Kirchengemeinde Löhne-Ort muss mehr als 300.000 Euro in ein neues Dach investieren
Das wird teuer

Löhne-Ort (WB). 1843 haben die Löhner die Einweihung des Vorgängers der Martin-Luther-Kirche gefeiert, ein Achteck mit Dachreiter und ohne Kirchenturm. 56 Jahre später ist dann die Einweihung der grundrenovierten und erweiterten Kirche gefeiert worden, so wie sie heute dort im Wesentlichen steht. Das Kirchendach ist Anfang der 70er-Jahre letztmalig renoviert worden – und nun fällig. 300.000 Euro kostet das die Kirchengemeinde.

Montag, 24.02.2020, 06:30 Uhr
Pfarrer Thomas Struckmeier zeigt, was da vom Dach geflogen kommen kann. Bisher ist es aber die Ausnahme, dass eine ganze Schieferplatte sich vom Dach der Kirche löst. Von Sommer an soll das Dach der Martin-Luther-Kirche saniert werden. Foto: Louis Ruthe

„Seit Herbst 2019 bereitet uns das Schieferdach Probleme“, sagt Pfarrer Thomas Struckmeier. Einem Mitarbeiter sei eine Schieferplatte auf dem Boden neben der Kirche aufgefallen. „Für uns war klar: Der Durchgang zur Volksbank muss gesperrt werden“, sagt Thomas Struckmeier. In den letzten Jahren habe die Gemeinde immer mal wieder über eine Renovierung des Daches nachgedacht.

„Es sind aber nie derartige Mängel festgestellt worden, so dass die Aufnahme der Arbeiten noch etwas dauern konnte“, sagt Thomas Struckmeier. Im vergangenen Spätherbst gab es dann den Vorfall mit der Schieferplatte am Boden.

Solidarischer Topf

„Wir haben sofort einen Experten hinzugezogen“, sagt der Pfarrer. Und die Diagnose sei eindeutig. „Das komplette Dach des Kirchenschiffes sowie des Dachreiters muss renoviert werden“, berichtet Thomas Struckmeier. Doch die Arbeiten am Dach sind beim Kirchenkreis Herford erst einmal hinten angestellt worden.

„Im Kreis Herford sind 2019 zahlreiche Kitas neugebaut oder mit Anbauten erweitert worden, bei denen die Kirchengemeinden des Kirchenkreises Träger sind“, sagt Struckmeier. Auch das Personal der Bauabteilung sei begrenzt. So hat die Kirchengemeinde Löhne-Ort beschlossen, ihr Bauanliegen in den Sommer zu verschieben.

Von innen sieht alles in Ordnung aus. Pfarrer Thomas Struckmeier macht sich ein Bild von der Situation.

Von innen sieht alles in Ordnung aus. Pfarrer Thomas Struckmeier macht sich ein Bild von der Situation. Foto: Louis Ruthe

120.000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. „Seit Ende des Jahres sind etwa 20.000 Euro durch Klingelbeuteleinnahmen und private Großspenden zusammengekommen“, sagt Thomas Struckmeier. Die Kirche bedeute den Menschen vor Ort etwas, so dass immer wieder einzelne Personen etwas für die Arbeiten spenden würden.

„Die restlichen 180.000 Euro beziehen wir aus einem solidarischen Topf des Kirchenkreises“, sagt Thomas Struckmeier. Dieses System sei in der Westfälischen Kirche einmalig. „Jede Kirchengemeinde gibt etwas von der Kirchensteuer an den solidarischen Topf des Kirchenkreises ab“, berichtet er.

Gerüstbau wird teuer

Ob die 300.000 Euro wirklich die Obergrenze der Kostensumme ist, bleibt abzuwarten. „Wir können im Vorfeld schlecht unter jede einzelne Schieferplatte gucken“, sagte Thomas Struckmeier. Das Teure an den Arbeiten ist nach Angaben des Pfarrers das Gerüst. „Durch den Dachreiter müssen spezielle Vorkehrungen getroffen werden“, berichtet er.

Bis zum Beginn der Arbeiten im Sommer schützt eine Überdachung die Fußgänger vor herunterfallenden Teilen. „Bisher bröckelt es eher. Ganze Schieferplatten sind eher selten herabgestürzt“, sagt Thomas Struckmeier.

Keine weiteren Sanierungen

Mit der Sanierung des Daches sollen dann aber vorerst alle größeren Arbeiten an der Kirche abgeschlossen sein. „Natürlich braucht die Kirche innen mal wieder etwas Farbe oder eine neue Beleuchtung, aber es drängen sich keine notwendigen Arbeiten auf“, sagt Thomas Struckmeier. So könne die Kirchengemeinde in den kommenden Jahre wieder etwas ansparen, falls die nächste große Sanierung ins Haus stünde.

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