Fastenaktion zum Verzicht von Plastik bei Lebensmittelverpackungen
»Pflasten« Sie mit?

Löhne (WB). »Pflasten – auf Plastik fasten« – so heißt die neue Fastenaktion der katholischen Kirche im Pastoralraum Werre-Weser. Mit dem Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch startet die Aktion mit dem Ziel, auf möglichst viel Kunststoff im Bereich der Lebensmittelverpackung zu verzichten.

Mittwoch, 06.03.2019, 09:00 Uhr
Tobias Lauxtermann (von links), Roxana Rasche und Ulrich Geschwinder vom Pastoralen Raum Werre-Weser stellen zusammen mit Orhan Bro (Bio Provinz) die Aktion »Pflasten – auf Plastik fasten« vor. Foto: Natalie Lydia Meyer

Auftakt im Haus der Begegnung

Bei der Auftaktveranstaltung am Montag im Haus der Begegnung der St. Laurentiusgemeinde wollten die Initiatoren mit den Besuchern Anregungen für einen Einstieg in den Verzicht von Plastikverpackungen finden. Als Gast war Orhan Bro, Betreiber des Unverpackt-Ladens Bio Provinz in Bad Oeynhausen, dabei. Dort werden ausschließlich unverpackte Lebensmittel angeboten.

»Ich habe mich persönlich mit dem Thema beschäftigt und war im November das erste Mal in dem Laden Bio Provinz. So entstand die Idee, die Fastenzeit als Einstieg für die Reduzierung von Plastikmüll als gemeinsame Aktion anzubieten«, sagt Ulrich Geschwinder, Gemeindereferent im Pastoralen Raum Werre-Weser.

Gefahren von Mikroplastik

Präsentiert wurden dazu Bilder und Fakten, mit denen auf den hohen Konsum von Plastikverpackungsmüll und die Gefahren von Mikroplastik hingewiesen wurde. Jeder Deutsche produziert demnach jährlich durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll nur aus Verpackungen. Besonders Mikroplastik, also Kunststoffe, die kleiner als fünf Millimeter sind, seien problematisch für Lebenswesen und den Planeten. Mikroplastik sei in vielen Kosmetikartikel enthalten und entstehe bei der Zersetzung von Plastik. Es könne von Kläranlagen nur bedingt gefiltert werden und gelange so in Meere und Flüsse. Dort werde das Mikroplastik von Meeresorganismen gefressen, es ziehe Umweltgifte  an und könne nicht wieder aus der Natur entfernt werden.

Jährlich verendeten etwa eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit Plastikmüll. »Viele kennen das Problem des Plastikverpackungsmülles, aber leider handeln wenige danach, weil sie das Gefühl haben, nichts zu verändern. Das ist falsch. Die Nachfrage bestimmt das Angebot«, betonte Orhan Bro. Er gründete gemeinsam mit Dimitrij Nikulicev 2018 den Unverpackt-Laden. »Jede Stadt, ob klein oder groß, sollte mindestens einen Unverpackt-Laden haben«, meint Orhan Bro.

Nachfrage führt zu Veränderungen

Dass die Nachfrage das Angebot bestimmt, erlebte auch Zuhörerin Ruth Linnenbecker, die bereits ihren Plastikverpackungsmüll von vier gelben Säcken auf einen reduziert hat. »Ich habe in Geschäften bereits mehrmals gefragt, ob es die Produkte nicht auch unverpackt gibt, und dadurch kam es zu Veränderungen«, erzählt sie.

Nach der Präsentation suchten die Teilnehmenden gemeinsam nach Möglichkeiten der Plastikmüllreduktion. Mehrweg-Produkte einkaufen, auf Plastiktüten verzichten, erkunden, in welchen Produkten Mikroplastik ist und wie man darauf verzichten kann, lauteten einige der Vorschläge.

»Schritt für Schritt vorgehen«

»Wichtig ist es, Schritt für Schritt vorzugehen. So haben wir das bei dem Laden auch gemacht. Es hilft, wenn man sich erst mal fünf Dinge sucht, bei denen man den Plastikverpackungsmüll reduziert«, sagt Orhan Bro. Für den leichteren Einstieg hat Tobias Lauxtermann vom Pastoralraum Werre-Weser unter www.pflasten.de eine Webseite für die »Pflastenaktion« gestaltet.

»So kann man die Aktion über die Kirchengemeinde hinaus verbreiten«, sagt Lauxtermann. Dort können sich Interessierte für die Aktion anmelden. Das ist aber ebenso im zuständigen Pfarrbüro möglich. »Jeder kann natürlich für sich selbst fasten, aber der Austausch und das Bekenntnis zum Fasten auf Plastik kann sehr hilfreich beim Durchhalten sein«, sagt Ulrich Geschwinder. Ein weiteres Treffen wird es zum »Bergfest« am Mittwoch, 27. März, im Haus der Begegnung, Bahnhofstraße 5, um 19 Uhr geben. »Natürlich sollte man auch nach der Fastenzeit seinen Plastikverpackungsmüll reduzieren, und am besten verzichtet man ganz darauf«, sagt Ulrich Geschwinder.

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