190 Bürger unterstützen die Forderung, den Klimanotstand in Löhne auszurufen
Bündnis übergibt Unterschriften

Löhne (WB). Wenn es nach einem Teil der Löhner Bürger geht, dann sollte der Stadtrat an diesem Mittwoch den Klimanotstand ausrufen. Schon mehr als 190 Unterzeichner hat eine Petition des Klimabündnisses.

Mittwoch, 03.07.2019, 06:30 Uhr
Eine Liste mit mehr als 190 Unterschriften haben Jan Philipp Fründ (links) und Klaus Roßocha (rechts) vom Klimabündnis Löhne an Bürgermeister Bernd Poggemöller übergeben. Dies soll dazu beitragen, dass der Klimanotstand ausgerufen wird. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die Liste übergaben am Dienstag Jan Philipp Fründ (29) und Klaus Roßocha (66) vom Klimabündnis an Bürgermeister Bernd Poggemöller – zeitlich passend vor der Ratssitzung am Mittwoch. Beginn ist um 18.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Wie berichtet, hatte sich das Bündnis im Juni einem Ratsantrag der Fraktion Die Linke angeschlossen und damit den überparteilichen Charakter unterstrichen. Der Antrag der Linken, der am Mittwochabend diskutiert wird, sieht vor, dass die Stadt den Klimanotstand erklären und damit die Eindämmung des Klimawandels und dessen schwerwiegende Folgen als »Aufgabe von höchster Priorität« anerkennen soll.

Blick auf das 1,5-Grad-Ziel

Am 11. Juni war das Klimabündnis zusammengekommen, zwei Tage später war die Online-Petition freigeschaltet worden. Mit dem Ergebnis von 184 Unterstützern über das Internet sowie acht weiteren, die auf Papier unterschrieben, ist Jan Philipp Fründ zufrieden. »Das ist ein tolles Ergebnis, wenn man die Kürze der Zeit berücksichtigt«, sagte er. Eine Signalwirkung erhofft er sich nun – nach einer positiven Abstimmung über den Antrag der Fraktion Die Linke. »Mit Ausrufen des Klimanotstandes sollen halbjährliche Berichte des Klimaschutzkonzeptes Fortschritte deutlich machen«, sagte Jan Philipp Fründ.

Aus Sicht von Jan Philipp Fründ sei die Stadt bereits auf einem guten Weg. Dem stimmte Bürgermeister Bernd Poggemöller zu. »Wir beobachten die Bemühungen seit Ende der 1980er Jahre. Zudem haben wir seit Ende 2017 das Klimaschutzkonzept, mit dem konkret Maßnahmen umgesetzt werden sollen«, sagte er.

Wie etwa die globale Erwärmung vermutlich beeinflusst werden kann, verdeutlichte Jan Philipp Fründ mit Blick auf Dezember 2015: Damals hatten sich während der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris 197 Staaten auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen verständigt. »Das heißt auch für die Bundesrepu­blik, dass es bis 2035 Klimaneutralität geben muss. Das bedeutet, dass der Ausstoß von CO 2 netto bei Null sein muss«, sagte er. Nur damit sei das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Dieses Ziel steht für die internationale Bemühung, die globale Erwärmung auf weniger als 1,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 – im Vergleich zum Niveau vor Beginn der Industrialisierung – zu begrenzen.

Verbrauch von CO2 soll gesenkt werden

Wieviel Sparpotenzial es gibt, zeigte Jan Philipp Fründ mit einem Vergleich auf, bezogen auf den CO 2 -Verbrauch und den damit verbundenen, sogenannten CO 2 -Fußabdruck: »Pro Kopf und Jahr verbrauchen wir deutschlandweit elf Tonnen CO 2 , dies soll auf zwei Tonnen gesenkt werden.« Dies ergebe sich letztlich aus Vorgaben des Weltklimarats. Dass das Klima sich verändert, dass sei nicht mehr zu leugnen, sagte zudem Klaus Roßocha. »Wir hatten im Juni im Vergleich zu den Vorjahren mehr Tage, die deutlicher wärmer und – den Niederschlag betrachtet – deutlich trockener waren.«

Über das Thema informiert auch der nächste Klimastammtisch am Montag, 8. Juli, 18 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Anschließend tagt dort um 19.30 Uhr das Klimabündnis.

Antrag der CDU-Fraktion

In einem Änderungsantrag zur Ratssitzung am Mittwoch befasst sich auch die CDU-Fraktion mit dem Thema Klimanotstand. Zusammengefasst lauten einige der Forderungen:

- Der Rat der Stadt Löhne erkennt an, dass die Veränderung des Klimas auch in Löhne ernsthafte Maßnahmen erfordert;

- die Stadt Löhne beginnt noch im Jahr 2019 – gemeinsam mit den zuständigen Energieversorgern und den Stadtwerken – Gespräche über den Ausbau der Lade­infrastruktur für E-Mobilität zu führen;

- in der Stadt Löhne wird ein Beirat für eine klimagerechte Stadtentwicklung (»Citizenship for future«) eingerichtet; diesem Gremium sollen beispielsweise Vertreter der Löhner Schüler, Lehrer, Unternehmen, Gewerkschaften, Kirchen, Wissenschaftler, Techniker, Familien und Senioren, Feuerwehr und Hilfsorganisationen, die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, Politik und Energieversorger angehören.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6744848?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F
Neuhaus fordert mehr Selbstvertrauen
DSC-Trainer Uwe Neuhaus
Nachrichten-Ticker