Bislang keine wirtschaftliche Lösung für die zehn Hektar große Fläche in Löhne-Ort
Rangierbahnhof-Areal ohne Zukunft?

Löhne (WB). Ein Stück Löhner Eisenbahngeschichte ist verschwunden. Nach dem Abriss des alten Stellwerks 2018 hat die Bahn bis Ende 2019 nun auch die Schienen rings um die Drehscheibe sowie den ehemaligen Lokschuppen in Löhne-Ort abgerissen. Geblieben sind die Betonfundamente und die Frage, ob das etwa zehn Hektar große Areal von der Stadt sinnvoll erschlossen werden kann. Von diesem Plan muss sich die Stadt nun wohl endgültig verabschieden.

Donnerstag, 04.06.2020, 09:04 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 09:10 Uhr
Nach dem Abriss des alten Stellwerks 2018 hat die Bahn bis Ende 2019 nun auch die Schienen rings um die Drehscheibe sowie den ehemaligen Lokschuppen in Löhne-Ort abgerissen. Foto: Wolfhard Jording

Bereits 2019 sind dem Planungs- und Umweltausschuss zwei Erschließungsvarianten (A und B) vom Bau.Land.Partner NRW vorgestellt worden, die eine gewerbliche Nutzung zum Ziel hatten. Bau.Land.Partner NRW unterstützt Kommunen und Gemeinden mit Expertise und personellen Ressourcen, wenn es um die Revitalisierung brachliegender innerstädtischer Flächen geht.

In den Plänen ist eine Zufahrt von der Unterführung Quellental aus vorgesehen gewesen. In beiden Varianten sind die geschätzten Erschließungskosten dem voraussichtlichen Grundstückserlös gegenübergestellt worden. Schon damals haben die Berechnungen zu beiden Varianten zu einem deutlichen Defizit geführt (Variante A: – 1,3 Millionen Euro, Variante B: – zwei Millionen Euro). Hinzu kommt, dass bei den Varianten nicht die Kosten des Grundstückserwerbs vom Eigentümer, der DB Netz AG, berücksichtigt worden sind.

Auch die Minimallösung ist hinfällig

Als sogenannte Minimalvariante ist eine Zufahrt auf das Areal von der Bünder Straße aus auf Höhe des nunmehr abgerissenen Ringlokschuppens untersucht worden, um die Fläche für eine Photovoltaik-Anlage zu nutzen. Zu der Variante trifft das Gutachten von Bau.Land.Partner NRW ebenfalls keine gute Aussage: „Da die gesamte Liegenschaft von in Betrieb stehenden Umfahrungsgleisen eingeschlossen ist, wurde als einzige potenzielle Möglichkeit im Rahmen einer Nutzung die Querung des Nordumfahrungsgleises durch Mitbenutzung des bestehenden bahninternen beschrankten Bahnübergangs an der Bünder Straße näher geprüft und seitens der BEG mit der DB Netz AG abgestimmt.“

Aus Gesprächen von Bau.Land.Partner NRW mit der DB Netz AG resultiert, dass weder eine höhengleiche Querung des betreffenden Bahngleises noch eine Verlegung desselbigen „eisenbahnrechtlich zulässig“ ist. Auch der Neubau eines Bahnübergangs an dieser Stelle wäre voraussichtlich nicht genehmigungsfähig, so dass im Endeffekt der Bau einer Über- oder Unterführung erforderlich wäre. „Unter diesen Voraussetzungen wurde auch diese Erschließungsvariante nicht weiter verfolgt“, heißt seitens Bau.Land.Partner NRW.

Stadt beauftragt Rechtanswalt zur Prüfung

Im Auftrag der Stadt Löhne wurde die Nutzung des ehemaligen Rangierbahnhofs für eine Photovoltaik-Anlage nun zusätzlich durch den Rechtsanwalt Volker Nicolaus noch einmal geprüft. „Auch er kommt zu dem Ergebnis, dass die Nutzung für eine Photovoltaik-Anlage aufgrund rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Restriktionen derzeit nicht realisierbar ist“, berichtet Ulrich Niemeyer, Baudezernent der Stadt Löhne. Bau.Land.Partner NRW komme nach heutigem Stand zu dem Ergebnis, dass „die drei überprüften Erschließungsvarianten sich wirtschaftlich und/oder technisch als nicht umsetzbar erwiesen haben und aktuell auch keine weiteren potenziellen Erschließungsmöglichkeiten identifiziert werden konnten.“

Eine Wiedernutzung des Standorts durch die Stadt Löhne sowohl als Gewerbegebiet als auch als Nutzung auf unbestimmte Zeit sei somit nicht umsetzbar. „Was mit dem Gelände passiert liegt letztlich in den Händen des Eigentümers, der DB Netz AG“, sagt Ulrich Niemeyer.

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