Umfassender Bericht ist Thema im Löhner Bauausschuss In welchem Zustand sind die Brücken der Werrestadt?

Löhne (WB). Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit – unter diesen drei Kriterien sind in den vergangenen zwei Jahren 56 Bauwerke, davon 52 Brücken, im Löhner Stadtgebiet vom Ingenieur-Büro Bockermann Fritze Ingenieur Consult aus Enger untersucht worden.

Von Louis Ruthe
Die Bausubstanz der Kronprinzenbrücke ist von den Gutachtern als „gut“ eingestuft worden.
Die Bausubstanz der Kronprinzenbrücke ist von den Gutachtern als „gut“ eingestuft worden. Foto: Sonja Gruhn/Archiv

Die Anzahl der Bauwerke in nicht ausreichendem oder ungenügendem Zustand ist durch zwischenzeitlich ergriffene Maßnahmen im Vergleich zu 2016 von 13 auf sechs gesunken. Das geht aus dem Zustandsbericht vor, mit dem sich der Bauausschuss an diesem Donnerstag um 18.30 Uhr in der Werretalhalle befasst.

Schlusslicht des Berichtes ist die Stützwand aus Beton entlang der Bahnstrecke an der Oeynhausener Straße. Schon 2013 ist das Bauwerk mit einer Gesamtnote von 3,8 eingestuft worden – die Bewertungsskala geht von 1,0 (sehr gut) bis 4,0 (ungenügend). Auch die Prüfung des Bauwerkes von 2016 hat mit dem Skalenwert 3,7 zu einer „ungenügenden“ Einstufung geführt.

Damals ist vor allem die Dauerhaftigkeit des Bauwerkes kritisch eingestuft worden. Im neuen Zustandsbericht verschlechtert sich der Skalenwert auf 3,9. Nun geben die Ingenieure zu bedenken, das neben der Dauerhaftigkeit der Stützwand, auch die Standsicherheit in einem mangelnden Zustand ist. Laut Gutachten liegt noch kein Schadensbehebungskonzept vor. Ein Sanierungsvorschlag soll erst dann vorbereitet werden und im Bauausschuss vorgestellt werden.

Insgesamt positives Fazit

Doch die Stützwand ist im neuen Gutachten das einzige Bauwerk, welches als „ungenügend“ eingestuft wird. 2016 sind es noch zehn Brücken und Stützwände gewesen. Insgesamt hat sich der Zustand der Bauwerke in Löhne somit verbessert. Mit 36 Brücken und Stützwänden befinden sich insgesamt etwa zwei Drittel aller Ingenieurbauwerke mindestens in einem befriedigendem Gesamtzustand (Note 2,4 oder besser).

Als „sehr gut“ sind die Brücken in Nähe der Rathausstraße über den Mühlenbach (1,2) sowie die Brücke in Nähe der Goethestraße über den Mittelbach (1,3) eingestuft worden. Die Brücke an der Goethestraße hat 2016 noch mit zu den Brücken gehört, die als „ungenügend“ eingestuft wurden. Durch die Sanierungsmaßnahme 2017 in Höhe von etwa 18.000 Euro zählt die Brücke nun, unter den drei bereits genannten Kriterien, zu den „besten“ Brücken der Stadt.

Häufig „befriedigend“

Mit 33.776 Euro Baukosten soll in diesem Jahr die Brücke an der Goethestraße über den Sudbach saniert werden. Bei den Prüfungen 2013 und 2016 ist die Brücke jeweils mit dem Skalenwert 4,0 „Schlusslicht“ der Gutachten geworden.

Durch die Sanierung des Kreisverkehrs an der Herforder Straße/ Brunnenstraße in Löhne-Ort ist auch die Bachlaufführung des Löhner Schulbaches im Untergrund saniert worden. Bei der Prüfung 2016 ist das Bauwerk mit 4,0 eingestuft worden.

Bei der Bauwerksprüfung 2016 sind noch sechs Bauwerke als „sehr gut“ deklariert worden. Dafür hat es im Bereich der „guten“ und „befriedigenden“ Objekte einen deutlichen Zuwachs gegeben. Sieben Bauwerke befinden sich in einem „guten“ Zustand – 2016 sind es zwei gewesen. Knapp die Hälfte aller Bauwerke, 27 sind es an der Zahl, befinden sich laut den neuen Berichtes in einem „befriedigenden“ Zustand. 2016 sind es 15 Bauwerke gewesen.

Die Prüfung

Die Bauwerksprüfungen werden nach DIN 1076 „Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen – Überwachung und Prüfung“ und der Richtlinie zur einheitlichen Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswertung von Ergebnissen der Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 „Ri-EBW-Prüf“ regelmäßig vorgenommen. In der Hauptprüfung werden alle Bauteile sorgfältig überprüft.

Insgesamt sind 52 Brücken und drei Stützwände sowie zusätzlich das Trogbauwerk an der Löhner Straße geprüft worden. Dabei sind die Bauwerke in sechs Prüfungsnoten eingeteilt worden – 1,0 bis 1,4 (sehr gut), 1,5 bis 1,9 (gut), 2,0 bis 2,4 (befriedigend), 2,5 bis 2,9 (ausreichend), 3,0 bis 3,4 (nicht ausreichend) und 3,5 bis 4,0 (ungenügend). Im Sinne eines zielgerichteten Erhaltungsmanagements sei es laut Ausschussvorlage beabsichtigt, die bestehenden Schäden mittelfristig zu beheben.

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