Schüler rufen Hausaufgaben digital ab – Gemeinde Obernbeck stellt Angebote vor Neue Wege

Löhne (WB). Auch in Löhne sind seit Mittwoch alle Schulen geschlossen. Die Schulleitungen schildern dieser Zeitung, wie die Schüler in der unterrichtsfreien Zeit an ihre Hausaufgaben kommen und wie und wo die Lehrkräfte arbeiten.

Von Dominik Rose
Jugendreferentin Anja Heine und Pfarrer Rolf Bürgers geben einen kleinen Vorgeschmack auf die Bastelideen, die in der Whatsapp-Gruppe (am Mittwoch schon 80 Teilnehmer!) veröffentlicht werden. Die Telefonnummer der Gruppe ist 0172/2438364.
Jugendreferentin Anja Heine und Pfarrer Rolf Bürgers geben einen kleinen Vorgeschmack auf die Bastelideen, die in der Whatsapp-Gruppe (am Mittwoch schon 80 Teilnehmer!) veröffentlicht werden. Die Telefonnummer der Gruppe ist 0172/2438364. Foto: Lydia Böhne

Zudem macht die evangelische Kirchengemeinde Obernbeck in der Corona-Krise neue Angebote, die alle Altersgruppen ansprechen sollen.

Grundschulen

Löhne-Ort: Dort werden nach Auskunft von Friederike Kollmeyer bis zu den Osterferien keine Hausaufgaben im klassischen Sinn verteilt. Die Schüler bekommen auch individualisierte Pläne, „die ihren Fähigkeiten angepasst sind“, sagt die Schulleiterin.

Seit Mittwoch arbeitet ein großer Teil des Kollegiums im Home Office. Der andere Teil ist vor Ort und sichert die Betreuung der Kinder, deren Eltern aufgrund ihrer beruflichen Position Anspruch darauf haben. Die Schulleiterin selbst ist bis zu den Osterferien täglich von 8 bis 11 Uhr in der Schule erreichbar.

Mennighüffen-Ost: Nach Auskunft von Schulleiterin Sandra Grube wurden die Eltern per Mail und über die Homepage informiert. Alle Arbeitspakete wurden von den Schülern abgeholt.

Zudem wurde ein Plan erstellt, welche Lehrkräfte für die Notbetreuung zuständig sind. Die anderen arbeiten von zu Hause. „Die Schulleitung ist für zwei Stunden zur Erreichbarkeit in der Schule“, teilt Sandra Grube mit.

Verbund Mennighüffen-Halstern: An den Standorten wurden Lernpakete für die Kinder verteilt. Die Lehrer und die Schulleitung stehen für Rückfragen zur Verfügung. „Die Notbetreuung wird durch die Lehrerinnen und die OGS-Kräfte gewährleistet“, sagt Schulleiterin Gudrun Bergunde.

Obernbeck: „Wir haben am Freitag allen Schülern ein Materialpaket und die Schulbücher mit nach Hause gegeben. Die Aufgaben haben die Kolleginnen am Montag durch telefonischen Kontakt und die Elternvorsitzende weitergegeben“, berichtet Schulleiterin Katharina Stürmer-Strassner.

Zusätzlich stehen die Aufgaben auf der Homepage. „Unterstützt hat uns jeweils die Vorsitzende jeder Klasse. Dafür ein großes Dankeschön“, sagt die Schulleiterin. Eine Notbetreuung ist vorhanden. Die Schulleitung und immer zwei Lehrkräfte sind vormittags in der Schule. Dann übernimmt das Team der OGS und ÜMB die Kinder. Die anderen Kräfte arbeiten von zu Hause aus.

Melbergen-Wittel: Am Montag wurden Lernpakete erstellt. „Diese sind am Dienstag von den Eltern vor dem überdachten Schuleingang abgeholt worden. Pakete, die nicht abgeholt werden, werden durch Klassenpflegschaften und Lehrerinnen auf die Briefkästen verteilt.

