In der Gohfelder Gemeinde wirbt Pfarrer Eckhard Teismann um engagierte Mitstreiter Wer möchte Presbyter werden?

Löhne-Gohfeld (WB). Die Gemeinde Gohfeld sucht noch Mitglieder für das Presbyterium. Ab März wird es offiziell in neuer Zusammensetzung tätig sein. Derzeit gibt es noch mehr Plätze als Bewerber, wie Pfarrer Eckhard Teismann erläutert.

Von Gabriela Peschke

Das Presbyterium ist das „organisatorische Rückgrat“ einer Gemeinde. Der Begriff, der sich aus der griechischen Sprache herleitet, bedeutet so viel wie „Ältestenrat“. In manchen Landeskirchen heißt das Gremium auch „Kirchenvorstand“.

Im März entscheiden die Gemeinden der evangelischen Kirche von Westfalen neu über ihre Organisationsteams. „Früher wurden die Mitglieder hier in Gohfeld für acht Jahre gewählt, inzwischen ist die Amtsperiode aber nur noch vier Jahre lang“, erläutert Pfarrer Eckhard Teismann, neben Harald Ludewig und Uwe Stintmann einer der drei Geistlichen der Großgemeinde Gohfeld.

„Wir haben ein entsprechend großes Presbyterium“, führt Teismann aus. Bisher haben 18 Mitglieder die Gemeindegeschicke ehrenamtlich begleitet. Für die nächste Amtsperiode werde man sich aber verkleinern, so Teismann. Dann sollen es nur noch 14 Mitglieder sein.

„Hier kann sich jeder Interessierte mit seinen Ideen und Fähigkeiten einbringen“

„Wir sind jetzt schon im Verfahren, die Kandidaten haben sich bereits gemeldet“, so der Pfarrer, der 2020 seit 30 Jahren in der Kirchengemeinde Gohfeld tätig ist. Tatsächlich seien fünf ehemalige Mitglieder ausgeschieden und drei neue hätten sich zur Verfügung gestellt. Damit sei eine Wahl im eigentlichen Sinne gar nicht mehr erforderlich, so der Gemeindepfarrer.

Rein rechnerisch blieben noch zwei „Vakanzen“, die gern unterjährig noch besetzt werden könnten, so Teismann. Dies nennt man dann offiziell eine „Nachberufung“ der Kandidaten. Jedoch sei auch ohne Nachberufung das Presbyterium voll handlungsfähig, wie der Pfarrer unterstreicht.

Die Tätigkeiten des Presbyters sind ganz unterschiedlicher Natur. „Hier kann sich jeder Interessierte mit seinen Ideen und Fähigkeiten einbringen“, wirbt Teismann.

Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen gehören unter anderem Mitwirkung bei der Wahl des Pfarrers, Einflussnahme auf die Finanzen und Entscheidungen bezüglich des Kirchengebäudes. Die Zuständigkeit für die insgesamt drei Gohfelder Friedhöfe sowie für die Kindergärten fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich. Weiterhin bringen sich Presbyter in die Gestaltung der Gottesdienste ein, zum Beispiel im Hinblick auf neue zielgruppenspezifische Formate. Auch Kirchenkultur und Kirchenmusik sowie soziale Aufgaben gehören dazu.

„Eine schöne Initiative, die die Kirche wieder ‚ins Dorf geholt hat‘“

So sei seinerzeit laut Teismann vom Presbyterium entschieden worden, die Kirche in Melbergen als „Kleiderkirche“ für das Deutsche Rote Kreuz zur Verfügung zu stellen. Auch Feste, wie erst jüngst der „Gohfelder Hüttenzauber“, böten Gelegenheit, sich ideenreich einzubringen. „Eine schöne Initiative, die die Kirche wieder ‚ins Dorf geholt hat‘“, freut sich Teismann. Schließlich gehöre die Vertretung auf kirchenpolitischer Ebene in der Kreis- und Landessynode zu den „spannenden Aufgaben“, sagt der Pfarrer.

Das Presbyterium, dem Mitglieder zwischen 18 und 75 Jahren angehören dürfen, wird üblicherweise gewählt. „Bereits Konfirmanden haben ein Wahlrecht“, erläutert Eckhard Teismann. Doch von den mehreren tausend Wahlberechtigten in der großen Gemeinde Gohfeld beteiligten sich eher wenige an Kirchenvorstandswahlen. „Ein allgemeiner Trend“, so der Pfarrer, „ist leider, dass die Menschen immer weniger von ihrem Mitspracherecht in Vereinen, Parteien und Gremien Gebrauch machen.“

„Wie können wir Menschen wieder für Kirche begeistern?“

Die Zugehörigkeiten schwänden, was Teismann sehr bedauert. „Die Frage wird sein: Wie können wir Menschen wieder für Kirche begeistern?“, stellt er in den Raum. Der demografische Wandel führe schließlich dazu, dass immer mehr ältere Gemeindemitglieder fehlten und weniger junge hinzukämen.

„Aber wenn man sich in einem Kirchenamt engagiert, wird man schnell feststellen, dass es einem auch viel zurückgibt“, wirbt der Pfarrer. Die Stimmung im Presbyterium Gohfeld sei gut, obwohl das Team so groß sei.

Wer sich für eine Mitarbeit im Presbyterium interessiert, kann sich gern an die Kirchengemeinde Gohfeld wenden.

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