In mehr als 1000 Töpfen soll im Löhner Kaiser-Center Marihuana gepflanzt worden sein
Drogenrazzia im Sportzentrum

Löhne (WB). Mit schwarzen Hauben haben Polizisten das Kaiser-Center in Löhne gestürmt. Wie erst jetzt bekannt wurde, fanden die Beamten bereits im April in dem Sport- und Freizeitzentrum eine professionelle Marihuana-Plantage.

Samstag, 07.09.2019, 03:00 Uhr
Im Kaiser-Center in Löhne soll Marihuana in großem Stil angepflanzt worden sein. Die Polizei trug mehr als 1000 Töpfe aus dem Sportpark. Foto: Florian Weyand

Zwei Männer sollen bei dem Zugriff vor etwa fünf Monaten verhaftet worden sein. Offiziell bestätigt ist das nicht. Die Polizei gibt auf Presseanfrage derzeit keine Auskünfte und verweist auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen soll die Polizei bei der Razzia mehr als 1000 Töpfe, in denen Marihuana angepflanzt worden war, sichergestellt haben. Dabei soll es sich um einen großen Drogenfund handeln. Das Marihuana sei auf dem Dachboden und im Keller des Kaiser-Centers angepflanzt worden. Die gefundene Menge soll so groß gewesen sein, dass die Beamten den Geruch bereits beim Öffnen der Tür wahrnahmen.

Klub zieht sich aus der Anlage zurück

»Das ist auch das, was wir gehört haben«, sagt Marc-René Walter. Der Tenniscoach hat mit Aktiven des Löhner TC im Kaiser-Center trainiert. Auch Turniere im Blindentennis, zu denen Sportler aus ganz Europa anreisten, fanden dort statt.

Seit der Razzia habe sich der Klub aus der Anlage zurückgezogen. In dem Sportpark wolle der Verein nicht mehr trainieren. Eltern hätten sich geweigert, ihre Kinder dort zum Training zu schicken, heißt es. »So etwas ist keine gute Werbung für uns«, sagt Marc-René Walter.

In den Glanzzeiten des Kaiser-Centers konnten Sportler dort Badminton, Squash, Tennis und Fußball spielen und die Kegelbahnen nutzen. Mittlerweile wirkt das Gebäude verlassen. Die Frontscheiben sind verdreckt, auf den Parkplätzen vor dem Eingang wächst Unkraut. Bereits vor der Razzia brachten Großveranstaltungen die Anlage in die Schlagzeilen. Im Herbst 2018 ermittelte die Polizei nach einer Messerattacke im Anschluss an eine private Feier im Kaiser-Center. Ein 21-Jähriger schwebte in Lebensgefahr.

Indoor-Kartbahn derzeit einziger Mieter

Heute soll nur noch ein Unternehmen im Kaiser-Center aktiv sein. Die Motorpark am Wiehen GmbH betreibt dort, wo früher die Badminton-Courts waren, eine Indoor-Kartbahn. »Wir sind die einzigen Mieter«, sagt Geschäftsführer Frank Truschkowski. Er war am Tag der Razzia sichtlich überrascht, als die Polizei ihn über die Durchsuchungen informierte. Truschkowski befürchtete auch Konsequenzen für sein Unternehmen. »Zuerst hieß es, dass das Kaiser-Center komplett geschlossen bleiben muss«, sagt er.

Diese Befürchtungen bestätigten sich nicht. Von Dienstag bis Sonntag wird weiter Kart gefahren. »Wir nutzen jetzt einen Seiteneingang, der Haupteingang ist noch geschlossen«, sagt Truschkowski. Für den Unternehmer seien die vergangenen Monate eine schwere Zeit gewesen. Kunden hätten das Kaiser-Center gemieden. »Wir wollten den Standort aber nicht aufgeben«, sagt Truschkowski.

Eigentümer des Gebäudes soll Horst Plätzer aus Seelze (Niedersachsen) sein. Die im Internet angegeben Nummer des Kaiser-Centers war am Freitag nicht mehr zu erreichen. Unter einer Handynummer bestreitet eine männliche Stimme, Horst Plätzer zu sein. Auf SMS wird nicht reagiert.

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