangebote erfolgt aktuell durch den Landeszuschuss zur Durchführung außerunterrichtlicher Angebote, Elternbeiträge sowie kommunale Eigenmittel. Der Eigenanteil, der durch die Stadt Löhne erbracht wird, ist deutlich höher als im Erlass als Mindestanteil geregelt, da die vom Land vorgeschlagene Finanzierung nicht als ausreichend für das pädagogische Angebot erachtet wird. Die Stadt stellt für den Ganztag Budgets für folgende Aufwendungen zur Verfügung: Personal, Sachkosten, Unterhaltungskosten, pädagogische Mittel, Fortbildungen, Ausstattung sowie Verwaltung.

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