Nachwuchs erkundet die Werrestadt – Marion Schröder will Storchen-Verein gründen
Jungstörche heben erstmals ab

Löhne (WB). Seit Wochen haben die Löhner Storchenfreunde den Horst im Naturschutzgebiet Blutwiese genau im Blick. Grund ist der Nachwuchs der Störche „Kalli“ und „Lotti“. Jüngst haben sich die drei noch namenlosen Jungstörche erstmals aus dem Horst gewagt.

Donnerstag, 09.07.2020, 11:27 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 11:30 Uhr
Am Storchenhorst ist immer etwas los (im Uhrzeigersinn von oben links): Da staunen die Geschwister nicht schlecht, als einer der Störche abhebt. Auch die Landung kann sich sehen lassen. Zur Fütterung sind alle drei Jungstörche wieder im Nest. Fünf Störche leben insgesamt in dem Horst an der Blutwiese.         Foto: Ulrich Wehmeier

„Die drei sind flügge.“ Diese Nachricht erreicht Storchenfreundin Marion Schröder am Dienstagmorgen. Sie setzt sich seit Jahren für die Störche in Löhne ein und beobachtet deren Verhalten. Für sie ist klar: „Das muss ich sehen.“ Alle drei Störche hätten das Nest immer mal wieder für kleine Rundflüge verlassen. Ersten Vermutungen der Löhner Storchenexpertin zur Folge zieht es die Jungstörche in Richtung Weser.

„Dort treffen sich zahlreiche Jungstörche, bis sie sich irgendwann auf die Reise machen“, berichtet Marion Schröder. Wie lange sich die drei Jungstörche noch in Löhne aufhalten, sei schwer abzuschätzen. „Vielleicht bleiben sie noch zwei oder drei Wochen, vielleicht begeben sich die Drei aber auch schon in den kommenden Tagen auf ihre große erste Reise“, sagt Marion Schröder.

Verein soll gegründet werden

Erfreut ist sie vor allem darüber, dass immer mehr Löhner und Bad Oeynhausener am Horst vorbeischauen, seitdem sich die Nachricht, dass der Storchennachwuchs flügge ist, herumspricht. „Die Autos stehen Schlange, die Bank ist so gut wie immer besetzt“, schildert Marion Schröder ihre Eindrücke.

Traurig stimmt die Löhnerin jedoch, dass der erste Löhner Storchennachwuchs nicht beringt worden ist. „Somit sind die Tiere namenlos, und man weiß nie, wo es die Drei hinverschlagen wird“, sagt sie. Eine Beringung von Jungstörchen sei nur in den ersten fünf Wochen nach der Geburt möglich. „Dann fallen die Störche in eine Art Schockstarre und man kann sie aus dem Nest heben“, berichtet Marion Schröder. Mit zunehmenden Alter seien die Störche sehr wehrhaft und eine Beringung sei unmöglich.

Was die Namensfindung angeht, zeigen sich die Löhner derweil bereits kreativ. „Es gibt schon den einen oder anderen Vorschlag, vielleicht ringen wir uns dazu durch, den drei Tieren noch Namen zu geben“, sagt Marion Schröder. Damit die erste erfolgreiche Ansiedlung von Störchen in Löhne kein einmaliges Phänomen bleibt, plant sie einen Storchen-Verein ins Leben zu rufen.

Strochenfreundin plant Webcam

„So viele Menschen haben sich in den vergangenen Monaten für die Störche engagiert. Es wäre doch super, wenn wir dieses Engagement unter dem Dach eines Vereins bündeln könnten“, sagt Marion Schröder. Ein Projekt, das der Verein dann in Angriff nehmen könnte, hat sie auch bereits: Eine Webcam soll im Herbst oder Winter – wenn die Störche in Richtung Süden gezogen sind, um ihr Winterquartier zu beziehen– am Storchenhorst installiert werden, damit im kommenden Jahr eine erneute Aufzucht von Jungstörchen in der Werrestadt noch besser festgehalten werden kann. „Ich kann mir sogar einen Live-Stream via Youtube vorstellen“, sagt Marion Schröder.

Sie schätzt die Kosten für dieses Unterfangen auf etwa 5000 Euro, da neben der Kamera auch Strom und Internet an der Stelle verfügbar sein müssen. Die Gelder dafür könnten durch Spenden oder eine Crowdfunding-Aktion eingesammelt werden. „Doch das sind alles Ideen. Nun braucht es genügend Unterstützer, damit die Störche auch weiterhin in Löhne nisten“, sagt Marion Schröder. Deshalb fordert die SPD-Ratsherrin nun auch einen Storchenbeauftragten aus Kreisebene zu etablieren.

„Im benachbarten Mühlenkreis hat sich die Einstellung eines Storchenbeauftragten bewährt“, sagt sie. 92 Nester seien dort in diesem Jahr gezählt worden. In fast jedem gebe es Junge. „Ich würde diesen Job auch gerne übernehmen, doch leider bin ich nicht schwindelfrei“, sagt Marion Schröder mit einem Schmunzeln. Mehrmals täglich informiert sie Interessierte in der Facebook-Gruppe „Storchenhorst im NSG Blutwiese“ über den aktuellen Stand am Storchenhorst auf der Blutwiese.

 

Da stauenen die Geschwister nicht schlecht, als einer der drei Jungstörche über den Horst fliegt.

Da stauenen die Geschwister nicht schlecht, als einer der drei Jungstörche über den Horst fliegt. Foto: Ulrich Wehmeier

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