Becken im Löhner Freibad ist gesäubert – Proben entnommen – weiterer Filter geplant
Grüne Brühe verschwindet im Kanal

Löhne (WB).  Die grüne Brühe im Löhner Freibad ist weg: Nach einem intensiven Arbeitseinsatz ist das große Becken wieder sauber. Doch bis die ersten Badegäste dort wieder schwimmen können, wird es noch etwas dauern.

Dienstag, 30.07.2019, 18:09 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 11:35 Uhr
Nach einem intensiven Arbeitseinsatz der Schwimmmeister ist das große Becken des Freibades Löhne am Dienstagnachmittag wieder sauber. Nun kann neues Wasser eingefüllt werden. Brauch- und Grundwasser sind bereits geprüft worden. Die Proben waren ohne Beanstandung. Foto: Sonja Gruhn

»Heute Morgen gegen 7 Uhr haben wir angefangen. Da war das Wasser weitgehend raus«, sagt Schwimmmeister Alexander Rüther am späten Dienstagvormittag. Mit einem speziellen Schwimmbadreiniger und unter Zuhilfenahme von Schrubber und Hochdruckreiniger war es ihm und seinen Kollegen gelungen, das große Becken von den Rückständen des Wassers, das sich aus bislang ungeklärter Ursache in kurzer Zeit grün verfärbt hatte, innerhalb von gut vier Stunden zu befreien.

»Jetzt müssen noch die Rückstände von dem Reiniger raus«, fügt Rüther hinzu. Mit der Neubefüllung sollte dann am Dienstagnachmittag begonnen werden.

Vorstand lobt Einsatz der Mitarbeiter

Wolfgang Böhm vom Vorstand des SC Aquarius, dem Betreiber des Bades, sagt: »Trotz der Katastrophe bin ich begeistert, wie schnell das hier vorangegangen ist. Dass die Mitarbeiter das so in den Griff bekommen haben, ist sensationell – und das innerhalb von 24 Stunden. Es ist toll, dass alle Beteiligten, auch die Stadt, so gut mitgezogen haben.«

»Wir haben von der Stadt volle Unterstützung bekommen. Es wurde schnell reagiert. Das war sehr hilfreich«, sagt Alexander Rüther. Dabei haben die Schwimmmeister gleich die Gelegenheit genutzt, um einige Schadstellen im Becken auszubessern.

»Ein Vorteil ist zudem, dass die Mitarbeiter ein wenig Luft holen können und beispielsweise der Kiosk auf Vordermann gebracht werden kann«, sieht es Wolfgang Böhm positiv.

Brauch- und Grundwasser geprüft

Bereits am Dienstagmorgen habe ein Institut das Brauch- und das Grundwasser geprüft, teilt Burkhard Schröder vom Vorstand des SC Aquarius mit. »Diese Prüfungen erfolgen in der Regel sowieso unangekündigt etwa alle 14 Tage, wenn es warm ist auch alle sieben Tage. Die Bewertung geht ans Gesundheitsamt. Die Proben waren aber soweit in Ordnung«, erläutert Schröder. Während der Hitzeperiode in der vergangenen Woche sei jedoch niemand dagewesen.

»Wenn das Becken wieder gefüllt ist, werden noch einmal Proben genommen. Die Freigabe, damit wir wieder öffnen können, muss dann das Gesundheitsamt erteilen.« Zuvor sollen auch noch die Filteranlagen wie der Sand- und der Eisen-Mangan-Filter geprüft werden. Eine konkrete Erklärung für die Eintrübung des Wassers gebe es bislang noch nicht.

Zusätzlicher Filter ist in Planung

Aber über Maßnahmen, um eine Wiederholung zu verhindern, werde bereits gesprochen. Burkhard Schröder ist der Ansicht, dass bei den hohen Temperaturen, die das Wasser zuletzt auf 28 Grad aufgeheizt hatten, und bei erhöhten Besucherzahlen mehr Frischwasser gefahren werden müsse. »Das ist viel zu warm für ein Freibad. Das Wasser sollte maximal 26 Grad haben. Da reichen 30 Liter Frischwasser pro Person nicht.«

Dafür könne die Brunnenkapazität erweitert werden. »Derzeit entnehmen wir nur etwa 30 Prozent von dem, was der Kreis Herford genehmigt hat«, sagt Schröder. Das hänge aber auch mit der Filteranlage zusammen. Deshalb soll es neben der Sandfilteranlage, die seit dem Bau des Freibades 1956 existiert, sowie dem Eisen-Mangan-Filter künftig eine Nachfiltrierung mit Hilfe eines Kieselgur-Behälters geben, »damit die ph-Werte nicht in den Keller gehen«. Kieselgur besitzt unter anderem hohe Filtereigenschaften.

Kleiner Segen für die Kläranlage

Für die Kläranlage in Löhne ist die Freibad-Katastrophe wohl ein kleiner Segen. Denn das abgelassene Wasser geht durch die Kanäle zur Kläranlage. »Für das Kanalnetz ist das eher gut«, sagt Betriebsleiter Hans Kleine. Dadurch faule das Wasser dort nicht. Denn dabei werde das ausgewogene »Menü« für die Bakterien zerstört, und nur die »schwer verdaulichen« Substanzen kämen im Klärwerk an. »Die Aufbereitung ist dann aufwendiger.«

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