Verschärfte Auflagen sind das Problem – 150 Kinder warten auf Unterricht
SC Aquarius sieht Öffnung des Hallenbades kritisch

Löhne (WB). Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat mit der Corona-Schutzverordnung in der aktuellen Fassung vom 15. Juli ermöglicht, dass die Hallenbäder in NRW unter entsprechenden Hygieneauflagen wieder öffnen können. Skeptisch äußert sich Burkhard Schröder, Vorsitzender des SC Aquarius, hinsichtlich einer Öffnung des Löhner Hallenbades. Im Antrag an den Sportausschuss (Mittwoch, 19. August, 18.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses) verweist der SC Aquarius Löhne (Betreiberverein des Löhner Hallenbades) auf die Problematiken eines Betriebes während der Corona-Pandemie.

Dienstag, 11.08.2020, 03:56 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 05:03 Uhr
Burkhard Schröder blickt einer Öffnung des Hallenbades skeptisch entgegen. Strengere Auflagen bereiten dem Vereinsvorsitzendes des SC Aquarius (Betreiberverein des Löhner Hallenbades) einige Sorgen. Foto: Andrea Berning

„Das Melberger Lehrschwimmbecken ist bekanntlich für den Schwimmbetrieb gesperrt und eine Nutzung ist in weiter Ferne“, sagt Burkhard Schröder. Das liege daran, dass die beauftragten Unternehmen erst jetzt mit der Begutachtung der Schäden begonnen hätten. Derzeit warten laut Auskunft von Burkhard Schröder etwa 150 Löhner Kinder auf einen Schwimmkurs. „Das ist jedoch nicht erst seit Corona so. Solche Wartelisten schleppen wir schon seit Jahren mit uns rum“, sagt Burkhard Schröder. Das Hallenbad werde derzeit von drei Schulen besucht, die auch im neuen Schuljahr wieder Schwimmkurse anbieten müssen. Doch der Platz im Hallenbad ist begrenzt.

Lehrunterricht hat Vorrang

 

„Die Auflagen zur Öffnung des Hallenbades sind sehr viel strenger, als die Auflagen zur Öffnung des Freibades“, sagt Burkhard Schröder. Bei der geringen Beckengröße des Löhner Bades könnten nach der Corona-Schutzverordnung höchstens 36 Schwimmer ins Wasser. Da das Becken jedoch nur durch eine Leine getrennt werden könne, so dass zwei Bahnen entstünden, und nicht wie im Freibad vier Bahnen, könnten lediglich 14 bis 16 Personen gleichzeitig schwimmen. Zudem bereiten die engen Gänge und die Lüftung des Bades dem Vereinsvorsitzenden Sorgen.

Zu den Schulschwimmern kommen turnusmäßig nach der Sommerpause viele Vereins- und Freizeitschwimmer. Damit ein Lehrunterricht möglich ist und Vereinsmitglieder und Löhner Bürger schwimmen können, hat sich der Verein einen Belegungsplan für das Hallenbad überlegt. Vorrang sollen dabei die Schulen und Vereine haben. Auch die Frühschwimmer sollen ihre festen Zeiten bekommen. „Diese Gruppen können wir fest einplanen, da sie erfahrungsgemäß immer kommen“, sagt Burkhard Schröder.

Für Schwimmer, die spontan eine Runde im kühlen Nass drehen wollen, werde es vorerst schwierig. „Es gibt Überlegungen, in der Mittagszeit ein Zeitfenster zu schaffen, indem spontan Löhner ins Hallenbad kommen können“, sagt er. Diese Planungen sind jedoch nur „eine Übergangslösung“, bis klar ist, wann das Lehrschwimmbecken in Melbergen wieder genutzt werden kann.

Für den 15. September peilt Burkhard Schröder eine Öffnung an, gibt aber zu bedenken: „Der Arbeitsaufwand ist für die geringe Nutzung sehr groß und der Unmut der Badegäste wegen der Zettelwirtschaft, Desinfektion und Maskenpflicht steigt.“ Wirtschaftlich macht eine Öffnung des Hallenbades, aus Sicht des Vereinsvorsitzenden, keinen Sinn. „Beim Freibad gibt es derzeit Mehrkosten in Höhe von 1500 Euro, nur wegen der verschärften Einlasskontrollen“, sagt Burkhard Schröder.

 

Großer Andrang im Freibad

Das erste richtige Sommerwochenende hat sich auch bei den Besucherzahlen des Freibades bemerkbar gemacht. Bis zu 500 Besucher tummelten sich zeitgleich auf dem Gelände – bis zu 630 Gäste sind nach dem Hygienekonzept zugelassen. „Trotzdem hat sich der Bademeister am Wochenende entschlossen, bei 500 Personen das Tor zeitweise zu schließen“, berichtet Burkhard Schröder.

Zudem seien einige Badegäste nicht mit den Corona-Schutzmaßnahmen vertraut gewesen. Insgesamt sei das Wochenende jedoch positiv verlaufen, so dass kein Sicherheitsdienst nötig gewesen sei.

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