Bürgermeister-Kandidat der Partei (Die Linke) stellt Gemeinschaftsgefühl in den Mittelpunkt
Ulrich Adler wirbt für „lebenswertes Löhne“

Löhne (WB). Ulrich Adler lebt vor, was er von der Politik fordert – zumindest von seiner eigenen Partei. Hier bei ihm zuhause in Löhne-Ort, im großen schattigen Garten seines Wohnhauses aus den 1960er Jahren, wird deutlich, was er mit „grüner Erholungszone“ meint, mit „Verbundenheit zur Natur“. Auf mehreren hundert Quadratmetern hat der Fraktionsvorsitzende der Linken eine Oase aus Bäumen, Büschen, aus Bachlauf und Pagoden angelegt.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:26 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:02 Uhr
Ulrich Adler genießt es, Zeit im heimischen Garten zu verbringen. „Jeder Bürger sollte Zugang haben zu so etwas. Erst recht diejenigen, die keine eigenen Grünflächen besitzen, sollten das im öffentlichen Raum vorfinden“, meint der Bürgermeisterkandidat der Linken.

„Ein Ort der Entspannung“ nennt er seinen fast etwas verwunschenen Garten – und fordert sogleich: „Jeder Bürger sollte Zugang haben zu so etwas. Erst recht diejenigen, die keine eigenen Grünflächen besitzen, sollten das im öffentlichen Raum vorfinden.“

Eine Forderung, die die Linke in ihrem Parteiprogramm festgeschrieben hat: Parkzonen und Naherholungsflächen, idealerweise demnächst auch zwischen Kronprinzen- und Schützenbrücke. „Die 2000 Quadratmeter Freifläche und der Werrelauf bieten beste Voraussetzungen“, sagt Adler und findet sich bestätigt durch die ISEK-Planungen zur Erneuerung des Stadtbildes.

Mehr noch: Auch der Ulenburger Schlosspark soll nach Adlers Vorstellung „belebt werden“. Und zwar als Kulturpark, so wie es früher schon einmal war. Und schließlich hat die Linke einen Antrag gestellt, vorhandene Wälder in Löhne besser zu pflegen und gezielt den Spatzenberg mit seinem alten Baumbestand als „Ruhe-Forst“ zu deklarieren. Ein Rundum-Paket pro natura also.

„Ich bin sehr beharrlich“

Doch hinter allem steht ein grundsätzlicher Gedanke, der Ulrich Adler besonders am Herzen liegt: „Wir leben gemeinsam in dieser Stadt. Also soll die Stadt für alle schön und lebenswert sein.“ Gemeinschaftssinn, echte Integration aller Gesellschaftsschichten und Altersgruppen, ein solidarisches Miteinander, das sind die Vokabeln, die immer wieder durchklingen, wenn der Bürgermeister-Kandidat der Linken über seine Vorhaben spricht. Mehr als fünf Mal sei er schon angetreten, sagt der ambitionierte Pensionär, der von sich behauptet: „Ich bin sehr beharrlich. Ich bleibe dran an meinen Themen“.

Dazu gehört auch, dass sich der Mann, der über Jahrzehnte nur mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren ist, konsequent für den Ausbau eines verlässlichen Radwegenetzes einsetzt. „Aus ‚Mobil ohne Auto‘ wurde 2007 das ‚Klimabündnis Löhne‘“, erinnert sich der diplomierte Städteplaner, der das neue Konzept federführend mit auf den Weg gebracht hatte.

Als 2009 Bündnis 90/Die Grünen in Löhne getrennt antreten wollten, stellten sich die Mitglieder der bis dahin Bunten Liste als die Linke zur Kommunalwahl. Sowohl Ulrich Adler als auch seine Fraktionskollegin Stephie Karger waren bereits vorher für die Bunte Liste im Löhner Stadtrat tätig.

Alle an einem Strang ziehen

Doch nicht nur Ökologie und die „Kraftquelle Natur“ liegen dem rüstigen Rentner am Herzen. Sein Blick richtet sich auch auf die Finanzierung einer solidarischen Stadtgemeinschaft. „Investitionen sind wichtiger als die ‚schwarze Null‘“, unterstreicht er. Und meint damit: mehr Personal in der Verwaltung, Ausgaben zugunsten von Bildung und Schule, Anwerben von Unternehmen für den Standort. Und schließlich: Kultur und Kleinkunst in die Stadt holen; da ist der Bahnhof ein „Flagship-Projekt“ als neuer Stadtmittelpunkt.

Er ist für Vielfalt, Ulrich Adler, das hat er immer betont. In seinem Zuhause hängen Fotos von seinem Engagement auf Demonstrationen, seine häusliche Umgebung zeigt zahlreiche Schätze aus verschiedenen Kulturen. Multikulti ist sein Thema, aber nicht um jeden Preis. „Wir müssen die Menschen im Nahen Osten dort unterstützen, wo sie in freier Selbstverwaltung demokratische Systeme aufbauen wollen“, fordert der Bürgermeister-Kandidat. Und verwehrt sich damit gegen den Vorwurf, die Linke wolle „alle Flüchtlinge reinholen“.

Aber denen, die in Löhne Heimat gefunden haben, möchte er ein lebenswertes Zuhause bieten. „Dazu gehört auch der Wochenmarkt“, sagt Adler freimütig. Die Versorgung mit gesunden, regional erzeugten Lebensmitteln sei essenziell für eine lebensfähige Gesellschaft der Zukunft. „Hier sollten wir alle an einem Strang ziehen“, fordert er – und betont, er werde selbst so lange mithelfen, „wie meine Kräfte es zulassen“.

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