Erik Wikki liest aus seinem Buch „Hügel – Die Falle“ – 60 Besucher hören zu
Der Krimi beim Bestatter

Löhne (WB). Ein heller Raum, mit pechschwarzem Tisch und Sarg bestückt. Goldfarbene Leuchter sorgen für ein schummriges Licht von der Decke. Passender konnte der Ort für die erste Lesung von Erik Wikki in Löhne nicht sein. Im Bestattungshaus Möller stellte der Autor seinen Krimiroman „Hügel – Die Falle“ vor – 60 Zuhörer waren begeistert.

Dienstag, 03.03.2020, 07:27 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 07:30 Uhr
Es ist sein erster Besuch in Löhne gewesen, aber nicht der erste in einem Bestattungshaus: Erik Wikki liest aus seinem Krimi „Hügel – Die Falle“. Foto: Kristin Wennemacher

Mit seiner gelassenen und äußerst humorvollen Art sorgte der gebürtige Recklinghausener trotz düsterem Bestatter-Krimi für gute Unterhaltung. Wer einen Roman mit viel Grusel erwartete, wurde durch viele lustigen Passagen, die dennoch für Spannung und Neugier sorgten, überrascht.

Drei Hauptfiguren – Drei Bestatter

Hauptfiguren des Romans sind drei Bestatter. Kirsten, die mit ihrem „Stroh auf dem Kopf“ vergeblich um einen Job beim Bestattungshaus Paulsen bettelt, Irma, eine Trauernde, die unter Mordverdacht steht und Klemens, der Bruder von Irma, der „Bestatter von Kindesbeinen an“ ist.

Die kämpferische Kirsten schafft es, mit ihrer direkten und tollpatschigen Art einen Job bei Klemens zu bekommen. Während einer Autofahrt erzählt sie ihrem neuen Chef unerwartet: „Ich glaube, Irma hat ihren Mann Gustav getötet“. Klemens erschrickt und fährt mit seinem Bestattungswagen auf ein entlegenes Feld. Um diese Situation zu untermalen, hielt Erik Wikki ein Bild hoch: Es zeigt einen Bestattungswagen auf einem Feld, sonst weit und breit nichts zu sehen. Das Publikum lachte.

Erik Wikki liest authentisch

Ist denn Irma wirklich eine kaltblütige Mörderin, die ihren Mann möglicherweise aus Habgier ermordete? Stimmen die schlimmen Gerüchte über den getöteten Gustav? Diesen Fragen gehen Kirsten und Klemens in sechs Geschichten nach.

Durch seine Art und Weise erweckte Erik Wikki die Hauptfiguren bei der Lesung immer wieder zum Leben. So mimte er beispielsweise die ahnungslosen Blicke der Kirsten, trug die gespielte Trauer der Irma vor und spielte den ruhigen Klemens.

„Ich schreibe seit ich denken kann“, sagte Erik Wikki. Von Saarbrücken bis Rostock habe er keine Stadt während seiner Tournee ausgelassen, meinte der Krimiautor mit einem Augenzwinkern. Dabei besuchte er nun zum ersten Mal Löhne, war aber schon häufiger in der Region zu Gast.

Bestatter nicht nur Ort der Trauer

Für das Bestattungshaus Möller war es die erste Veranstaltung dieser Art. Vor einem Jahr habe sich der Manager von Erik Wikki mit der Idee für diese Veranstaltung gemeldet. Tobias und Elke Möller waren sofort einverstanden: „Bestattungshäuser eignen sich gut dafür“, meinte Elke Möller.

Es habe so viele Interessierte gegeben, dass manchen abgesagt werden musste. Tobias Möller befürwortet Lesungen in seinen Räumen: „Es ist mal keine Trauersituation. Wir möchten damit die Scheu vor Bestattungshäusern nehmen.“

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