Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Mahnmal in Löhne-Mennighüffen – Feuerwehr legt Kranz nieder »Nicht die Hände in den Schoß legen«

Löhne-Mennighüffen (WB). »Frieden ist kein Geschenk. Er ist ein hartes Stück Arbeit«, mahnte Ulrich Niemeyer in seiner Ansprache. Das Gedenken der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft und Gewaltbereitschaft am Volkstrauertag erinnere die Menschen nach Aussage des stellvertretenden Bürgermeisters immer wieder daran, wie zerbrechlich der Frieden ist.

Von Lydia Böhne
Pfarrer Kai Sundermeier (von links), Rainer Wulfmeier, Stefan Busse, der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Niemeyer sowie Werner Kubin, Vorsitzender des Vereinsringes Mennighüffen, haben die Gedenkveranstaltung anlässlich des Volkstrauertages mitgestaltet.
Pfarrer Kai Sundermeier (von links), Rainer Wulfmeier, Stefan Busse, der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Niemeyer sowie Werner Kubin, Vorsitzender des Vereinsringes Mennighüffen, haben die Gedenkveranstaltung anlässlich des Volkstrauertages mitgestaltet. Foto: Lydia Böhne

Im gesamten Stadtgebiet gab es am Sonntag Gedenkveranstaltungen. Die Kirchengemeinde Mennighüffen hat ihre Betroffenheit über das Leid und das Gedenken aller Opfer mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Kirchenvorplatz ausgedrückt. Begleitet wurde die Zeremonie an diesem stillen Feiertag vom Posaunenchor Mennighüffen sowie Orgelmusik von Fabian Scarabis.

In seiner Predigt griff Pfarrer Kai Sundermeier den Titel des Romans von Joachim Meyerhoff auf: »Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war«. Ein Titel, der Sundermeier zunächst stutzen ließ: »Sollte es nicht eher heißen: Wann wird es endlich wieder so, wie es früher war?« Beziehe man den Titel auf den Frieden, zeige ein Blick in die Vergangenheit allerdings, dass es den Menschen noch nie nachhaltig gelungen sei, diesen zu wahren. Bei einem Blick auf die Nachrichten, die berichteten, dass Raketen einschlagen und Mauern wieder gebaut werden, frage man sich: »Wann schaffen wir es, in Frieden miteinander zu leben, uns zu respektieren und zu schätzen?«

»Der Volkstrauertag ist die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft«

Auch Gott sehne sich nach dem Frieden, den er den Menschen mitgegeben hat. »Wir können aber nicht die Hände in den Schoß legen und ihn tatenlos empfangen«, bemerkte Kai Sundermeier. Der Pfarrer erinnerte an die Jahreslosung, die in diesem Jahr »Suche den Frieden und jage ihm nach« lautet. Um etwas beizutragen, müsse man kein Politiker sein. Auch im eigenen Umfeld könne man sich für den Frieden einsetzen., sagte Sundermeier weiter.

Ein Gedanke, den auch Ulrich Niemeyer aufgriff: »Der Volkstrauertag ist die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir entscheiden darüber, wie das 21. Jahrhundert verlaufen wird.« Die jährliche Erinnerungskultur sei nach Ansicht des stellvertretenden Bürgermeisters auch deshalb so wichtig, um deutlich zu machen, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholen darf. Nach dem Sprechen des Totengedenkens, das 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss eingeführt wurde, legte die Freiwillige Feuerwehr im Beisein der Teilnehmer des Gottesdienstes den Kranz am Mahnmal nieder.

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