Zusammenhalt und ein Notfallplan haben Paul Schulten + Sohn aus Löhne vor der Krise bewahrt
„Die Mitarbeiter haben alles gegeben“

Löhne (WB). Der „Corona-Shutdown“ hat zuletzt alle Wirtschaftsbereiche erfasst – auch die Entsorgungsunternehmen. Doch der Löhner Familienbetrieb Paul Schulten + Sohn hat mit gezielten Maßnahmen vorgesorgt, dass auch in dieser kritischen Zeit der Müll dorthin kommt, wo er hingehört: in die professionellen Hände eines zertifizierten Entsorgungsfachbetriebs.

Mittwoch, 10.06.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 10:58 Uhr
Zusammenhalt (von links): Jochen Schröder (kaufmännischer Leiter), Jens Conrad (Platzmeister) und Hans Hermann Schulten (Mit-Inhaber).

Ein Radlader schiebt aufgetürmte Berge von Grünschnitt in Form, Entsorgungsfahrzeuge pendeln auf das Gelände ein und aus, Autos mit Anhänger liefern Bauschutt und Sperrmüll an: eigentlich ein alltäglicher Anblick auf dem Betriebshof von Paul Schulten + Sohn. Doch was inzwischen endlich wieder normal abläuft, stand auch in den letzten Wochen unter dem Bann der Corona-Prävention.

„Wir hatten am 21. März den Betriebshof zunächst vorsorglich geschlossen. Aber glücklicherweise nur vorübergehend“, berichtet Hans Hermann Schulten. In der Folgewoche war bereits wieder geöffnet, wenn auch eingeschränkt.

„Corona-Cleaning“

„Zunächst nur für unsere Gewerbekunden“, berichtet Hans Hermann Schulten weiter. Ab dem 27. März durften dann auch wieder Privatkunden ihre Wertstoffe anliefern. Alles sei in engem Austausch mit der Abfallberatung und dem Ordnungsamt der Stadt Löhne gelaufen, versichert der Geschäftsführer. Und er lobt die konstruktive Gesprächsatmosphäre, das gegenseitige Verständnis für die schwierige Lage.

„Wir fühlten uns im Besonderen verpflichtet, unserem kommunalen Auftrag nachzukommen“, ergänzt Jochen Schröder, kaufmännischer Leiter in dem Familienbetrieb. Denn: „Nahegelegene Recyclinghöfe hatten ihre Betriebszeiten ebenfalls angepasst. Und genau in diesem Moment haben viele Privatkunden in Folge von Kurzarbeit begonnen, ihren Keller oder Dachboden daheim zu entrümpeln“, berichtet er weiter.

Das „Corona-Cleaning“ habe auch den Garten eingeschlossen, nicht zuletzt dank des guten Frühlingswetters: „Jede Menge Grünschnitt, jede Menge Boden- und Bauschutt“, berichtet Jochen Schröder, sei im privaten Anhänger angeliefert worden.

Maximal fünf Kraftfahrzeuge auf dem Gelände

Damit dieser Andrang bewältigt werden konnte, gab es klare Spielregeln bei Paul Schulten + Sohn: Der Haupteingang an der Waage blieb geschlossen, die Kommunikation war nur durch ein provisorisches Fenster erlaubt. „Kein Kunde durfte das Haus betreten“, blickt Hans Hermann Schulten zurück.

Mehr noch: Maximal fünf Kraftfahrzeuge durften zugleich aufs Gelände. „Da gab es schon enorme Warteschlangen“, erinnert sich der Geschäftsführer. Aber die Mitarbeiter hätten „alles gegeben“, um zügig die Anlieferungen abzuwickeln, lobt Hans Hermann Schulten. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr gab es im März 35 Prozent mehr private Anlieferungen, im April sogar mehr als 50 Prozent plus.

Doch das bedeutet für das Familienunternehmen noch lange nicht, dass man an der Krise verdient hätte. „Wir haben größere Ausfälle im gewerblichen Segment zu verzeichnen, weil wir zum Beispiel im Gastronomiebereich keine Entsorgung leisten konnten“, bedauert Hans Hermann Schulten. Aber letztlich ist er zufrieden, dass es „soweit wieder läuft“, wie er sagt.

Jobs sind sicher

Was wäre passiert, wenn einer seiner Mitarbeiter womöglich betroffen gewesen wäre von einer Infektion? „Das ist glücklicherweise nicht passiert“, sagt der Unternehmer erleichtert. Aber für den Fall eines Falles hatten er und sein Team klug vorgesorgt: Ein Stufenplan habe sichergestellt, dass immer Mitarbeiter im Homeoffice waren und schlimmstenfalls als „Reserve“ flexibel einsetzbar gewesen wären.

Und falls kein Müllwagen mehr hätte fahren können, hätte die Firma Paul Schulten + Sohn dezen­trale Entsorgungscontainer aufgestellt, in die Bürger ihren Müll hätten einwerfen können. Dass dies alles nicht nötig war, erleichtert den Chef des 25-Mann-Betriebs. Denn auf sein Team ist er mächtig stolz, weil sie alle in diesen turbulenten Zeiten so „zur Stange gehalten“ hätten. Das dankt ihnen der Chef auf seine Weise: „Keiner meiner Mitarbeiter muss wegen Corona um seinen Job bangen“, versichert er.

Wichtige Informationen

Öffnungszeiten Paul Schulten + Sohn GmbH & Co. KG, Brückenstraße 99, 32584 Löhne: montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr.

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