Digitale Freizeitangebote des Jugendamts Löhne können via Instagram oder Facebook abonniert werden „kahjottel“ erfreut sich großer Beliebtheit

Löhne (WB). Die Kinder- und Jugendarbeit in Löhne ist derzeit verstärkt digital unterwegs: Auf „kahjottel“ finden sich bei Instagram jede Menge Tipps zur sinnvollen Freizeitgestaltung. Hinter dem findigen Kurznamen verbirgt sich ein kluges Konzept der K-J-L, also der Kinder- und Jugendarbeit Löhne.

Von Gabriela Peschke
ie Kinder- und Jugendarbeit in Löhne ist derzeit verstärkt digital unterwegs: Auf „kahjottel“ finden sich bei Instagram jede Menge Tipps zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
ie Kinder- und Jugendarbeit in Löhne ist derzeit verstärkt digital unterwegs: Auf „kahjottel“ finden sich bei Instagram jede Menge Tipps zur sinnvollen Freizeitgestaltung. Foto: dpa

Wer auf die Seite klickt, wird von einer freundlichen Sprechblase begrüßt: „Hi“! Und schon wird der junge Besucher eingeladen, sich zum Beispiel ein Kurzvideo anzuschauen, wie man selbst ein einfaches Brettspiel bastelt. Zeichenvorlagen zeigen Schritt für Schritt, wie man Tiere malt. Oder eine „Challenge“ fordert zu einem Ideenwettbewerb auf. Zahlreiche Anregungen, wie man sinnvoll und kreativ die „viele freie Zeit“ gestalten kann, die der Ausfall von Schulunterricht den Kindern und Jugendlichen derzeit beschert.

Immerhin über 150 regelmäßige Besucher (Abonnenten) verzeichnet die Seite bereits wenige Wochen nach ihrem Start auf Instagram– auf Facebook sind es 50 Abonnenten. „Das Löhne-Quiz ist der Renner: Mehr als 120 Personen haben sich schon beteiligt“, freut sich Nicole Schröder vom Jugendamt. Wer bisher ins Raps oder Riff, in die Jugendkunstschule oder zu den „InKis“ ging, um zu basteln oder mit Freunden zu spielen, der findet jetzt auf digitalen Plattformen einen Ersatz.

Fixpunkte im Tagesablauf

„Wir nutzen die Medien, in denen die Kinder und Jugendlichen am häufigsten unterwegs sind, um alternative Angebote zu machen“, erläutert Nicole Schröder. Facebook und Instagram sind dabei die Favoriten. Hinzu kommt der Messenger-Dienst „Signal“, der kostenlos und mit zertifiziertem Sicherheitsstandard als Alternative zu Whats-App genutzt wird. Aber auch das Telefon bleibt in dieser Zeit ein wichtiges Kommunikationsmittel.

„Es ist immer jemand erreichbar für persönliche Anliegen“, bekräftigt die stellvertretende Amtsleiterin. Montags bis Freitags in der Zeit von 10 bis 16 Uhr sei die Hotline unter der Nummer 0151/50724271 durchgängig besetzt. Auch eine persönliche Begegnung sei möglich, wenn auch eher in Ausnahmefällen. „Bei Bedarf treffen wir uns draußen im Freien“, heißt dafür die Lösung des Jugendamts.

Denn, so weiß Nicole Schröder, es geht um mehr als um Impulse für die Freizeit. So geht es bei manchen Ratsuchenden zum Beispiel um Hilfestellung bei der Organisation der Tagesstruktur. „Wenn äußere Verbindlichkeiten wegfallen, muss man selbst für Fixpunkte im Tagesablauf sorgen“, sagt die Sozialpädagogin und verweist auf Erfahrungen mit zugewanderten Familien, wo die Unterstützung zum Teil bei den Eltern ansetzen müsse, damit sie die Kinder erreiche.

„Kultur-Care-Paket“

„Ich bin sehr froh, dass hier alle Gruppen der Kinder- und Jugendarbeit so gut zusammenarbeiten“, freut sie sich mit Blick auf die Internationalen Kindergruppen und die Schulsozialarbeit.

Seit kurzem gibt es ein neues Highlight: Angebote aus dem geförderten Landesprogramm „Kultur-Rucksack für zehn- bis 14-jährige Kinder“ können digital „gebucht“ werden und kommen dann als Direktlieferung samt Anleitung und Zutaten ins Haus. „Kultur-Care-Paket“ ist der Name für diese kreative Lösung. „Wenn die Kinder dann noch online posten, was sie Tolles daraus gebastelt haben, dann wird das eine runde Sache“, sagt Nicole Schröder.

Nachdem die digitale Kommunikation so erfolgreich angelaufen ist, kann sich das Jugendamt vorstellen, auch künftig im Internet Angebote bereitzuhalten. „Wir sehen die neuen Medien als Chance für alle Beteiligten. Damit werden wir manche Dinge künftig schneller auf den Weg bringen“, fasst Nicole Schröder zusammen. Schon jetzt vernetze sich die Kinder- und Jugendarbeit deutschlandweit immer stärker, wovon auch Löhne profitiere. „Das Medienkonzept für die Zukunft steht sowieso auf der Agenda des Jugendamts“, fügt sie hinzu. Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, die Praxis zu erproben.

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