Straßen NRW lässt die große A30-Werrebrücke bei Löhne mit massiven Stahllitzen stabilisieren
Fit machen für mehr Verkehr

Löhne/Kirchlengern (WB). Die ersten Anker sind gesetzt. Neue Querträger verstärken das Tragwerk der großen Werrebrücke zwischen Löhne und Kirchlengern. Der Landesbetrieb Straßen NRW saniert derzeit den 280 Meter langen Abschnitt der A30 in Fahrtrichtung Hannover. Das Bauwerk braucht mehr Stabilität, damit es dem gestiegenen Verkehrsaufkommen auf Dauer stand halten kann.

Samstag, 07.09.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 12:30 Uhr
Die große Werrebrücke zwischen Löhne und Kirchlengern wird derzeit saniert. Sie ist 1970 fertig gestellt worden. Damals haben die Statiker noch mit einem vergleichsweise geringeren Verkehrsaufkommen als heute gerechnet.                        Foto: Frank Dominik Lemke

»In den 1970er Jahren sind die Statiker von anderen Verkehrslasten ausgegangen«, sagt Projektingenieur Waldemar Köpplin. Damals hätten die Ingenieure einen Bruchteil des Straßenverkehrs von heute angenommen. Heute ziehen Lkw, Schwertransporter und Pkw über die Brücke in Richtung Osnabrück und Hannover. Viele kommen aus Polen oder Holland. Die A30 mit der Werrebrücke zwischen Löhne und Kirchlengern ist eine wichtige Verkehrsader im Norden Deutschlands.

Drei Bauwerke werden saniert

Straßen NRW lässt derzeit drei Bauwerke zwischen Löhne und Kirchlengern sanieren. Die große Werrebrücke ist das größte. In den vergangenen Jahren haben die Statiker des Landesbetriebs durchgerechnet, wie sie mit der 50 Jahre alten Brücke am besten umgehen: Abreißen und neu bauen oder sanieren? Bei der kleinen Werrebrücke einige hundert Meter weiter haben sie sich für einen Neubau entschieden (die Löhner Zeitung berichtete). »Die große Werrebrücke können wir jedoch mit Längsspanngliedern ertüchtigen«, sagt Waldemar Köpplin.

Das Prinzip ist folgendes: Stahlbeton ist auf Druck- und Zugkräfte ausgelegt. Beton kann Druck gut vertragen, bricht aber leicht bei Zugkräften. Dafür ist in Brückenkonstruktionen Spannstahl eingearbeitet, der die Zugkräfte aufnimmt, wenn beispielsweise ein Lkw darüber fährt. Mit den Jahren wird der Stahl jedoch müde und beginnt leicht durch zu hängen. Dann ist eine Sanierung notwendig.

Neue tonnenschwere Ankerblöcke

Derzeit lassen die Ingenieure von Straßen NRW an den Enden der Brücke unter der Fahrbahn tonnenschwere Ankerblöcke in­stallieren, die sie mit einer Stahlkonstruktion an den Längsträgern der Brücke befestigen. Durch diese Ankerblöcke werden die Bauarbeiter Längsspannglieder ziehen, die aus mehreren Stahllitzen bestehen. Diese sogenannte externe Vorspannung wird aussehen wie massive Stahlseile, die mit je 300 Tonnen Zugkraft beide Enden der Brücke zusammenziehen. Straßen NRW lässt insgesamt zwölf Längsspannglieder installieren. Die sollen die Tragkraft der große Weserbrücke derart erhöhen, dass sie jahrzehntelang dem Verkehr der A30 standhalten kann.

»Sie können sich das wie ein großes Gummiband vorstellen, mit dem wir die Brücke zusammenziehen«, sagt Thomas Mahnke. Der Bauüberwacher besichtigt regelmäßig den Baufortschritt. Die Bauarbeiter bessern außerdem Schäden am Beton aus, tragen die alte Asphaltschicht der Fahrbahn ab, bringen in die Fahrbahn neue Abläufe für Regenwasser ein und geben der Fahrbahn einen anderen Neigungswinkel, bevor sie wieder frischen Asphalt auftragen.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Dezember an. Nach der Sanierung wird Straßen NRW die Fahrbahn Richtung Hannover wieder frei geben können.

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