Löhner Rathaus von 11. Mai an wieder geöffnet – Voranmeldung notwendig
Beratung durchs Plexiglas

Löhne (WB). Das E-Mail-Postfach der Stadt Löhne quillt vor lauter Anfragen, was die am Mittwoch verkündeten Corona-Lockerungen betrifft, über. Nicht zu allen Nachfragen kann die Stadt bislang Auskunft geben. „Die Änderungsversordnung kam gestern um 21.38 bei uns an. Wir müssen sie uns jetzt selbst erst einmal erarbeiten“, sagt Bürgermeister Bernd Poggemöller. Einen Plan für die Öffnung des Rathauses von Montag, 11. Mai, an, gibt es aber.

Freitag, 08.05.2020, 04:39 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 05:00 Uhr

Bei der Planung zur Öffnung des Rathauses hatte die Stadt zeitlichen Vorlauf. Das Konzept sieht vor, dass der Einlass nur mit Voranmeldung gestattet ist. Buchbar sind Termine online über das Bürgerserviceportal oder telefonisch über die zentrale Telefonnummer 05732/1000. Gegebenenfalls kann auch direkt mit dem Mitarbeiter ein Termin vereinbart werden.

Vieles per Telefon oder Mail lösbar

Auskunft über die Rufnummern gibt die Internetseite der Stadt. Auch wenn der bisher zwingende Grund, der für einen Besuch im Rathaus galt, entfällt, weist die Stadt darauf hin, dass viele Anliegen sich durch ein Telefonat oder ein Formular auf der Internetseite lösen lassen. Zum Beispiel das Beantragen eines Führerscheins oder die Anforderung von Urkunden. Auch Vordrucke kann die Stadt postalisch zustellen. Bürger sollten sich daher zuerst die Frage stellen: Ist ein Besuch zwingend nötig?

Neben dem Vermeiden von Menschenansammlungen sieht Bernd Poggemöller in der Vorabanmeldung einen weiteren Vorteil: „Es gibt keine Wartezeiten.“ Abseits von Corona habe die Stadt bereits den Ausbau von terminierten Besuchen vorangetrieben. Bisher gibt das Bürgerserviceportal Antworten für alle Belange rund um Bürgerbüro und Standesamt.

Mit Hilfe einer neuen Software soll es laut Andrea Linnemann, Amtsleiterin für Personal und Finanzen, auf weitere Verwaltungsdienstleistungen, wie beispielsweise die Rentenberatung, ausgeweitet werden. Sollte ein Besuch im Rathaus vom 11. Mai an unabdingbar sein, wird der Bürger im Foyer erfasst, um eine Infektionskette im Notfall nachvollziehen zu können. Außerdem müssen die Hände desinfiziert werden. Bernd Poggemöller weist auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hin, die Bürger und Mitarbeiter gleichsam schützen soll: „Die Gänge haben eine Breite von etwa zweieinhalb Metern. Der Mindestabstand kann also nicht eingehalten werden.“ Die Verordnung besagt, dass überall, wo dies der Fall ist, eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Dies gelte auch für Mitarbeiter.

Ausschuss soll Rat ersetzen

70 Plexiglaswände hat die Stadt Löhne für die Büros als Spuckschutz bestellt. Sie werden zum Beispiel eingesetzt, wo zwei Mitarbeiter sich im Büro gegenübersitzen. „Jeder Mitarbeiter hat zwei beschichtete Stoffmasken bekommen, deren Wirkung mit denen der FFP-2-Masken vergleichbar ist“, ergänzt Andrea Linnemann.

Für die politischen Sitzungen weicht die Stadt Löhne vorübergehend auf Saal 1 der Werretalhalle aus (diese Zeitung berichtete). Dort finden mit Mindestabstand, statt wie im hauseigenen Sitzungssaal des Rathauses, bis zu 70 Personen Platz. Um die Personenanzahl weiter zu minimieren, läuft unter den Ratsmitgliedern eine Abstimmung darüber, ob der Haupt- und Finanzausschuss während der Corona-Pandemie anstelle des Rates entscheiden kann.

Die am Mittwoch bekanntgegebenen Lockerungen kommentiert Poggemöller so: „Wenn die grundlegenden Regeln eingehalten werden, können wir sie uns erlauben. Ich glaube, dass es funktioniert. Jeder hat es selbst in der Hand.“ Bei Großveranstaltungen mit Festcharakter sei laut des Bürgermeisters vorerst keine Normalität zu erwarten. Für kulturelle Veranstaltungen in der Werretalhalle müsse man die Platzkapazität prüfen und errechnen, wie lange sich diese Personenanzahl gemeinsam in einem geschlossenen Raum aufhalten darf.

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