GOP richtet Schüler-Präventions-Kongress zum Thema Depression am 5. Juni aus Verständnis statt Ausgrenzung

Bad Oeynhausen (WB). Mit Tabus brechen und gegenseitiges Verständnis schaffen: Das wollen die Veranstalter des ersten Schüler-Präventions-Kongresses im GOP Bad Oeynhausen erreichen. Eingeladen sind Schüler aus Ostwestfalen, um über die Themen Depression, Borderline und Mobbing zu sprechen.

Von Angelina Zander
Freuen sich auf den ersten Schüler-Präventionskongress zum Thema Borderline, Mobbing und Depression im GOP: Alexandra Berglez (Schulpsychologin der Bezirksregierung Detmold, von links), Thorsten Radzat (Berufsschullehrer Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg), Regina Reichart-Corbach (Erziehungs- und Familienberaterin des Kreises Minden-Lübbecke), Markus Tenkhoff (Marketingberater der Initiative »LNK macht Schule«) und Alexander Spernau (Geschäftsführer der LNK Dr. Spernau).
Freuen sich auf den ersten Schüler-Präventionskongress zum Thema Borderline, Mobbing und Depression im GOP: Alexandra Berglez (Schulpsychologin der Bezirksregierung Detmold, von links), Thorsten Radzat (Berufsschullehrer Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg), Regina Reichart-Corbach (Erziehungs- und Familienberaterin des Kreises Minden-Lübbecke), Markus Tenkhoff (Marketingberater der Initiative »LNK macht Schule«) und Alexander Spernau (Geschäftsführer der LNK Dr. Spernau). Foto: Angelina Zander

»Es geht um einen Umgang ohne Vorurteile«

Unter dem Titel »Von Glücksbringern zu Mutmachern« wird der Kongress am sechsten Deutschen Diversity-Tag, Dienstag, 5. Juni, veranstaltet. »Jeder muss lernen, mit Vielfalt umzugehen«, benennt Aletta Gräfin von Hardenberg aus Berlin, Geschäftsführerin des Vereins Carta der Vielfalt, das Ziel des Kongresses. »Es geht um einen Umgang ohne Vorurteile.«

»Vielfalt bedeutet anders sein. Jeder Mensch ist anders«, sagt Markus Tenkhoff, Marketingberater der Initiative »LNK macht Schule«, die das Projekt organisiert. Und anders seien eben auch Menschen, die an den Krankheiten Borderline oder Depression leiden. Deshalb klären beim Kongress Betroffene und Psychologen über den Umgang mit erkrankten Menschen auf und sensibilisieren für mehr Verständnis.

Angebot richtet sich an Schüler ab Klasses zehn und Berufsschüler

Die Veranstaltung richtet sich an junge Menschen, Schüler ab der zehnten Klasse und Berufsschüler, da diese offen für die Aufklärung sind, erklärt Alexander Spernau, Geschäftsführer des LNK Dr. Spernau, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, aus dem die Initiative hervorgegangen ist. »Sie sind auch stärker davon betroffen, mit dieser Vielfalt umzugehen.« Häufig sei im Freundes- oder Bekanntenkreis jemand psychisch krank. Dann sei es wichtig, die Schüler darüber zu informieren, wie sie sich am besten verhalten können. Nicht selten enden psychische Erkrankungen im Selbstmord: »Suizid ist die häufigste Todesursache in der Bevölkerung«, warnt Markus Tenkhoff. Deshalb werden die Erziehungs- und Familienberaterin des Kreises Minden-Lübbecke, Regina Reichart-Corbach, und die Schulpsychologin der Bezirksregierung Detmold, Alexandra Berglez, teilnehmen und von ihrer Arbeit berichten.

Teresa Enke von der Robert-Enke-Stiftung ist für Gespräch eingeladen

Das Programm des Kongresses ist vielfältig: Laura Adrian wird per Video-Schaltung zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Im Vorfeld erklärt sie ihre Krankheit Borderline so: »Es ist ein Anderssein. Man fühlt extremer und die Denkprozesse laufen anders. Es ist eine tägliche Achterbahnfahrt ohne Kontrolle. Kleinigkeiten können einen aus der Bahn werfen.« Auch Teresa Enke von der Robert-Enke-Stiftung ist für ein Gespräch eingeladen worden. Sie spricht unter dem Motto »Wir dachten, mit Liebe geht das«. Darbietungen der GOP-Künstler sollen das Thema »Sport als Therapie« aufgreifen. Angemeldet werden können Klassen über ihren Klassenlehrer unter Telefon 05222/369040 oder per E-Mail an la@get-people.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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