Schüler des Literaturkurses der Q1 führen Komödie »Oha, eine Leiche« auf
Miss Marple ermittelt im Gymnasium

Löhne (WB). In dem Hotel »Dead Body Inn« wird eine Leiche gefunden. Zum Glück macht Miss Marple zufällig in der englischen Pension Urlaub. Kann die Amateurdetektivin den Fall lösen? In der Komödie »Oha, eine Leiche« haben 200 Besucher der neugierigen Dame bei den Recherchen in der Aula des Städtischen Gymnasiums Löhne über die Schulter geschaut.

Dienstag, 02.07.2019, 07:00 Uhr
Während der Aufführung des Literaturkurses der Q1 kann es Jackie (Carolin Tacke) nicht fassen, dass ihr Mann Jim (Aaron Pickhardt, vorne) kaltblütig erschossen worden ist. Auch Henry (Finn Danielmeier) ist sichtlich fassungslos. Foto: Lydia Böhne

Und sie spendeten den Schülern des Literaturkurses der Q1 des Städtischen Gymnasiums Löhne (SGL) viel Beifall. Bevor es losging, stellten sich die 18 Schüler der Jahrgangsstufe Q1, untermalt von der Hintergrundmusik des ikonischen »Miss Marple’s Theme«, in ihren Rollen dem Publikum vor.

Ein geklautes Gemälde der Queen

In der Handlung werden sogleich erste Bekanntschafts- und Verwandtschaftsverhältnisse untereinander enthüllt. Neben Miss Marple stehen ein verwirrter Schmetterlingsforscher, eine YouTuberin, ein geheimnisvoller Araber, die wohlhabende Lady Rustonbury und das verdächtige Ehepaar Henry und Harriet auf der Gästeliste des Hotels. Auch das Personal um die Hotelleiterin, ihre gruftige Teenietochter Veronica, den unscheinbaren Gärtner, das aufgedrehte Zimmermädchen und den Portier Paul verhält sich immer wieder auffällig.

Schon gleich zu Beginn des Stückes kommt Spannung auf. Henry und Harriet wollen ihre Beute, ein geklautes Gemälde der Queen, im Hotel in Sicherheit bringen. Doch sie sind nicht allein im Zimmer: In ihrem Bett liegt eine Leiche. »Hast du vor kurzem jemanden umgebracht, von dem ich wissen sollte?«, fragt Henry seine Frau. Das ungleiche Gangsterpaar sorgt schon in den ersten Minuten für viele Lacher. Schülerin Joleen Backs verkörpert das kriminelle Superhirn, Finn Danielmeier ihren geistig eher schlicht veranlagten Gehilfen. »Die Leiche muss verschwinden«, sagt Harriet.

Chefinspektor Japp und Inspektor Todd nehmen die Ermittlungen auf

Es folgt ein Szenenwechsel. Aufgeregt kommt das Zimmermädchen in die Lobby gelaufen und berichtet von einem Blutfleck, den sie in einem der Zimmer entdeckt hat. Miss Marple (gespielt von Johanna Pörtner), die gerade an der Rezeption eincheckt, wird hellhörig: »Eigentlich wollte ich ja nur Urlaub machen, aber vielleicht wird das ja doch noch ganz interessant.«

Chefinspektor Japp und Inspektor Todd nehmen sofort die Ermittlungen auf, schließlich fehlt zum Blutfleck noch die Leiche. Während die Ermittler im Dunkeln tappen, ist der Zuschauer stets über die Entwicklungen im Bilde. Schnelle Szenenwechsel sorgen für Dynamik und Spannung. Auch ein Verhör, bei dem jeder der Verdächtigen vortreten muss, bringt noch kein Licht ins Dunkle. Bis zuletzt hüllen sich alle Figuren in Unschuld. Ein weiteres Ganovenpaar und eine neugierige Reporterin mischen die Versammlung auf. Langeweile kommt bei vielen Nebensträngen nicht auf.

Bis der Täter gefasst ist, gibt es noch zwei Sterbefälle. Dann endlich ist der Fall klar: Der Mörder ist wie immer der Gärtner.

Kurzweilige Kriminalkomödie

Mit »Oha, eine Leiche« setzten die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Angela Zöckler eine kurzweilige Kriminalkomödie unterhaltsam in Szene. Die Requisiten erinnerten an die 1930er Jahre, in denen Agatha Christie ihre Romanfigur Jane Marple, besser bekannt als Miss Marple, in Romanen und Kurzgeschichten ermitteln ließ. Gehäkelte Tischdecken und nostalgische Sessel versprühten den Charme der damaligen Zeit. Mit eingefügten Rollen, wie der einer YouTuberin, hoben die Schüler das Stück auf eine moderne Ebene und sorgten gleichzeitig für einen interessanten Kontrast. Das Original von »Oha, eine Leiche« stammt von der Theatergruppe des Gymnasiums am Mühlenberg, wurde von den Schülern des Literaturkurses stark verändert und an die Personenkonstellation am SGL angepasst.

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