Ursache für Eintrübung unklar – Freibad Löhne bleibt mindestens bis Sonntag gesperrt
Grüne Brühe stoppt Badespaß

Löhne (WB). Seit Montag stehen Badegäste am Freibad Löhne vor verschlossenen Toren. Innerhalb weniger Stunden hat sich im Hauptbecken das Wasser in eine grüne Brühe verwandelt. Die genaue Ursache dafür ist unklar. Sicher ist, dass das Bad mindestens bis Sonntag geschlossen bleiben wird.

Montag, 29.07.2019, 19:24 Uhr aktualisiert: 30.07.2019, 16:06 Uhr
Weil die Wasserqualität im Löhner Freibad »gekippt« ist, kann dort für mehrere Tage kein Badebetrieb stattfinden. Wie es zu der Grünfärbung kommt, ist bislang unklar. Foto: Sonja Gruhn

»Vor ein, zwei Tagen haben wir gemerkt, dass das Wasser einen leichten Grünstich bekam und sich sehr weich anfühlte«, sagt Burkhard Schröder vom SC Aquarius, dem Betreiber des Freibades Löhne. Er vermutet gewisse Probleme im Filterbereich oder eine schwächelnde Pumpe, deren Kapazität für die hohe Besucherzahl der vergangenen Tage nicht ausreichte. Es könne aber auch daran liegen, dass die Werte des Brunnenwassers nicht optimal sind.

Beckengrund nicht mehr sichtbar

»Mit Chlorgranulat haben wir noch versucht, das Wasser zu beruhigen. Das ist aber nicht gelungen. Die Eisenwerte sind auch nicht so optimal«, sagt Schröder. Er selbst sei noch am Montagmorgen geschwommen. »Innerhalb von drei, vier Stunden kippte es dann und wurde immer dunkler, so dass der Grund nicht mehr sichtbar war. Das ist das erste Mal in 60 Jahren, dass ich so etwas erlebt habe«, fügt Schröder hinzu.

Die Frühschwimmer hatten am Montagmorgen zwischen 6 und 9 Uhr noch ihre Bahnen ziehen können. »Zwischen 9 und 12 Uhr erfolgt dann immer die Grundreinigung, bei der Sand und Blätter abgesaugt werden. In dieser Zeit ist sowieso geschlossen«, sagt Alexander Rüther, einer der drei Schwimmmeister.

»Als wir gesehen haben, dass es immer schlimmer wird, haben wir uns dafür entschieden, anschließend nicht wieder zu öffnen«, sagt sein Kollege Ingo Steinmeier, der ein solches Phänomen in den 30 Jahren als Schwimmmeister auch noch nicht erlebt habe.

Messungen ohne Auffälligkeiten

Das Freibad verfügt einerseits über eine Filteranlage mit verschiedenen Schichten, beispielsweise grobkörnigem Sand, andererseits gibt es noch einen Eisen-Mangan-Filter. Die Filter würden täglich gespült. Zudem werde zweimal täglich sowohl der freie als auch der gebundene Chlorgehalt gemessen. »Der gibt Auskunft über die Wasserbelastung. Die Messungen haben aber keine Auffälligkeiten ergeben«, sagt Alexander Rüther.

Ebenso wie seine Kollegen vermutet er, dass mehrere Faktoren zusammenkommen, die für die grüne Brühe verantwortlich sein könnten: die Hitze, die veraltete Technik und die Anzahl der Badegäste. Ob die Grünfärbung durch eine Algenart hervorgerufen wird, darauf wollten sich die Schwimmmeister ebenfalls nicht festlegen: »Alles wäre Spekulation.«

Experte soll Ursache herausfinden

Die Ursache soll nun ein Experte herausfinden. Doch dafür muss das ganze Wasser – immerhin 2300 Kubikmeter – erst einmal raus. Am Montagnachmittag war gerade etwa ein Fünftel abgepumpt. »Wir hoffen, dass bis Dienstag alles raus ist«, sagt Alexander Rüther. Dann muss das gesamte Becken mit einer »sauren« Reinigung gesäubert werden, wie Ingo Steinmeier erläutert. Erst wenn dann wieder Wasser eingefüllt wird, kann nach der Ursache für die Grünfärbung gesucht werden.

»Das Wasser können wir nicht in die Werre leiten. Es muss in den Kanal abgelassen werden und durch die Kläranlage laufen. Zum Auffüllen werden wir städtisches Wasser verwenden, das wir auch bezahlen müssen«, sagt Burkhard Schröder. Mindestens bis Sonntag werde das Freibad deshalb geschlossen bleiben, denn das Auffüllen selbst wird schon einige Tage in Anspruch nehmen.

Wiederbefüllung trotz Wasserkrise

Aufgrund der herrschenden Wasserknappheit in Löhne will sich Bürgermeister Bernd Poggemöller, der auch Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen ist, erkundigen, ob die neue Transportleitung von Porta Westfalica nach Bad Oeynhausen, die auch Löhne mit Wasser versorgen kann, nach dem Probebetrieb hochgefahren ist. »Ich denke, es wird uns gelingen, das Becken zu füllen. Die Menge müssen und wollen wir verfügbar machen. Gerade bei diesen Temperaturen und auch für die Menschen, die nicht in den Urlaub gefahren sind«, sagt Poggemöller.

Denn das Wasser soll nicht dem Hochbehälter entnommen, sondern zugekauft werden. Zudem könne das Wasser kalkulierbar über mehrere Tage eingespeist werden, so dass keine Spitzen entstünden. Das Wasserwerk in Löhne, das dies koordiniere, spreche sich diesbezüglich mit dem SC Aquarius ab. »Außerdem überlegen wir, ob wir die ordnungsbehördliche Verordnung gegen Trinkwasserverschwendung in den nächsten Tagen aufheben«, sagt der Bürgermeister

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