Friseursalons in Löhne mit umfangreichen Maßnahmen auf Ansturm vorbereitet Ein Neustart für die Schönheit

Löhne-Obernbeck  (WB). Nach sechs Wochen Corona-Zwangspause dürfen Friseure von diesem Montag an wieder öffnen. Das sorgt für Erleichterung: nicht nur bei Inhabern und Mitarbeitern, sondern auch bei Kunden. Doch für den nächsten Friseurbesuch gibt es haarkleine Vorschriften.

Von Gabriela Peschke
Freuen sich, dass an diesem Montag auch in den Friseursalons in Löhne der Betrieb wieder beginnt (von links): Bernd Ritter, Stefan Schwarz und Marko Windmann. Zu den aktuellen Auflagen gehört eine Maskenpflicht, die sowohl für die Dienstleister als auch ihre Kunden gilt.
Freuen sich, dass an diesem Montag auch in den Friseursalons in Löhne der Betrieb wieder beginnt (von links): Bernd Ritter, Stefan Schwarz und Marko Windmann. Zu den aktuellen Auflagen gehört eine Maskenpflicht, die sowohl für die Dienstleister als auch ihre Kunden gilt. Foto: Gabriela Peschke

„Wir bedienen nur auf Termin, so vermeiden wir größeren Andrang“, sagt Bernd Ritter. In seinem Salon an der Steinstraße werden die fünf Mitarbeiter ab sofort versetzt arbeiten, so dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. „Bei vier Räumen auf mehr als 100 Quadratmetern lässt sich das gut organisieren“, versichert der Inhaber. Immerhin: Für die erste Woche ist er im Voraus fast ausgebucht. „Durch die besonderen Umstände kann man nicht so viele Kunden bedienen wie sonst“, fügt er hinzu.

Desinfektion und Maskenwechsel sind Pflicht

Denn nach jeder Bedienung müssen Scheren und Kämme desinfiziert werden, ein mehrfacher Maskenwechsel ist Pflicht. Desinfektion beim Betreten und Verlassen des Ladens, Reinigen der Arbeitsflächen und des EC-Terminals nach jedem Gebrauch. Ein Plakat am Eingang informiert die Kunden über ihre Mitwirkungspflicht. Hygiene ist die Hauptsache, nicht nur in diesen Tagen.

Denn, so berichtet Bernd Ritter am Rande, der Friseurberuf habe eigentlich keinen Mode-, sondern einen Hygieneauftrag, das sei historisch bedingt bei diesem Handwerk. Doch seine Leidenschaft für die Schönheit ist das eigentliche Motiv, mit dem der Inhaber seit nunmehr 30 Jahren Selbstständigkeit seinen Beruf ausfüllt: „Wir schaffen hier immer etwas Kreatives, es geschieht jeden Tag etwas Neues. Wir machen Menschen schön und glücklich“, sagt Ritter und findet, er habe „trotz Corona den geilsten Beruf der Welt“.

Diese Ansicht teilen Stefan Schwarz und Marko Windmann. Auch sie führen gestandene Salons in jahrzehntelanger Familientradition an der Brunnenstraße und in Löhne-Bahnhof. „Gemeinsam repräsentieren wir mehr als 225 Jahre Friseurhandwerk“, wirft Marco Windmann ein. Das schweiße zusammen, auch in Corona-Zeiten.

Kreishandwerkerschaft und Innung kümmern sich

Die ungewisse Zukunft hat der Friseurmeister als sehr belastend erlebt: „Am 20. März war unser letzter Arbeitstag. Wir wussten lange nicht, wie es für Mitarbeitende und für Kunden weitergehen wird“. Doch die Kreishandwerkerschaft und die Innung hätten sich bestens gekümmert, lobt er. Und auch Windmann findet die Hygienevorschriften angemessen: „Haare waschen vor jedem Schnitt – das verstehen manche nicht. Aber letztlich sitzt die Frisur dadurch auch besser“, weiß der Friseurmeister.

Getränke und Zeitschriften dürfen derzeit nicht angeboten werden. Tabu bleiben auch Augenbrauenpflege und Wimpernfärben bei den Damen sowie die Bartpflege bei den Herren. „Richtig“, findet Stefan Schwarz. „Wie soll das auch gehen mit Maskenpflicht?“

Der Inhaber des Salons Schwarz managt seinen zu erwartenden Kundenansturm über eine Rückrufliste. Etwa 400 Kandidaten warten dort auf einen Friseurtermin. Die werden jetzt versetzt eingeladen und „im Schichtbetrieb“ bedient. „Bis Mittwoch vergangener Woche wussten wir ja noch nicht einmal, wann wir wieder öffnen dürfen“, fügt er hinzu.

Vorübergehend montags bis samstags geöffnet

Bei Bernd Ritter wird ab sofort von montags bis samstags gearbeitet. „Nach einigen Wochen werden wir aber zur Vier-Tage-Woche zurückkehren“, stellt der Inhaber des Salons Ritter in Aussicht. Denn ihm ist auch wichtig, dass seine Mitarbeiter mit der neuen Situation gut klarkommen.

„Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Ritter über sein Betriebsklima. Deshalb habe er auch das Kurzarbeitergeld aufgestockt, als Anerkennung für die Leistung seines Teams. Solidarität ist ihm wichtig. Da ärgert ihn durchaus, dass große Konzerne eine „Corona-Welle“ machten, während kleine Handwerksbetriebe vor Ort ihre Existenzsicherung zum Teil selbst in die Hand nähmen.

Sind die Friseure in Löhne haarscharf an der Krise vorbeigekommen? Stefan Schwarz sieht das so: „Wir haben das Glück, dass wir etablierte Salons mit großem Kundenstamm haben. Aber für kleinere Friseurläden oder Barber-Shops, die hohe Mieten begleichen müssen, kann diese Situation schon haarig werden.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7393820?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F