Angela Larusch vom Naturgartenforum Löhne führt durch ihren Naturgarten Hier blüht das Leben

Löhne/Lübbecke (WB). Die Osterfeuer sind abgesagt. Das Coronavirus zwingt einen Zuhause zu bleiben. Doch der Grünschnitt und Gehölz sind ein willkommener Unterschlupf für Tiere und gleichzeitig Nährboden für Pflanzen. Angela Larusch vom Organisationsteam des abgesagten Naturgartenforums in der Werretalhalle hat Tipps für einen reichen Naturgarten vor der Haustür.

Von Frank Dominik Lemke
Angela Larusch und ihre elfjährige Tochter Tamina bereiten den Garten auf den Frühling vor. Gemeinsam pflanzen sie Schlüsselblumen.
Angela Larusch und ihre elfjährige Tochter Tamina bereiten den Garten auf den Frühling vor. Gemeinsam pflanzen sie Schlüsselblumen. Foto: Frank Dominik Lemke

„Was fürs Osterfeuer gedacht war, kann ein neues zu Hause für Tiere wie den Zaunkönig, Kröten oder Käfer werden“, sagt die Lübbeckerin Angela Larusch und führt durch ihren heimischen Garten. Sie hat ihn als Oase der Ruhe und Erholung für Mensch und Natur gestaltet. In der Mitte erwachen Apfelbäume aus dem Winterschlaf. Gelbes Scharbockskraut für den Wildsalat wächst daneben mit kräftigen grünen Blättern.

4000 Quadratmeter Naturgarten

Violette Lenzrosen lassen ihre Köpfe hängen. Diese früh blühenden Blumen werden bald neuen Pflanzen weichen, die sich ihren Platz an der Sonne erobern. An den Rändern ihres Grundstücks hat sie Äste und Zweige zu kleinen Zäunen aufgeschichtet, in denen jedes Jahr Vögel sitzen, Nisthilfen. Wenn sie im Sommer durch den 4000 Quadratmeter großen Garten geht, hört sie Vögel zwitschern, Bienen summen und Grillen zirpen.

„Moderne Gärten sind meistens tot“, sagt sie. Sie versteht nicht, dass manche Gärtner ihren Boden mit Plastik versiegeln, während die Gesellschaft darüber diskutiert, welche Gefahren das Mikroplastik in den Meeren birgt. Kirschlorbeer sei zwar schön anzusehen, jedoch eine giftige Pflanze, die wie so viele Baumarktgewächse den Insekten nichts zu bieten habe.

Wer sich hingegen für das Leben entscheide, könne selbst viel ernten: Obst und Kräuter aus dem Naturgarten. Wer sich die Arbeit mache ein Gemüsebeet anzulegen, könne auf kleiner Fläche viel ernten. „Die Pflege von Gemüse fällt meistens jedoch in die Urlaubszeit im Sommer“, sagt Angela Larusch.

„Das ist der perfekte Ausgleich zum hektischen Alltag“

Deswegen hat sie sich für Salate und Kräuter entschieden. Die brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit. Außerdem sei ein Naturgarten ein herrlicher Spielplatz für Kinder. 2018 hat sie mit dem Naturgärtnern angefangen, als sie mit den Kindern der Grundschule Blasheim ein Naturgartenprojekt organisierte. Als Mitglied des Naturgartenforums Löhne war sie bei der Planung des diesjährigen Forums dabei. Das fällt wegen dem Coronavirus aus.

„Leider, jeder bewusste Umgang mit der Vielfalt des Lebens ist ein Gewinn für Mensch und Natur“, sagt die dreifache Mutter. Als Apothekerin wird sie dieses Jahr nur wenig Zeit für Neues in ihrem Garten haben. Doch gerade deswegen freut sie sich auf jede Minute im Garten: „Das ist der perfekte Ausgleich zum hektischen Alltag“, sagt Angela Larusch.

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