Arbeiten sollen bereits im März beginnen – 10,5 Millionen Euro Kosten
Neue Bahnsteige für Löhner Bahnhof

Löhne (WB). Der barrierefreie Umbau der Verkehrsstation im Löhner Bahnhof erfolgt nun schneller als gedacht: Schon Anfang März sollen die Arbeiten beginnen, haben die Mitglieder des Rates am Mittwochabend erfahren. Etwa 10,5 Millionen Euro sind für die Maßnahme vorgesehen.

Freitag, 21.12.2018, 06:30 Uhr
Foto: Rajkumar Mukherjee

Am 8. März soll der erste Spatenstich stattfinden, berichtete Martin Nowosad. Er ist der für OWL und darüber hinaus zuständige Mitarbeiter im Bahnhofsmanagement der Deutsche Bahn (DB) Station & Service AG. Dieser Termin war Bürgermeister Bernd Poggemöller und den Fraktionsmitgliedern offenbar neu. Daraus, dass sich einerseits die Stadt, die Löhner Bürger aber auch die DB über die Umsetzung freuen können, machte Martin Nowosad keinen Hehl. »In der Vergangenheit hat der Bahnhof keinen Jubel ausgelöst, das wird sich nun ändern. Herr Bürgermeister, am 8. März darf ganz Löhne feiern«, sagte Martin Nowosad. Und auch Kai Schulte, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) und aus der Planung des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL), freute sich ebenso über die Vorstellung der Pläne: »Löhne erhält eine echte Mobil-Station mit allem, was dazugehört.«

RRX-Betriebsaufnahme soll Ende 2019 erfolgen

Drei Treppenaufgänge werden durch Aufzüge ersetzt.

Drei Treppenaufgänge werden durch Aufzüge ersetzt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die Mittel für den barrierefreien Umbau werden im Zuge des Ausbaus für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) bereitgestellt. Bis 2030 sind laut Bundesverkehrswegeplan sieben Linien in NRW, mit Anschluss an Löhne, vorgesehen. In Löhne soll die Betriebsaufnahme des RRX Ende 2019 erfolgen. Der RRX wird dann die Halte des RE 6 ersetzen. Weil die 82 RRX-Züge barrierefrei sind, müsse einer Vorgabe der NRW-Landesregierung zufolge auch das Niveau der Bahnsteige angepasst werden.

Geplant sind folgende Maßnahmen: Der Neubau der Bahnsteige 1, 2 und 3 mit den Gleisen 8/9, 10/11 und 12/13 auf einer Länge von jeweils 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern. Dazu sollen auch drei Aufzüge neu gebaut werden: Dort, wo an den Bahnsteigen bislang die jeweils rechte Treppe ist. »Das sind sogenannte Durchlader«, sagt Martin Nowosad. Die Aufzüge haben also jeweils vorne und hinten eine Tür, was beispielsweise den Transport von Fahrrädern erleichtert. Wegen der Aufzüge werden auch die Dächer angepasst.

Die Treppenaufgänge sollen mit Absturzsicherungen und Handläufen angepasst werden. Auch soll jeweils der Windschutz auf den Bahnsteigen neu gebaut werden. Zur Steigerung des Sicherheitsempfindens soll zudem eine moderne Beleuchtung mit LED-Technik eingebaut werden. Auch taktile Leitstreifen für Menschen mit Sehbehinderung sowie neue Bänke und Vitrinen wird es geben. Der Tunnel soll ebenfalls angepasst werden. Eine Rampe kann indes derzeit nicht aus Mitteln für den RRX-Betrieb gebaut werden.

Videoüberwachung wird es nicht geben

Die Videoanlage dient nur dem betrieblichen Zweck.

Die Videoanlage dient nur dem betrieblichen Zweck. Foto: Rajkumar Mukherjee

Auf das Thema Sicherheit im Bahnhofsbereich Löhne ging Martin Nowosad intensiver ein. Auch wenn der DB andere Informationen vorliegen, wisse er, dass der Bahnhof »gefühlt nicht sicher« sei. Eine Videoüberwachung werde es aber auch nach dem Umbau nicht geben. Dies erfolge in Abstimmung mit der Bundespolizei, die Kameras etwa in den Hauptbahnhöfen Bielefeld und Paderborn aufgrund von reisenden Fußballfans vorsieht. Auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTS bestätigte Martin Nowosad aber, dass es bereits Videokameras im Tunnel gebe, allerdings aus rein betrieblichen Gründen. Zum Thema Vandalismus verdeutlichte er, dass die neuen Wetterschutzhäuser keine großflächigen Glaseinsätze erhalten sollen. Die Scheiben aus Panzerglas sollen zwischen Sprossen eingesetzt werden. Würden sie kaputt geschlagen, müssten jeweils nur Teile ersetzt werden.

Für die Aufzüge gebe es Wartungsverträge, die einen 24-Stunden-Service vorsehen, sagte Martin Nowosad dieser Zeitung. Die Vorgabe sei für die DB, dass die Aufzüge zwischen 6 und 22 Uhr funktionieren müssen, um für 95 Prozent der Bahnreisenden zur Verfügung zu stehen.

Der geäußerten Kritik, wonach der Reinigungszustand in der Bahnhofshalle derzeit nicht zufriedenstellend sei, entgegnete Martin Nowosad: »Dazu werden Gespräche stattfinden.«

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