Kirchengemeinde Obernbeck eröffnet nach neun Monaten Bauzeit saniertes Gebäude Neue Kapelle soll Hoffnung schenken

Löhne-Obernbeck (WB). Oftmals liegen Friedhofskapellen isoliert und im Schatten von Bäumen verborgen. Anders ist dies bei der neuen Kapelle am Nordhang. Sie ist zu einem lichtdurchfluteten Entrée des Friedhofs der Kirchengemeinde Obernbeck geworden. Das helle, freundliche Gebäude soll den Trauernden Hoffnung vermitteln.

Von Lydia Böhne
Egon Schewe (von links), Pfarrer Thomas Struckmeier, Pfarrer Rolf Bürgers, Baukirchmeister Siegfried Bökemeier, Friedel Rötger, Vorsitzender des Friedhofsausschusses Obernbeck, Alwin Schormann und Christiane Lüders freuen sich über die neue Kapelle am Nordhang.
Egon Schewe (von links), Pfarrer Thomas Struckmeier, Pfarrer Rolf Bürgers, Baukirchmeister Siegfried Bökemeier, Friedel Rötger, Vorsitzender des Friedhofsausschusses Obernbeck, Alwin Schormann und Christiane Lüders freuen sich über die neue Kapelle am Nordhang. Foto: Lydia Böhne

Vor 53 Jahren war die ursprüngliche Friedhofskapelle am Nordhang errichtet worden. »Ein typischer Bau der 1960er-Jahre mit hohem Sichtmauerwerk und verglasten Betonelementen«, sagte Pfarrer Rolf Bürgers. Der kalte und dunkle Eingangsbereich und die Nüchternheit des Bauwerks habe mancher Besucher als trist empfunden, was den traurigen Anlass zusätzlich unterstrich, sagte der Vorsitzende des Presbyteriums.

Alwin Schormann und Architektin Christiane Lüders von der Planungsgruppe A+C hatten dem Gebäude mit der Sanierung und Umgestaltung einen ganz neuen Charakter verliehen. »Was ich vorfand, war ein erdrückendes Gefängnis«, sagte Alwin Schormann vom Löhner Atelier für Holzbau. Bei der Umgestaltung habe er sich an drei Themen orientiert: Leben, Tod, Hoffnung. »Das Leben steht für die anwesende Gemeinde, die sich an diesem Ort versammelt. Der Tod steht für den Leichnam des Verstorbenen, der in Würde verabschiedet wird«, erläuterte Rolf Bürgers dazu.

400.000 Euro haben die Arbeiten gekostet

Auf gleich mehrere Weisen soll die Kapelle den Trauernden Trost und Hoffnung spenden. Zentrales Element ist dabei das Licht. Der Eingangsbereich ist großzügig, die Wände geöffnet, der Lichteinfall über die großen Fenster wirkt freundlich. Gleichzeitig ermöglichen die Fenster die Verbindung zur Außenwelt. Blickfang ist dabei ein massives, großes Holzkreuz, das im Außenbereich steht und durch bodentiefe Fenster in Szene gesetzt wird. Die Verbindung von Innen und Außen soll laut Alwin Schormann bewirken, dass die Trauernden sich nicht so allein fühlen. Das Kreuz soll zudem Hoffnung auf eine Wiederauferstehung geben.

»Das Budget war zwar begrenzt auf 400.000 Euro, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen«, lobte Egon Schewe. Der stellvertretende Bürgermeister wünschte allen Menschen, die dort Abschied von ihren Lieben nehmen müssen, Kraft und Zuversicht.

»Es passiert dort nichts Geheimnisvolles«

Bewusst sprach Rolf Bürgers bei der Eröffnung nicht von einer Friedhofskapelle, sondern nur von der Kapelle am Nordhang. »Wir werden sie sicher noch zu anderen Gelegenheiten nutzen«, bemerkte der Pfarrer. Ein Gedanke, der dem von Alwin Schormann entspricht. Bei der Eröffnung ermunterte er die Besucher, sich die Räume genau anzusehen. »Es passiert dort nichts Geheimnisvolles«, sagte Alwin Schormann.

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