DRK-Second-Hand-Store in Löhne-Ort wird weiter von der Stadt gefördert
Keine Kleiderkammer, sondern eine Mode-Fundgrube

Löhne (WB). Der Kleiderladen „Von mir zu Dir“ erhält weiterhin jährlich einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 2500 Euro durch die Stadt Löhne. Das hat der Rat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Angesichts der Wertschätzung für diese Einrichtung wirft das WESTFALEN-BLATT einen Blick in den Second-Hand-Laden in Löhne-Ort.

Mittwoch, 03.06.2020, 05:06 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 05:50 Uhr
Alexander Hermelink (links) und Karin Brauer engagieren sich für den Kleiderladen „Von mir zu Dir“ in Löhne-Ort. Foto: Gabriela Peschke

Karin Brauer strahlt, auch Alexander Hermelink freut sich sichtbar: Der Ratsbeschluss bestätigt die beiden Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), dass der ehrenamtlich betriebene Kleiderladen am Obernfeld Anerkennung findet.

An diesem sonnigen Nachmittag haben sie die Türen weit geöffnet: Der Blick wird frei auf einen großen, schlauchförmigen Verkaufstrakt. Geordnet nach Männer-, Frauen- und Kinderkleidung stehen die Drehständer und Regale dicht an dicht. Dazwischen sind Accessoires und Dekorationsgegenstände liebevoll arrangiert.

Neben der Kassenzone aus hellem Holz die Kinderspielecke, weiter hinten Regale voller Schuhe und gefalteter Oberbekleidung. Sogar Spielzeug und Schulzubehör wird angeboten. Gut ausgeleuchtet und übersichtlich gestaltet empfängt der Kleiderladen den Kunden.

Ehrenamtliche im Dauereinsatz

„Wir verstehen uns als ‚Jedermanns-Laden‘“, nennt Karin Brauer das Konzept der Gebrauchtkleiderbörse. Seit zwei Jahren leitet sie den Laden, der bis 2018 in der Melberger Johanniskirche ansässig war. „Damals haben wir überwiegend die neu angekommenen Flüchtlinge ausgestattet“, erinnert sie sich.

Jetzt ist der Anteil der Zugewanderten nur noch gering. „Es kommen Männer, Frauen und Familien aller Altersklassen. Und viele sind Stammkunden“, berichtet die gelernte Industriekauffrau, die seit ihrer Frühverrentung ihr kaufmännisches Wissen in die Organisation des Ladens einbringt.

Damit der Laden läuft, helfen ihr bis zu 23 Ehrenamtliche. „Jeder gibt hier, was er kann“, sagt Karin Brauer. Und meint: Manche kommen mehrmals pro Woche, um zu helfen. Andere können nur wenige Stunden dabei sein.

„Jeder Handgriff zählt“, ist sie überzeugt. Denn hinter dem 140 Quadratmeter großen Laden ist ein volles Lager, wo Saisonkleidung archiviert wird. „Wir sortieren äußerst anspruchsvoll“, stellt Karin Brauer klar. Nur was wirklich gut erhalten ist, kommt in den Weiterverkauf. Darunter ist auch Markenkleidung bekannter Labels. „Vor ein paar Tagen hat ein Herr 30 Paar Schuhe angeliefert – seine Frau hatte offenbar ihren Bestand etwas reduziert“, erzählt sie.

Immer wieder mittwochs geöffnet

Angeboten werden die sehr gut erhaltenen Kleidungsstücke ab zwei Euro pro Teil, eine hochwertige Jacke kostet nicht mehr als zehn Euro. „Mit guter Ware machen wir guten Umsatz“, sagt Karin Brauer selbstbewusst. Das bedeutet: Der Kleiderladen kann die restlichen Kosten, die nicht durch Förderung getragen werden, durchaus selbst erwirtschaften. Immerhin sind dies für Strom und Gas allein 4600 Euro.

Wasserverbrauch, kalkulatorische Kosten und Versicherungen nicht eingerechnet. Die Kunden schätzen das breite Angebot in der ansprechenden Atmosphäre, wie Karin Brauer berichtet.

Sie kommen immer mittwochs zwischen 13.30 und 17 Uhr und einmal im Monat auch samstags. An regulären Verkaufstagen bis zu 100 Personen. Allerdings: Derzeit sind es nur durchschnittlich 40 Kauffreudige, die unter Einhaltung der Hygienevorschriften nacheinander den Laden betreten und entlang der Absperrungen shoppen.

Immerhin musste der Kleiderladen auch die letzten acht Wochen geschlossen bleiben. „Leider dürfen wir derzeit aufgrund der Corona-Schutzverordnungen unseren Warte- und Lesebereich noch nicht wieder öffnen“, bedauert Alexander Hermelink.

Kinderbekleidung gesucht

Aber die Kunden zeigten Verständnis. Zunehmend kämen auch jüngere Leute. „Die Teenies sind oft umweltbewusst und stehen auf Mehrfachnutzung und nachhaltige Wertschöpfung“, ergänzt er. Das freut den langjährigen DRK-Mitarbeiter. „Wir denken auch an die Zukunft mit unserem Angebot. Demnächst soll hier zusätzlich noch ein Begegnungszentrum entstehen“, stellt Alexander Hermelink in Aussicht.

Der Kleiderladen sucht aktuell noch Kinderkleidung in den Größen 128 bis 176. Wer etwas verschenken möchte, kann dies jeden Mittwoch in der Zeit von 14 bis 17 Uhr im DRK-Kleiderladen, Obernfeld 2, machen.

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