In der Natur sollte derzeit viel Rücksicht auf die „wilde Kinderstube“ genommen werden
Jungtiere brauchen Ruhe

Löhne (WB). Auch in Zeiten von Corona gilt: Bei einem Naturbesuch sollte stets Rücksicht auf die „wilde Kinderstube“ genommen werden. Darauf weist die Kreisjägerschaft Herford hin.

Montag, 06.04.2020, 07:00 Uhr
Junge Frischlinge, Feldhasen und Bodenbrüter brauchen aktuell viel Ruhe. Foto: Rolf Sander

In der aktuellen Situation zieht es die Menschen vermehrt in die Natur. Frische Luft, der beginnende Frühling und ein Ausgleich zur #stayathome-Notwendigkeit sind Grund genug, die Zeit im Wald und in der Flur zu genießen. Doch gerade jetzt ist die heimische Natur besonders sensibel. Viele heimische Wildtiere bringen im Frühjahr ihren Nachwuchs zur Welt.

„Wir verstehen nur zu gut, dass viele Menschen in der Corona-Krise ihre Zeit in der Natur verbringen“, erklärt Florian Dowe aus Löhne, Pressesprecher der Kreisjägerschaft Herford. „Dabei muss sich aber jeder bewusst sein, dass wir Rücksicht nehmen müssen. Die Brut- und Setzzeit ist in vollem Gange.“

Störungen sind gefährlich

Junge Feldhasen, Frischlinge und Bodenbrüter brauchen aktuell viel Ruhe. Die Elterntiere können wegen Stress und Störungen sogar ihren Nachwuchs verlassen oder das Füttern einstellen. „Deswegen appellieren wir an alle Naturbesucher: Verhalten Sie sich bitte achtsam“, sagt Dowe.

Der Löhner Florian Dowe ist Pressesprecher der Kreisjägerschaft Herford.

Der Löhner Florian Dowe ist Pressesprecher der Kreisjägerschaft Herford.

Während der Brut- und Aufzuchtzeit ist es besonders wichtig, dass Vierbeiner beim Spaziergang im Einflussbereich bleiben, oder besser noch an der Leine geführt werden. „Besonders freilaufende Hunde können dem wilden Nachwuchs schaden“, betont Florian Dowe. Eine Anleinpflicht gilt zwar überwiegend in innerörtlichen Bereichen, sollte aber auch darüber hinaus beherzigt werden.

In der meisten Zeit des Tages ist der Nachwuchs allein und durch Tarnung vor Fressfeinden geschützt. Hat er aber den Geruch des Menschen angenommen, wird er oft von den Elterntieren verstoßen. Vermeintlich verwaiste Jungtiere sollten daher unter keinen Umständen angefasst werden.

„Mit Bedacht in der Natur aufhalten ist gar nicht schwer. Wenn Sie auf den Wegen bleiben, fühlen sich die Wildtiere nicht gestört. Sie können aber die Natur genießen und in diesen besonderen Zeiten Ihren Akku auftanken.“, empfiehlt der Pressesprecher. „Wenn wir uns an diese Verhaltensregeln halten, können wir alle viel Tierleid vermeiden.“

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