Darüber hinaus gibt es auf der Homepage Verweise auf Lernapps“, sagt Rektorin Stephanie Held. Es gibt eine Notbetreuung. Die Kinder werden von 8 bis 11.30 Uhr von zwei Lehrerinnen betreut, danach übernehmen die Erzieherinnen in der OGS. Jede Kollegin ist an mehreren Tagen im Betreuungseinsatz und hat Aufgaben fürs Home Office. „Das Büro ist weiter besetzt, die Schule ist telefonisch erreichbar. E-Mails werden bearbeitet und beantwortet“, berichtet Stephanie Held.

Löhne-Bahnhof: Die Eltern wurden über die Klassenpflegschaftsvorsitzenden und die Homepage informiert. Für das häusliche Arbeiten wurden für die Kinder Arbeitspläne und Materialien erstellt, die bis Dienstagnachmittag in der Schule abgeholt werden konnten.

Ein Plan regelt, wer die Notbetreuung übernimmt. Die anderen Lehrkräfte arbeiten zu Hause. „Die Schulleitung ist täglich von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr in der Schule anwesend“, sagt Schulleiterin Ulrike Lohöfener.

Gohfeld: Alle Eltern wurden darüber informiert, dass sie bis Dienstagnachmittag die Lernpakete für ihre Kinder in der Schule abholen sollten. „Weiterhin haben wir den Lernplan für jeden Jahrgang auch auf unsere Homepage gestellt“, berichtet Schulleiterin Christiane Röder.

Die Notbetreuung ist sichergestellt. Ab 11.30 Uhr übernimmt die OGS. Es sind immer zwei bis drei Lehrkräfte in der Schule. Die anderen arbeiten im Home Office. Lehrkräfte, die älter als 60 sind oder Vorerkrankungen haben sowie Kinder unter sechs Jahren, arbeiten nur von zuhause aus. Die Schulleitung ist zwei Stunden am Tag in der Schule erreichbar. Die Homepage wird nach Bedarf aktualisiert.

Weiterführende Schulen

Städtische Realschule: Die Hausaufgaben werden komplett über die Downloadfunktion der Schulhomepage abgerufen. Seit Mittwoch arbeiten die Lehrkräfte am häuslichen Schreibtisch. „Die Schulleitung ist in der Schule zu erreichen“, teilt Rektorin Kornelia Wilken-Klocke mit.

Goethe-Realschule: Das Kollegium arbeitet sowohl in der Schule als auch daheim. Die Aufgaben sowie die wichtigsten Informationen stehen auf der Homepage.

Bertolt-Brecht-Gesamtschule: Die Aufgaben und das dazu gehörige Material werden über das Schulnetzwerk abgerufen. „Wir sind dank unserer Ausstattung im digitalen Bereich schon seit mehr als einem Schuljahr in der Lage, auf diesem Wege Arbeitsmaterial austauschen zu können“, berichtet Schulleiterin Daniela Gehring, „in

Schüler der Bertolt-Brecht-Gesamtschule können ihre Hausaufgaben über das Schulnetzwerk abrufen. Foto: Dominik Rose

dem Schulnetzwerk gibt es zudem eine Plattform zur Austauschmöglichkeit innerhalb der Lehrerschaft.“

Um Fragen zu klären, können Schüler direkt eine Mail an den betreffenden Kollegen schreiben, da alle (Schülerschaft und Kollegium) eine individualisierte Schuladresse besitzen. Seit Mittwoch sind maximal drei Lehrkräfte zur Betreuung und ein Schulleitungsmitglied vor Ort. Dieses Prinzip läuft rollierend. Alle anderen Lehrer arbeiten zu Hause.

Städtisches Gymnasium: Das Kollegium hat die Aufgaben für die erste Woche per Mail an die Eltern geschickt. Weitere Arbeitspläne werden am 20. und am 27. März versendet. Die Oberstufenschüler erhalten ihre Aufgaben über das In­tranet.

„Materialien wie Bücher und Arbeitshefte können weiterhin aus den Klassenräumen geholt werden. Die Räume können dafür montags bis freitags zwischen 8 und 13 Uhr aufgeschlossen werden“, teilt Schulleiterin Anja Backheuer mit.

