Anwohner laden zur Gründung der Initiative „Macht Gohfeld leiser“ ein
Bürger positionieren sich gegen Lkw-Lärm an der Weihestraße

Löhne (WB). Bei vielen Gohfeldern liegen die Nerven blank. Trotz der Öffnung der B 611 Mitte März, die die Industriegebiete „Am Hellweg“ und „Großer Kamp“ mit den Autobahnen A30 und A2 verbindet, nimmt der Lkw-Verkehr durch die Gohfelder Ortsmitte nicht ab. Sondern laut Heide Tegtemeier eher zu. Das reicht der Grünen-Politikerin jetzt. Sie will an diesem Freitag, 3. Juli, um 17 Uhr im Biergarten der Gaststätte Kurkönig, Koblenzer Straße 11, die Bürgerinitiative „Macht Gohfeld leiser“ gründen.

Mittwoch, 01.07.2020, 04:23 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 05:00 Uhr
Sie hoffen auf Zuspruch bei der Gründungsveranstaltung von „Macht Gohfeld leiser“ (von links): Sarah Biermann mit Sohn Titus, John-Alexander Büker, Heidi Tegtemeier, Martina und Wolfgang Grotendiek, Aynur Yilmaz sowie Rodion und Tatjana Schmidt. Foto: Louis Ruthe

„Wir sind nicht einfach nur eine Handvoll Anwohner der ‚unteren‘ Weihestraße die lärmempfindlich sind“, sagt Heidi Tegtemeier. Dieses Thema sei ein Problem, das seit der Sprengung der Sudbachtalbrücke (Ende 2017) zahlreiche Gohfelder enorm belaste. „Deshalb freue ich mich, wenn zu der Gründung der Bürgerinitiative auch Anwohner der Koblenzer Straße sowie der ‚oberen‘ Weihestraße kommen“, sagt Heidi Tegtemeier.

„Den Verkehr beruhigt die 30er-Zone hier keinesfalls“

Ihr Elternhaus liegt direkt hinter der Südbahnbrücke an der Weihestraße, kurz bevor die 30er-Zone Richtung „Alter Postweg“ beginnt. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung führt laut Heidi Tegtemeier eher dazu, dass sich Autofahrer zu waghalsigen Überholmanövern hinreißen lassen sowie gehupt und gedrängelt wird. „Den Verkehr beruhigt die 30er-Zone hier keinesfalls“, sagt sie.

Das Ehepaar Martina und Wolfgang Grotendiek, sie wohnen in der Nachbarschaft, meidet mittlerweile seine Terrasse. „Wenn wir draußen sitzen, können wir kaum ein Wort wechseln“, sagt Wolfgang Grotendiek. Ihm sei es bewusst, dass die Weihestraße schon immer eine verkehrsintensive Straße gewesen sei, „aber was sich seit den vergangenen zweieinhalb Jahren dort abspielt, ist der Wahnsinn“.

Ähnlich sehen das Tatjana und Rodion Schmidt. „Wir brauchen nachts unser Fenster nicht öffnen. Rund um die Uhr brettern die Lkw der Logistikunternehmen die Weihestraße rauf und runter – momentan zum Glück nur noch rauf“, sagt Rodion Schmidt. Denn durch Bauarbeiten an Gasleitungen ist die Weihestraße bis Ende Juli nur einspurig von der A30 kommend in Richtung Alter Postweg befahrbar.

Viele sollen dem Aufruf folgen

„Es ist unglaublich, wie der Lkw-Verkehr Woche für Woche zunimmt“, sagt Sarah Biermann. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem eineinhalb Jahre alten Sohn wohnt sie gegenüber der Familien Schmidt und Grotendiek. „Ich wohne hier seit klein auf“, sagt sie. Als Grundschülerin hätte sie alleine entlang der Weihestraße zur Bushaltestelle gehen dürfen, ihrem Sohn wolle sie dies „bei dem extremen Verkehrsaufkommen“ nicht zumuten.

„Solange wie die Sudbachtalbrücke nicht fertig war, haben wir den Lärm geduldet, doch jetzt reicht es“, sagt Heidi Tegtemeier. Auch Gespräche mit der Stadtverwaltung seien in den vergangenen Monaten immer wieder im Sand verlaufen. „Die Stadt hat das Gespräch mit den Unternehmen gesucht. Diese haben dann angeblich ihre Fahrer darauf hingewiesen, die B 611 zu nutzen, anstatt die Weihestraße“, berichtet Heidi Tegtemeier. Doch geändert habe dies nichts. „Es wird Zeit, jetzt aktiv zu werden“, sagt sie. Sie hofft, dass am Freitag zahlreiche Bürger dem Aufruf folgen und ein Zeichen setzen.

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