Erste Löhner Kriminacht ist ein Erfolg – Drei heimische Autoren lesen vor Trotz Leichen gibt es viel zum Lachen

Löhne (WB). Bei der ersten Löhner Kriminacht war kaum ein Platz mehr frei im Saal zwei der Werretalhalle. Mehr als 300 Zuhörer folgten gespannt den Leseproben aus den Kriminalromanen von Thomas Krüger, Matthias Löwe und Carla Berling. Neben düsterer Spannung gab es auch reichlich humorvolle Momente.

Von Gabriela Peschke
Die Veranstalter der ersten Löhner Kriminacht, Dirk Hinke (links, Kulturbüro der Stadt Löhne) und Kirsten Beul (rechts, Buchhandlung Dehne), präsentieren die drei einheimischen Krimi-Autoren Carla Berling, Thomas Krüger und Matthias Löwe (sitzend). dem erwartungsvollen Publikum in der Werretalhalle.
Die Veranstalter der ersten Löhner Kriminacht, Dirk Hinke (links, Kulturbüro der Stadt Löhne) und Kirsten Beul (rechts, Buchhandlung Dehne), präsentieren die drei einheimischen Krimi-Autoren Carla Berling, Thomas Krüger und Matthias Löwe (sitzend). dem erwartungsvollen Publikum in der Werretalhalle.

»Wir sind selber überrascht, wie gut die Veranstaltung angenommen wird«, sagte Dirk Hinke vom Löhner Kulturbüro im Gespräch mit dieser Zeitung. Zusammen mit Kirsten Beul von der Buchhandlung Dehne hatte er das Event organisiert – und offenbar damit den Geschmack des Publikums getroffen.

Cornelia Kraning aus Werste konnte es kaum erwarten: »Ich kenne alle Bücher von Carla Berling. Und ich genieße es sehr, wenn sie mit ihrer markanten Stimme selber daraus vorträgt« sagte die Pensionärin, die mehrere Lesungen besucht hatte.

Den Anfang machte Thomas Krüger. Der gebürtige Löhner und Wahl-Kölner hatte sich mit den passenden Accessoires auf dem Lesetisch umgeben: Eine goldene Badewanne (aus dickwandiger Pappe allerdings) und eine Polizeimütze als Insignien seines Protagonisten Erwin Düsedieker. Dieser liebenswert-gewitzte Dorftrottel, der sich in Krügers Büchern als cleverer Ermittler entpuppt, liebt das Bad in seiner nostalgischen Goldwanne.

72-Jährige verschwindet aus misteriösen Gründen

Am Büchertisch dabei (von links): Heike Valldorf, Ingrid Tacke, Alexandra Sandbrink und Anja Schröder. Foto: Gabriela Peschke

Und so unterhielt der Krimiautor seine Zuhörer zunächst mit einer detailreichen Beschreibung von Düsediekers Baderitual, bevor er auf den ersten Toten zu sprechen kam: Auf dem Hof von Jaspar Thiesbrummel lägen »Knochen und so«, erfuhr Erwin Düsedieker von seinem besten Freund Arno Wimmelbröker. Sowohl die Namen der Protagonisten als auch Orts- und Straßennamen wie »Versloh-Bramschebeck« oder »Kötterholzweg« spielten dabei auf den ostwestfälischen Wortschatz an und brachten so manchen Zuhörer zum Schmunzeln.

Erwin Düsedieker trifft also in der ersten Leseprobe auf die erste Leiche – wenn auch zunächst nur in Gestalt eines verrotteten Unterkiefers. In der Folge-Episode aus Krügers zweitem Band ließ der Autor die »Ermittler-Ente« Lothar dabei helfen, einen Toten im Teich zu identifizieren – sehr zum Vergnügen der Zuhörer, die sich während der nuancenreichen Schilderung sichtlich amüsierten.

Schließlich bot Thomas Krüger noch eine Kostprobe aus einem weiteren Kriminalroman, bei dem die 72-jährige Freundin des Protagonisten offenbar aus mysteriösen Gründen verschwunden ist – ob und wo sie wieder auftaucht, ließ der Autor an dem Abend offen.

»Löhne rockt immer«

Matthias Löwe, hauptberuflich Professor für Mathematik, zeigte, dass er nicht nur ein gutes Gespür für Krimis mit Lokalkolorit hat, sondern dass er auch ein guter Alleinunterhalter ist. »Tach – Ihr seid aber viele«, begrüßte er das Publikum. Bei seiner inzwischen sechsten Lesung in Löhne war er sich sicher: »Löhne rockt immer«.

Damit sollte er Recht behalten: Es wurde viel gelacht über die Tollpatschigkeit seines Protagonisten Bröcker, der sich bei einem Speed-Dating abgrundtief blamiert und in einem »Testrestaurant für Zahnlose«, sprich einer Avenwedder Bahnhofskneipe, westfälische Stippgrütze verzehrt. Nebenbei ging es natürlich in Löwes neuem Roman »Leinewebertod« auch um kriminelle Machenschaften – wie immer verortet in Bielefeld.

Carla Berling beschloss als dritte Autorin die Kriminacht. Die gebürtige Bad Oeynhausenerin verortet ihren Roman »Tunnelspiel« in die alte Heimat: Hier ermittelt Reporterin Ira Wittekind am fiktiven Alten Schlachthof in Bad Oeynhausen. Ein nackter Mann wird tot aufgefunden, angekettet ans Gitter des Schlachthofes. Mit markanter Stimme schlüpfte Carla Berling lebhaft in die Rollen ihrer Protagonisten und traf so den Geschmack des Publikums.

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