ADFC Löhne informiert über neue Straßenverkehrsordnung 1,50 Meter Abstand sind auch bei Radfahrern Pflicht

Löhne (WB). Die Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO) betreffen nicht nur Autos, sondern auch Radfahrer. Georg Hofemann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Löhne bezeichnet die neuen Regelungen als Schritt in die richtige Richtung.

Von Jenny Karpe
Die Neuerungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) bringen auch für Radfahrer Veränderungen mit sich.
Die Neuerungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) bringen auch für Radfahrer Veränderungen mit sich. Foto: dpa

„Ein großes Thema für uns ist vor allem der Abstand von 1,50 Metern“, sagte der ADFC-Ortsgruppensprecher. Vor dem 28. April handelte es sich dabei nicht um einen Zwangsabstand. „Gerichte haben immer im Einzelfall entschieden, aber damit ist jetzt Schluss.“ Für Autofahrer bedeutet das, dass sie an manchen Straßen hinter einem Radfahrer herfahren müssen, wenn ein sicheres Überholen nicht gewährleistet ist. „Das sorgt natürlich für Frust und gefährliche Versuchung“, sagte Hofemann. „Als Autofahrer kenne ich das auch. Letzten Endes ist die neue Regelung aber sehr wichtig für die Sicherheit der Radfahrer.“

„Grünen Pfeil“ für Radfahrer

An manchen Stellen in Löhne ist das Radfahren besonders gefährlich. „Nehmen wir einmal die Häger Straße – je nach Richtung können Autos dort 70 oder 100 Kilometer pro Stunde fahren. Es gibt eine enge Kurve und keinen Radweg. Für uns Radfahrer ist die Straße so gefährlich, dass wir sie möglichst vermeiden“, erklärte Hofemann. Eine Alternative wäre mit dem neu eingeführten Überholverbotsschild für Radfahrer gegeben. „Aber ob ein zusätzliches Schild für mehr Sicherheit sorgt? Keine Ahnung“, sagte er. Nach seiner Meinung sollten sich alle Verkehrsteilnehmer generell vernünftig verhalten und die Regeln befolgen, auch ohne Straßenschilder.

Speziell für Radfahrer gibt es nun auch einen „Grünen Pfeil“, der an einer Ampel das Rechtsabbiegen auch bei Rot erlaubt. In Löhne ist das aus Sicht von Georg Hofemann höchstens an der Kreuzung Werster Straße/Lübbecker Straße möglich. „Besser als so ein Schild wäre eine Pflicht für Lkw, einen Abbiegeassistenten einzubauen“, sagte er. „Die erkennen Radfahrer im toten Winkel und verhindern so Unfälle.“ Laut der neuen StVO muss der rechtsabbiegende Verkehr Schritttempo fahren. „Die Gefahr liegt aber nicht nur an der Geschwindigkeit, sondern am Rechtsabbiegen an sich“, sagte er.

Auf dem Bürgersteigen fahren kostet bis zu 100 Euro

Eine weitere Neuerung: Vor Kreuzungen mit einem baulich getrennten Radweg darf nicht mehr mit fünf Metern Abstand zur Ampel geparkt werden, sondern mit acht Metern. So sind Radfahrer schneller zu sehen und womöglich seltener Teil eines Unfalls. Und: Auf Bürgersteigen Fahrrad zu fahren kostet mittlerweile zwischen 50 und 100 Euro Strafe.

„Das sind alles Schritte in die richtige Richtung, auch wenn wir uns natürlich mehr wünschen“, sagte Georg Hofemann. Er befürwortet beispielsweise, dass örtliche Behörden selbst Geschwindigkeiten einschränken können.

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