Gericht verurteilt Mann zu eineinhalb Jahren Haft
29-Jähriger schießt auf Ex-Freundin

Löhne (WB/wa). Ein Jahr und sechs Monate Haft ohne Bewährung – so lautete nun das Urteil von Amtsrichter Dr. David Cornelius gegen einen 29 Jahre alten, mehrfach vorbestraften Mann aus Löhne wegen gefährlicher Körperverletzung. Als „sinnlose Gewalt“ wertete der Richter dabei die Tat des Angeklagten. Mit seinem Urteil ging er weit über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus.

Mittwoch, 04.03.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 11:24 Uhr
Im Amtsgericht in Bad Oeynhausen ist der 29-jährige Löhner nun verurteilt worden. Foto: Gruhn/Archiv

Laut Erhebung des Gerichts war der Beschuldigte mit seiner früheren Freundin auf einem Parkplatz in Löhne im Juni 2018 in eine Auseinandersetzung geraten. Zuvor hatte er mit einem Freund die 24-Jährige, ihre Freundin und einen weiteren 21-jährigen Bekannten von einer Feier in Bünde abgeholt. Nachdem der Fahrer die vier Personen auf einem Parkplatz eines Supermarktes an der Werster Straße in Löhne abgesetzt hatte, kam es zum Streit.

„Er hat mich aufgefordert, bei ihm zuhause zu übernachten“, schilderte die Ex-Freundin die Ereignisse. Das habe sie abgelehnt und in der Zwischenzeit habe ihre Freundin ein Taxi gerufen, da beide noch bis nach Bad Oeynhausen mussten.

Ohne Vorwarnung

Der Angeklagte habe ihr und ihrer Freundin zunächst körperliche Gewalt angedroht. Dann habe er mit einer Waffe vor ihr herumgefuchtelt. Sie habe nicht erkennen können, dass es sich um eine Schreckschusspistole gehandelt habe, erklärte die Geschädigte. Ohne Vorwarnung, berichtete sie, „hat er mir dann in den linken Oberschenkel geschossen.“

Das Bein sei angeschwollen „und ich hatte Schmerzen.“ Auch sei etwas Blut durch die Hose gesickert. Bis heute sei eine Narbe zu erkennen. Der Angeklagte sei nach dem Vorfall noch mit ins Taxi eingestiegen, ergänzte die 24-Jährige. Nach kurzer Fahrt sei er auf ihre Bitte hin vom Fahrer aufgefordert worden, das Fahrzeug zu verlassen. Erst dann habe er sich entfernt.

Seine Ex habe mit seiner Waffe selbst geschossen, behauptete der Angeklagte. Die Pistole versuchte er dem Richter als Softair-Spielzeug zu verkaufen. „Damit haben wir als Kinder im Wald Krieg gespielt und aufeinander geschossen“, beteuerte er.

Mutter sagt als Zeugin aus

„Er hat geschossen“, sagte hingegen der 21-jährige Bekannte, der ebenfalls mit den Frauen in Löhne aus dem Taxi gestiegen war. Auf einem benachbarten Spielplatz neben dem Supermarkt habe er mit einer Freundin etwas abseits von den beiden gestanden „und einen lauten Knall einer Gaspistole gehört.“

Ihre Tochter habe viel Angst vor dem 29-Jährigen gehabt, sagte die 52-jährige Mutter vor Gericht aus. „Da ist bereits im Vorfeld viel passiert, was erst später herauskam.“ Weil ihre Tochter nach dem Vorfall gehinkt habe, habe sie sie zur Rede gestellt, sagte die Zeugin weiter. Ein „kreisrundes Loch“ sei im Oberschenkel zu erkennen gewesen, sagte die 52-Jährige. Daraufhin habe sie die Polizei verständigt.

Die Schilderungen des Angeklagten seien als „Schutzbehauptung“ vollständig widerlegt, betonte Dr. David Cornelius. „Völlig lebensfremd“ sei es, eine Waffe gegen sich zu richten. „Ich sehe zu Ihren Gunsten überhaupt nichts“, sagte der Richter und widersprach zugleich dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft auf eine Haftstrafe zur Bewährung. Dafür, betonte er, sehe „ich keinen Anlass.“ Ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe muss der 29-Jährige nun nach dem Urteil des Richters verbüßen. Es ist noch nicht rechtskräftig.

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