Corona-Krise: kaum noch Essen im Kinderheim in Tansania – Löhnerin hilft
Ziel ist mehr als eine Mahlzeit am Tag

Löhne (WB). Während in Deutschland während der Corona-Krise die Supermarktregale gut gefüllt sind, steigen in Tansania die Lebensmittelpreise an. Die Löhnerin Jessica Meisner sammelt eigentlich für ein neues Kinderheim in der afrikanischen Stadt Moshi . Jetzt stehen die 50 Heimkinder vor einem ganz anderem Problem: Hunger.

Mittwoch, 01.04.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 10:22 Uhr
Jessica Meisner (mitte) sammelt spenden für Waisenkinder in Afrika. Foto: Privat

Seit die 23-jährige Lehramtsstudentin von ihrem einmonatigen Besuch in Moshi zurückgekehrt ist, dreht sich ihr Leben fast nur um das Kinderheim. In den vergangenen Monaten hat sie 17.000 Euro gesammelt. Gerade ist die Vereinsgründung durch, ab spätestens nächster Woche kann sie Spendenquittungen ausstellen. „Schenk Kindern eine Zukunft e.V.“ wartet lediglich auf eine Eintragung im Amtsregister.

Zwei Mal am Tag Ugali

Das Grundstück für das neue Kinderheim ist ebenfalls schon gekauft worden – die Spendenkampagne trägt erste Früchte. Doch die Ausbreitung des Coronavirus’ macht auch vor der Großstadt Moshi am Fuße des Kilimandscharo nicht Halt. Schon beim sechsten bestätigten Fall hat Tansania alle Schulen und Universitäten geschlossen. „Supermärkte gibt es sowieso nicht, eingekauft wird auf dem Wochenmarkt“, erklärt Jessica Meisner. „Leider steigen die Preise momentan enorm. Es war für das Heim schon vorher schwer, jeden Monat die umgerechnet 350 Euro für Lebensmittel zusammenzubekommen.“

Allerdings sind im Heim momentan nicht nur 25 Kinder zuhause, sondern auch all jene Waisen, die sonst in der weiterführenden Schule oder der Universität schlafen und essen. Seit zwei Wochen sind darum 50 hungrige Münder im Kinderheim untergebracht. Im Idealfall gibt es zwei Mal am Tag Ugali – einen Brei aus Maismehl. Genügend Schlafplätze gibt es auch nicht – die Mitarbeiter des Heims nehmen abends so viele Kinder wie möglich mit zu sich nach Hause.

Geld am selben Tag in Afrika

„Mehr Platz wäre natürlich schön, aber das Essen hat gerade absolute Priorität. Je eher wir einen Vorrat anlegen können, desto niedriger sind die Lebensmittelpreise in Moshi“, sagt Jessica Meisner. Am vergangenen Donnerstag startete sie einen Spendenaufruf auf Instagram.

„Am Sonntag war der Vorrat dann leer. Einige Spenden sind schon eingegangen, auch kleine Summen helfen“, sagt sie. Dank einem deutschem Konto von Miriam Gebert-Tandiko, der ehemaligen Gastmutter von Jessica Meisner, kann das Geld noch am selben Tag in Tansania ankommen, bald möchte der Verein auf eine internationale Bank wechseln. „Wir freuen uns über jeden Betrag. Wenn der Vorrat angelegt werden kann, und tatsächlich Geld übrig bleibt, fließt das in den Bau des Heims“, sagt Jessica Meisner. „Zunächst wäre aber unser Ziel, das jedes Kind Essen bekommt.“

Derzeit (Stand: 30. März) gibt es in Tansania 14 bestätigte Fälle von Covid-19. Die meisten Menschen wohnen in viel größeren Gruppen zusammen als in Deutschland, die medizinische Versorgung ist zudem wesentlich schlechter. Darum wurden in Tansania schon früh sämtliche Einrichtungen geschlossen. Allerdings droht durch die verschlechterte Wirtschaft im Land eine Hungersnot, bei der Vorräte für mehrere Monate essenziell sind.

„Wir werden natürlich Bilder von unseren Käufen auf Instagram veröffentlichen“, sagt Jessica Meisner. Dafür ist der Verein auf Instagram unter @spendenaktion_tanzania zu finden. Unter Telefon 0152/55261843 oder per E-Mail an jessica.meisnerff@gmx.de gibt es zudem weitere Auskünfte.

https://www.gofundme.com/f/Kinderheim-Tansania

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