Lieselotte Poewe verkauft Intarsien mit Originalunterschriften zweier Tennislegenden
Handarbeit aus goldenen Zeiten

Löhne-Gohfeld (WB). Steffi Graf und Boris Becker sind die Ikonen des deutschen Tennis. Vor 31 Jahren gewannen sie am gleichen Tag in Wimbledon, das älteste und prestigeträchtigste Turnier der Welt. Die Löhner Künstlerin Lieselotte Poewe hat die beiden Sportstars in Holz verewigt. Ihre Intarsien mit originalen Unterschriften will die 89-Jährige jetzt für den guten Zweck verkaufen.

Samstag, 08.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:03 Uhr
Lieselotte Poewe hat die goldenen Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf mit feiner Handarbeit verewigt. Die 89-Jährige will die Intarsien versteigern. Foto: Frank Dominik Lemke

„Ach, ich war so aufgeregt“, sagt Lieselotte Poewe und erinnert sich an ihren Besuch in Mannheim. Das war im Wimbledon-Jahr 1989. Dort legte sie Steffi Graf ihre in Holz gearbeitete Bewegungsstudie vor.

„Sie war so eine liebe junge Frau“, erinnert sich Lieselotte Poewe. Als sie auf Steffi Graf wartete, lernte sie eine 92-jährige Dame kennen, die Steffi Graf genauso mochte. In ihrer Handtasche hatte sie Topflappen, die sie für die Tennisspielerin von Hand gestrickt hatte.

Ein Topflappen für Steffi Graf

Sie schlossen Freundschaft und besuchten Steffi Graf gemeinsam, Lieselotte Poewe mit dem Bild und die 92-Jährige mit den Topflappen. „Steffi Graf war von dem Geschenk der alten Dame gerührt“, erinnert sich Lieselotte Poewe. Selten habe sie einen so liebevollen und natürlichen Menschen wie Steffi Graf gesehen.

Die damals 20-Jährige habe der alten Dame mit ihrer ehrlichen Anerkennung eine große Freude gemacht. Die Handarbeit von Lieselotte Poewe hat sie genauso gewürdigt. Steffi Graf setzte dankbar ihre Unterschrift unter die liebevoll gearbeitete Intarsie.

Mit Boris Becker war es ähnlich. Von ihm hat die Löhnerin drei Bilder angefertigt, in unzähligen Stunden geduldiger Handarbeit. Für jedes Bild hat sie eine Vorzeichnung auf Pergamentpapier angefertigt.

Mit einem Skalpell schnitt sie dann Schichten aus Ahorn, Mahagoni, Eiche und Birkenwurzelholz aus, die sie zu einem lebendigen Ganzen formte. Von Boris Becker fertigte sie in den Jahren 1985, 1986 und 1987 eine Trilogie an: zwei Bewegungsstudien und die berühmte Siegespose des Tennisspielers.

Der 9. Juli 1989

Auf dem Tennisplatz galt Boris Becker als Mann, der seine Emotionen zeigte. Steffi Graf war eher kühl. Sie blieb stets konzentriert und zeigte dem Gegner nur selten, was in ihr vorging. Beim deutschen Doppelsieg 1989 in Wim­bledon war es dann genau anders herum. Am 9. Juli 1989 hieß es um 15.40 Uhr deutscher Zeit „Game, set, match Miss Graf.“ Nach dem Matchball saß sie schluchzend auf ihrem Stuhl. Als sie den Silberteller für die Fotografen hoch hielt, hatte sie immer noch feuchte Augen.

Drei Stunden später wieder die magische Formel: „Game, set, match Becker.“ Deutschland war angesichts des Doppelsieges im Freudentaumel. Der sonst so hochemotionale Boris Becker wirkte nach dem Matchball gefasst und hockte endlose Minuten zurückgezogen auf seinem Stuhl. Dies sollte sein dritter und zugleich letzter Wimbledon-Titel sein.

Heute lebt Steffi Graf zurückgezogen. Boris Becker steht oft im Rampenlicht. „Ich habe versprochen, dass ihre Unterschriften auf den Intarsien für einen guten Zweck sind“, sagt Lieselotte Poewe. Dieses Versprechen will sie jetzt einlösen. Sie hofft auf einen Sammler oder ein Museum. Eine Expertise schätzt jedes Bild fünfstellig.

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