Coronavirus bringt die Obernbecker Kantorin Elvira Haake und ihre Familie an Grenzen „Das war eine harte Zeit“

Löhne (WB). Die Stimme am Telefon klingt noch deutlich mitgenommen. Elvira Haake (56), Kantorin in der evangelischen Kirchengemeinde Obernbeck, spricht über die vergangenen Tage, als sie krank im Bett lag: „Das war eine harte Zeit.“

Von Dominik Rose
Elvira Haake ist Kantorin in der evangelischen Kirchengemeinde Obernbeck. Das Foto entstand Anfang Februar zur Ankündigung der zweiten Auflage von „After Work Singing“.
Elvira Haake ist Kantorin in der evangelischen Kirchengemeinde Obernbeck. Das Foto entstand Anfang Februar zur Ankündigung der zweiten Auflage von „After Work Singing“. Foto: Dominik Rose

Ihr Mann Hildebrand Haake (60), Leiter der Westfälischen Kantorei Herford, war ebenso wie ihr Sohn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Elvira Haake hat sich dann in der häuslichen Quarantäne angesteckt.

„Ich hinke meinem Mann zwei Tage hinterher“, berichtet die Bad Oeynhausenerin. Langsam kehre ihr Geschmacks- und Geruchssinn zurück. „Es geht bergauf, ich sehe wieder Lichtblicke“, gibt Elvira Haake offen zu, dass die vergangenen zwei Wochen ziemlich düster gewesen sind. Manchmal sei die Atemnot so groß gewesen, dass sie kurz vor der Alarmierung des Notarztes gestanden hätten.

19 Infizierte in Löhne

Im Kreis Herford gibt es derzeit 99 bestätigte Corona-Fälle . Zwei Personen gelten inzwischen wieder als gesund, sodass die Zahl der aktuellen Infektionen bei 97 liegt – davon 19 in Löhne. Drei infizierte Personen sind zur stationären Behandlung im Klinikum.

Elvira Haake, die sonst immer gern morgens eine Runde durch den Sielpark joggt, war durch die Krankheit in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. „Das war anders als bei einer heftigen Grippe. Man darf das wirklich nicht unterschätzen“, berichtet die Kantorin.

Sie und ihr Mann hätten beispielsweise das Frühstück vorbereitet, aber überhaupt keinen Appetit gehabt. „Und dann geht natürlich auch der Kreislauf in den Keller.“ Mittel gegen das Fieber habe sie nicht genommen. „Der Arzt hat uns mitgeteilt, dass es wichtig sei, das Fieber engmaschig zu kontrollieren.“ Ein Schleimlöser habe bei dem trockenen Husten nicht geholfen, ein Hustenblocker genauso wenig.

Fröhlichkeit kehrt zurück

„Und wir waren noch in einer Luxussituation, weil der Hausarzt uns sogar seine Handynummer gegeben hatte und sich super um uns gekümmert hat. Das ist angesichts der aktuellen Fallzahlen gar nicht mehr möglich“, stellt Elvira Haake fest. Sie selbst freut sich schon sehr darauf, demnächst wieder vor die Tür gehen zu dürfen. „Wir werden langsam wieder fröhlicher“, sagen Hildebrand und Elvira Haake.

Gefreut haben sie sich auch über nette Nachrichten per Telefon und Mail. „Bei uns sind sogar Blumen vor die Haustür gelegt worden. Und einmal stand dort auch ein Kuchen“, berichtet die Obernbecker Kantorin. Wann sie wieder arbeiten kann, vermag sie noch nicht zu sagen. „So wie ich mich jetzt fühle, wird es sicherlich noch einige Tage dauern“, sagt Elvira Haake.

Für den Chor abstimmen

Sie bittet aber weiterhin um Unterstützung für das Beethoven-Projekt der Obernbecker Kinder- und Jugendchöre. Diese haben sich beim PSD-Musik-Preis 2020 beworben; denn ein Gewinn würde die Finanzierung der Aufführung sichern. Bei der Preisvergabe zählt die Publikumswahl.

Deshalb bittet Kantorin Elvira Haake alle Löhner, bis zum 30. März jeden Tag hier für das Projekt abzustimmen – dann den „Chor der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Obernbeck“ anklicken und abstimmen.

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