Löhner CDU-Bürgermeisterkandidat Borzoo Afshar setzt auf Kooperation
Durchgestartet

Löhne (WB). Er hat einen Schnellstart bei der heimischen CDU hingelegt: Innerhalb von nur drei Jahren ist er damalige Neubürger der Werrestadt zum designierten Bürgermeister-Kandidaten aufgestiegen. Doch Borzoo Afshar bleibt bescheiden: „Es geht hier nicht um mich. Es geht um uns alle. Um neue Impulse für die Zukunft unserer Stadt.“

Mittwoch, 02.09.2020, 03:00 Uhr
Borzoo Afshar, Bürgermeisterkandidat der Löhner CDU, sitzt zu Hause an seinem Laptop. Vor neun Wochen ist er Vater eines Jungen geworden. Foto: Gabriela Peschke

Kooperation ist sein Generalthema, mit der Wirtschaft genauso wie in Politik und Verwaltung. „Wir müssen weg vom kleinteiligen Amtsgebaren, hin zum großen Ganzen. Das geht nur miteinander, nicht gegeneinander“, ist Borzoo Af­shar überzeugt.

„Ich bin ein Quereinsteiger“

Wer das höchste Amt der Stadt ansteuert, hat oft Erfahrung an der Basis. Anders Borzoo Afshar: „Ich bin ein Quereinsteiger“, sagt er von sich selbst. Keine Karriere bei der Jungen Union, keine Verwaltungslaufbahn. Dafür Unternehmergeist, Freidenken, Mut zur Veränderung.

Er sieht sich als „Frontman“ einer Bewegung, die „sich deutlich verjüngt und den Blick nach vorn richtet“, wie er sagt. Das macht er unter anderem am Outcome der jüngsten parteiinternen Turbulenzen fest: zwölf Neueintritte, davon neun Ratskandidaten jünger als dreißig Jahre.

Mit dieser Mannschaft möchte Borzoo Afshar Löhne nach vorne bringen. Und das durchaus nach den Gesetzen der Marktwirtschaft. „Ich verstehe mich als Dienstleister, beruflich wie politisch“, stellt er klar. Und meint: Die Bedürfnisse der Bürger, die seine „Kunden“ sind, klar abgreifen.

Zielstrebig handeln („Langfristige Studien bringen uns nicht immer weiter“, sagt er zum Rasenplatz des FC Gohfeld). Ein klares Nein, wenn Mittel oder Umstände unzulänglich sind („Eine ‚schwarze Null‘ ist eine Verschiebungstaktik, keine wirkliche Lösung im Moment“). Mut zeigen zu Innovation – samt Fehlertoleranz. Und schließlich die Bereitschaft, voneinander zu lernen: Jung und Alt, verschiedene Kulturen, unterschiedliche Professionen.

Synergien im Visier

Was bedeutet das inhaltlich? Der CDU-Bürgermeisterkandidat hat Synergien im Visier, überlegt eine eventuelle Kooperation. „Ökologie, die Wertschätzung der Landwirtschaft und regionale Versorgungsketten sind auch unser Thema“, beschreibt er die Schnittstelle zu einer anderen Partei. Auch bei der Stadtentwicklung, dem ISEK-Projekt, spürt er einen Gleichklang der Interessen. Aber es müsse schneller vorangehen.

„Manche Themen werden angeschnitten, aber liegen dann lange brach“, bedauert er. Als Unternehmer sieht er das so: „Nach dem Entwurf muss die Realisierung kommen, sonst geht einem Projekt die Luft aus“. Wo bleiben da die Konturen der CDU, zum Beispiel im Hinblick auf Wirtschafts- oder Familienpolitik?

Die Familie sei eine seiner größten Kraftquellen, sagt Borzoo Af­shar. Für ihre Wertschätzung will er sich einsetzen. Doch: „Die klassische Rollenverteilung weicht endlich auf“, sagt er.

Und freut sich, dass er selbst von „starken Frauen“ umgeben ist: Seine Mutter war seinerzeit Rechtsanwältin im Iran, seine Ehefrau ist leitende Ärztin an einem hiesigen Krankenhaus, seine Schwester ebenfalls Juristin.

Auch zu dem Begriff „Christlich“, den die CDU im Namen führt, hat Borzoo Afshar eine klare Haltung: „Ich bin nicht muslimisch. Ich lebe nach dem ethischen Grundsatz, gut zu denken, gut zu reden und gut zu handeln“, erklärt er. Er trinkt Bier und mag Schnitzel.

Erkenntnisse bei Hausbesuchen

Das wiederum mögen einige Bürger, die ihm zuvor noch gern ein anderes Etikett angeheftet hätten, erzählt er mit Blick auf die Hausbesuche. „Ich passe in keine Schublade. Ich bin Mensch – wie alle“, sagt er.

Und das Thema Menschlichkeit greift er von allen Seiten auf: in der Seniorenfürsorge, in der Integrationsfrage – und in der Wirtschaft. „Ich möchte ein partnerschaftliches Verhältnis mit den Unternehmen in Löhne aufbauen“, hat sich der Bürgermeisterkandidat vorgenommen.

Ein Netzwerk wünscht er sich und einen Roundtable, wo man gemeinsam Probleme löst. „Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, egal ob Geld, Sachwerte oder Zeiteinsatz, dann kann unsere Stadt ein ganz neues Gesicht bekommen“, stellt er sich vor.

Bedeutet das, dass die Wirtschaft ihren eigenen Standort sponsern soll? „Unternehmen darf man nicht nur als Zugpferde bei der Gewerbesteuer sehen“, stellt er klar. Und reicht nach: „Das Ganze ist schließlich mehr als die Summe seiner Einzelteile.“ Eine Option auf einen neuen Stellenwert von Kooperation unter einem möglichen CDU-Bürgermeister.

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