Löschgruppe Löhne-Ort feiert zwei Jubiläen mit 160 Gästen – 50 Jahre Jugendfeuerwehr
125 Jahre löschen, retten, bergen

Löhne (WB). Sie sind im Einsatz, wenn Hilfe gebraucht wird: Seit 125 Jahren können die Löhner Bürger auf die Löschgruppe Löhne-Ort zählen. Zahlreiche Ehrengäste haben am Freitagabend gemeinsam mit den Mitgliedern das Doppeljubiläum von Löschgruppe und Jugendfeuerwehr gefeiert und den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit gedankt.

Montag, 09.09.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 11:16 Uhr
Ralf Krause (von links, Leiter der Feuerwehr Löhne), Bürgermeister Bernd Poggemöller, Thomas Arning (Löschgruppenführer), Axel Dahlhausen (stellvertretender Löschgruppenführer), Landrat Jürgen Müller, Ulrich Pörtner (Jugendwart) und Bernd Kröger (Kreisbrandmeister) freuen sich über das Doppeljubiläum der Löschgruppe Löhne-Ort. Gemeinsam mit 160 geladenen Gästen hat die Wehrführung das langjährige Bestehen der Löschgruppe und der Jugendfeuerwehr gefeiert. Foto: Lydia Böhne

Zudem gab es, wie angekündigt, am Samstagabend eine Party, am Sonntag einen Gottesdienst mit vielen hundert Gästen und einen Tag der offenen Tür mit beispielsweise einer Fahrzeugschau.

Hilfe der Feuerwehr nicht nur im Brandfall

Die ehemaligen Jugendwarte und Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr sowie ihre Ehefrauen werden ebenso geehrt.

Die ehemaligen Jugendwarte und Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr sowie ihre Ehefrauen werden ebenso geehrt. Foto: Lydia Böhne

Dass die Hilfe der Feuerwehr nicht nur im Brandfall, sondern auch bei immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen benötigt wird, hob Landrat Jürgen Müller hervor. Dass sie sich die Zeit zum Helfen nehmen, ist in den Augen des Politikers nicht selbstverständlich. »Sie haben ja auch Familie. Und ob sie unverletzt vom Einsatz zurückkommen, wissen sie am Anfang nicht«, sagte Jürgen Müller.

Der Landrat sprach in seinem Grußwort auch über die Entwicklung des Ehrenamts: »Viele Menschen sind bereit, sich zu engagieren. Aber eher punktuell.« Die dauerhafte Beteiligung sei etwas Besonderes. Viele der heutigen Löschgruppenmitglieder sind aus der Jugendfeuerwehr erwachsen. Seit 50 Jahren dient sie als Nachwuchsschmiede und ist damit nicht nur die älteste Jugendfeuerwehr im Kreis Herford, sondern zählt laut Jürgen Müller auch als eine der ältesten Jugendgruppen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Seit einigen Jahren besteht für Löschgruppen auch die Möglichkeit, Kinderfeuerwehren zu gründen. Zu dieser Option, Sechs- bis Zehnjährige mit in das Angebot der Freiwilligen Feuerwehr zu integrieren, riet Jürgen Müller der Wehrführung. Gerne würde Thomas Arning eine Kinderfeuerwehr ins Leben rufen. »Aktuell ist uns das allerdings nicht möglich«, sagte der Löschgruppenführer. Man wolle sich zum Beispiel nach Erziehern umsehen, die das Projekt personell begleiten könnten.

Wichtigen Akteur der Gesellschaft

Stefan Nolting (hinten links, Sparkasse) und Andreas Menke (rechts, Volksbank) spenden je 500 Euro an die Jugendfeuerwehr.

Stefan Nolting (hinten links, Sparkasse) und Andreas Menke (rechts, Volksbank) spenden je 500 Euro an die Jugendfeuerwehr. Foto: Lydia Böhne

Als wichtigen Akteur der Gesellschaft sieht Bürgermeister Bernd Poggemöller die Feuerwehr. In ruhigen Momenten, die andere zum Durchschnaufen, für die Familie oder auch für einen Kinobesuch nutzen, seien die Ehrenamtlichen aktiv. »Umso höher ist daher ihr Einsatz anzurechnen«, lobte er.

Auch Kreisbrandmeister Bernd Kröger fand ausschließlich lobende Worte für seine Kameraden: Vieles hat sich gesellschaftlich und politisch verändert. Geblieben ist der Idealismus der Männer und Frauen, die sich in der Feuerwehr engagieren.« Wie groß dafür die Solidarität und Anerkennung ist, würde laut Kröger die Teilnahme der vielen Gäste an der Jubiläumsfeier zeigen. Der Kreisbrandmeister hob Löhnes Sonderstellung als Keimzelle für die Etablierung von Jugendfeuerwehren im Kreis Herford hervor. »Es war eine gute und richtige Entscheidung, in Löhne-Ort damals eine Jugendfeuerwehr zu gründen«, sagte Bernd Kröger. Ein Modell, das zur Erfolgsgeschichte geworden sei.

Werben um Nachwuchs

Wie schwierig das Werben um den Nachwuchs ist, machte Ralf Krause deutlich. Zunehmender Leistungsdruck und ein Wandel der Gesellschaft seien Gründe, dass immer weniger Menschen bereit seien, sich ehrenamtlich einzusetzen. »Trotzdem haben wir einen guten Personalstand«, beruhigte der Leiter der Löhner Wehr. Zu 100 Prozent könne er sich auf die »vorbildliche Arbeit« von Gruppenführer Thomas Arning und Jugendwart Ulrich Pörtner verlassen.

Hunderte Gäste sind am Sonntag zum Gottesdienst am Feuerwehrgerätehaus in Löhne-Ort gekommen.

Hunderte Gäste sind am Sonntag zum Gottesdienst am Feuerwehrgerätehaus in Löhne-Ort gekommen. Foto: Dennis Matschuck

Einen historischen Rückblick auf 125 Jahre Löschgruppe und 50 Jahre Jugendfeuerwehr hatte Thomas Arning zusammengestellt. Gemeinsam mit seiner Mutter hatte er kürzlich erst die Sütterlinschrift der wiederentdeckten Gründungsurkunde von 1894 entziffert. »Dadurch konnten wir einige Lücken in der Chronik schließen«, sagte Arning. Der Löschgruppenführer schloss seine Ansprache mit einigen persönlichen Worten: »Nichts gibt einem mehr, als der Dank, den man von den Menschen nach einem Einsatz erfährt. Ich bin stolz auf das hohe Ansehen in der Gesellschaft.

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