Renovierungsarbeiten in Villa Meyer sind abgeschlossen
Neue Gestaltung spricht Brautpaare an

Löhne (WB). Der melierte, angegraute Teppich im Flur der Villa Meyer ist ein Überbleibsel aus der Vergangenheit. Statt mit sterilen, weißen Wänden, dunklen Stoffbezügen und altmodischen Vorhängen erstrahlt das Löhner Standesamt nach Monaten der Renovierung in hellen Farben. Die ersten Brautpaare konnten die neue Kulisse bereits genießen.

Samstag, 08.06.2019, 06:00 Uhr
Henrike Rau (von links), Petra Marschke, Claudia Schröder, Nicole Hassebrock und Christina Harodt präsentieren das renovierte Trauzimmer des Löhner Standesamtes. Der Raum wirkt heller und freundlicher.                                 Foto: Lydia Böhne
Im Juni 1991 wurde die Villa Meyer unter Denkmalschutz gestellt. Bald möchte die Stadt nach den Innenarbeiten auch die Außenfassade sanieren lassen.

Im Juni 1991 wurde die Villa Meyer unter Denkmalschutz gestellt. Bald möchte die Stadt nach den Innenarbeiten auch die Außenfassade sanieren lassen. Foto: Lydia Böhne

»Die Villa Meyer ist ein strahlendes Juwel unserer Stadt, das wir wieder zum Glänzen bringen wollten«, sagt Claudia Schröder, Sachgebietsleiterin Standesamt. Auch wenn als neuer Trauort Anfang des Jahres die Villa Mühlenbach hinzugekommen ist, wird der Hauptteil der etwa 180 Eheschließungen pro Jahr in der Villa Meyer gegenüber des Rathauses vollzogen. Seit 1993 ist die Villa als Standesamt ausgewiesen. Am 28. Mai 1993 gab sich dort erstmals ein Paar das Ja-Wort. Das ist immerhin 26 Jahre her. »Seitdem haben die Räumlichkeiten den Charme der damaligen Zeit behalten«, sagt Claudia Schröder. Längst waren die dunklen Bezüge der Möbel, die altbackenen Muster der Vorhänge und der von den Jahren mitgenommene Teppich nicht mehr zeitgemäß.

Einheitliches Farbmuster in gedeckten Goldtöne

»Es ist ein einheitliches Farbmuster erarbeitet worden, bei dem wir uns für gedeckte Goldtöne entschieden haben«, erläutert Projektleiterin Nicole Hassebrock. Schon im ersten Raum sind die Veränderungen sofort erkennbar. Der Raum wirkt freundlich und ist lichtdurchflutet. »Wir haben neue Vorhänge, die Holztüren wurden gestrichen, es gibt Parkettfußboden und die vormals weißen und sterilen Wände sind in einem warmen Farbton gestrichen«, zählt Claudia Schröder die Neuerungen auf.

Durch die zurückhaltende Farbgebung kommt nun erstmals das verspielte Deckengemälde richtig zur Geltung. Die neuen und modernen Wandleuchten strahlen es leicht an und sorgen gleichzeitig für indirektes, zartes Licht. Das Mobiliar wurde neu gepolstert und mit einem einheitlichen, hellen Stoff mit goldenen Details überzogen. »Durch die neuen Stoffe wirken sie gleich ganz anders«, sagt Christina Harodt, kommissarische Leiterin der Immobilienwirtschaft. Auch im Trauzimmer wurden die Lampen ersetzt und der Teppich auf dem Podest ist Holzdielen gewichen. »An den Fenstern gibt es jetzt helle Rollos, weil die Paare manchmal von der Sonne geblendet wurden«, fügt Claudia Schröder hinzu.

Sanierungsarbeiten haben 34.000 Euro gekostet

Etwa 34.000 Euro hat die Sanierung gekostet. In drei Bauabschnitten wurden die Arbeiten vorgenommen. Begonnen wurde Mitte November vergangenen Jahres, kurz vor Ostern wurde alles fertiggestellt. Rechtzeitig zur Hochzeits-Hochsaison. »Für Juni sind 28 Trauungen angemeldet«, sagt Claudia Schröder. Zehn Paare haben sich bereits im neu gestalteten Standesamt das Ja-Wort gegeben. »Die Villa Meyer ist ein Aushängeschild, das sich herumspricht«, ist sich Claudia Schröder sicher. »Man merkt, dass die neue Gestaltung die Paare mehr anspricht«, fügt Standesbeamtin Petra Marschke hinzu. Laut Christina Harodt muss auch im Außenbereich der Villa Meyer Einiges getan werden. Diese Arbeiten sollen demnächst in einem zweiten Schritt geschehen.

Zur Geschichte der Villa Meyer

1884 ließ Georg Meyer die Villa an der Oeynhausener Straße erbauen. Nebenan befand sich seine Tabakfabrik, die heute nicht mehr steht. Das Deckengemälde im Erker der Villa gibt einen Hinweis auf den Erbauer: Einer der Engel hält eine Zigarrenkiste im Arm. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der Villa das Hauptquartier britischer Soldaten, bevor später eine Füllfederhalterfabrik einzog. Von 1967 bis 1988 verwandelte sich das Gebäude unter dem Namen »Casino Royal« in eine Disco. 1991 erwarb die Stadt Löhne die Villa, baute sie um und ließ sie unter Denkmalschutz stellen. Im Erdgeschoss befinden sich heute das Standesamt und das Prüfungsamt, im Obergeschoss Büroräume der Stadt sowie eine Mietwohnung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6673663?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514619%2F
Trier: Auto erfasst und tötet zwei Menschen in Fußgängerzone
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nahe der Fußgängerzone in Trier.
Nachrichten-Ticker