Kindertagesstätten

Nach der am Dienstag veröffentlichten Übersicht über die Betreuung in den Löhner Kindertagesstätten hat nun auch der Kirchenkreis Herford Zahlen genannt. Demnach waren in den acht evangelischen Kitas dieses Kirchenkreises in Löhne am Dienstag neun Kinder in der Notfallbetreuung, am Mittwoch waren es sieben. Mitarbeiter, die nicht zur Betreuung benötigt werden, erhalten andere Aufgaben und werden nach Hause geschickt.

Kirchengemeinde Obernbeck

Das gesamte gemeindliche Leben in Gruppen und Kreisen ruht. Gottesdienste entfallen zunächst bis zum 19. April. „Dennoch sollen die Kirchen Orte der Besinnung und der Andacht bleiben“, sagt Pfarrer Rolf Bürgers. Das Presbyterium Obernbeck hat beschlossen, die Christuskirche von 8 bis 18 Uhr zu öffnen, um Menschen und ihren Sorgen und Ängsten Raum zu geben und einen Ort der Besinnung anzubieten.

Das Glockenläuten um 8, 12 und 18 Uhr ruft zu einer Unterbrechung des Tagesablaufes für ein kurzes Gebet auf. „Auch wenn es vor Ort keine Andachten mehr gibt, Kirche findet man auch auf anderen Kanälen“, erklärt Rolf Bürgers und weist auf TV- und Radiogottesdienste hin.

Unter dem Motto „Vieles fällt aus – Nächstenliebe bleibt“ entwickelt die Kirchengemeinde ein Serviceangebot für Menschen mit besonderem Infektionsrisiko, etwa um Einkäufe für sie zu erledigen. Menschen, die Bedarf haben oder helfen möchten, können sich im Gemeindebüro (Telefon o5732/ 2204) oder bei den Pfarrern telefonisch oder per Mail melden.

Da Kitas und Schulen geschlossen sind, müssen Eltern ihre Kinder daheim betreuen. Jugendreferentin Anja Heine stellt Aktionen für die Kinder auf der Homepage (www.kirchengemeinde-obernbeck.de) bereit. Dort gibt es Bastelideen, Geschichten, eine Anleitung zur Herstellung eines Ostergartens und Kinderkochrezepte.

Als gemeinsame Aktion können alle Bilder zu einem Thema malen, diese fotografieren und hochladen. Es gibt auch Rätsel und Dinge zum Nachdenken über Gott und die Welt. „Mit diesen Angeboten möchte die Kirchengemeinde das Gemeinschaftsgefühl stärken und hofft, dass alle gut und gesund durch diese herausfordernde Zeit kommen“, sagt der Pfarrer.

Kulturbüro: Absagen und neue Termine

Wegen der Corona-Krise dürfen Kulturveranstaltungen bis zum 30. April nicht durchgeführt werden. Das Kulturbüro Löhne kann nicht für alle betroffenen Veranstaltungen in der Werretalhalle Ersatztermine anbieten.

Die beiden „sonderBar“-Abende mit Hennes Bender, ursprünglich geplant für den 26. und 27. März, werden verschoben auf einen Abend, nämlich den 25. September 2020 – ausnahmsweise in Reihenbestuhlung mit freier Platzwahl. Die Eintrittskarten für beide Abende behalten ihre Gültigkeit für den neuen Termin.

Der Poetry Slam Löhne am 2. April fällt ersatzlos aus.

Das gilt ebenfalls für die „hörBar“ mit „Achtung Baby“ am 4. April.

Die „sonderBar“-Abende mit Matthias Brodowy, ursprünglich geplant für den 23. und 24. April, werden verschoben auf den 22. und 23. Oktober 2020. Die Eintrittskarten für die beiden Veranstaltungstage behalten ihre Gültigkeit für den jeweils neuen Veranstaltungstag – Donnerstag für Donnerstag, Freitag für Freitag.

Für alle Veranstaltungen gilt auch, dass Karten an den Vorverkaufsstellen, an denen sie erworben wurden, zurückgegeben werden können.

Das Kulturbüro in der Werretalhalle ist derzeit geschlossen, aber telefonisch unter 05732/100553 und per Mail an kulturbuero@loehne.de zu erreichen.

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