37-jährige Löhnerin wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und muss zudem 1200 Euro bezahlen
Kinderpornografische Bilder auf dem Handy

Löhne (wa). Wegen Besitzes kinder- und jugendpornografischer Dateien hat sich ein Ehepaar aus Löhne vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten müssen. Der Fall war unter anderem wegen eines Chats der Frau mit einem Bekannten aufgedeckt worden.

Donnerstag, 11.06.2020, 08:00 Uhr
In einem Verfahren am Amtsgericht in Bad Oeynhausen ist eine 37-jährige Löhnerin zu einer Bewährungsstrafe und zur Zahlung von 1200 Euro verurteilt worden. Foto: Sonja Gruhn

Die 37-Jährige gestand den Tatvorwurf gleich zu Beginn der Verhandlung. Sie bereute und sagte, sie habe bereits ihre Strafe erhalten, weil unmittelbar anschließend „meine Kinder aus dem Haus genommen worden sind“. Insgesamt hatte die Polizei auf ihrem Handy sieben kinder- sowie sieben jugendpornografische Bilddateien sichergestellt – und dies auch mit massiven Gewaltdarstellungen an den Minderjährigen, wie der Staatsanwalt betonte.

„Wollte ihn nicht verlieren“

Nachdem sie eine Freundin mit einem Kind nach deren zerrütteter Beziehung bei sich aufgenommen habe, sei es zur Annäherung zwischen ihrem „Noch-Ehemann“ und jener Frau gekommen, schilderte die Angeklagte einen Grund für ein Zerwürfnis zwischen den Eheleuten. Sie selbst habe dann in einem Chatforum jemanden kennengelernt. Dabei sei sie „in diese Schiene rein gerutscht. Ich war an ihm interessiert und wollte ihn nicht verlieren.“

Daher habe sie einem „geschmacklosen Chat über Kinderpornografie“ nicht widersprochen. Der Bekannte „hat mir die Bilder zugeschickt“, bekräftigte sie. Die Dateien habe sie aber sofort gelöscht. Insgesamt hatte die Polizei bei dem Ehepaar vier Geräte mit entsprechenden Dateien gefunden. So wurden nicht nur auf dem Smartphone des 44-jährigen Ehepartners insgesamt 26 Bilddateien gefunden. Selbst auf dem Rechner der Frau, die samt ihrem Kind bei dem Paar eingezogen war, konnten Beamte derartige Dateien sichern, wie das Gericht feststellte.

Amtsrichter Dr. David Cornelius verurteilte die Frau zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und erlegte ihr zudem eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro auf. Er unterstelle der Angeklagten keine Neigung, sich „an diesen Bildern zu ergötzen“, betonte der Staatsanwalt. Allerdings habe sie sich dieses Material zusenden lassen „als Mittel zum Zweck, um für einen Mann interessant zu sein.“

Frau akzeptiert Urteil

Zudem hätte ihr der Chatpartner diese Bilder wohl nie zugeschickt, wenn nicht zuvor ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut worden sei, „dass diese Bilder bei Ihnen willkommen sind.“ Nicht nur der Beschlagnahmung ihres Handys stimmte die Frau unmittelbar nach der Verhandlung zu. Sie akzeptierte auch das Urteil. Es wurde noch im Saal rechtskräftig.

Das Verfahren des 44-Jährigen läuft dagegen weiter. Nach eigener Darstellung hatte er weder Kenntnis von Bildern auf seinem Smartphone, noch diese selbst erhalten. Nun will der Amtsrichter klären, an welchem Tag die Bilder auf dem Handy abgelegt wurden und ob das Gerät in jenem Moment ausreichend vor dem Zugriff Dritter gesichert war. Dieser Prozess wird in Kürze fortgesetzt.

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