Umstellung auf DVB-T2 erfolgt vom 24. auf 25. April: Experten aus Löhne geben Tipps So bleibt der Bildschirm nicht schwarz

Löhne (WB). Im Bereich Digital-Fernsehen steht die nächste Veränderung an: In der Nacht vom 24. auf den 25. April wird auf DVB-T2 umgestellt. Doch wen betrifft das? Und was muss nun beachtet werden, damit der Bildschirm nicht plötzlich schwarz bleibt? Darüber klären Rainer Döring, Inhaber von Expert Döring, und TV-Fachberater Eckhard Gorwa auf.

Von Sonja Gruhn
Damit der Bildschirm am 25. April nicht dunkel bleibt, müssen einige Fernsehbesitzer handeln. Oftmals reicht aber schon ein Gerätetausch, wie Rainer Döring (links, Inhaber von Expert Döring) und sein Mitarbeiter, der TV-Fachberater Eckhard Gorwa, wissen. Betroffen sind beispielsweise Fernsehkunden, die ihre Sender per Antenne empfangen.
Damit der Bildschirm am 25. April nicht dunkel bleibt, müssen einige Fernsehbesitzer handeln. Oftmals reicht aber schon ein Gerätetausch, wie Rainer Döring (links, Inhaber von Expert Döring) und sein Mitarbeiter, der TV-Fachberater Eckhard Gorwa, wissen. Betroffen sind beispielsweise Fernsehkunden, die ihre Sender per Antenne empfangen.

Wer sich über die Umstellung im Internet informieren möchte, ist hinterher selten schlauer als vorher. Denn die Angaben sind häufig widersprüchlich oder nicht mehr aktuell. Das stellen auch Rainer Döring und sein Mitarbeiter Eckhard Gorwa fest, bei denen sich Anfragen von verunsicherten Kunden in den vergangenen zwei Monaten gehäuft haben.

»Die Umstellung steht unmittelbar bevor. Wer einen alten DVB-T-Empfänger im Einsatz hat, wird am 25. April einen dunklen Bildschirm haben«, sagt Döring. Wie viele Kunden betroffen sein werden, könne er nicht abschätzen.

Gut erinnerten sich seine Mitarbeiter und er aber an die Umstellung von analogem auf digitales Kabelfernsehen, von der eine größere Anzahl an Kunden als gedacht betroffen waren. »Deshalb werden wir versuchen, mit voller Mannschaftsstärke zur Verfügung zu stehen, um zu helfen«, sagt der Geschäftsinhaber. »Kunden die technisch etwas versiert sind, können aber auch selbst viel machen«, fügt Eckhard Gorwa hinzu.

Kabel- und Satelliten-Fernsehkunden weniger betroffen

Die Umstellung betreffe hauptsächlich Fernsehbesitzer, die Programme über terrestrische Antennen oder die klassische Zimmer- und Bodenantenne empfangen. Wer Kabelfernsehen hat oder per Satellit die Programme erhält, muss nicht tätig werden, es sei denn, es sind noch weitere Geräte beispielsweise in anderen Räumen vorhanden, die nicht wie das Hauptgerät versorgt werden.

»Fernsehbesitzer, die eine Antenne haben, können selbst testen, wie sie empfangen, wenn sie auf die Videotextseite 199 des WDR gehen. Wer aber ein altes DVB-T-Gerät hat, muss auf jeden Fall handeln«, sagt Rainer Döring.

DVB-T war 2007 eingeführt worden und hatte das analoge Fernsehen abgelöst. »Die Technologie ist aber inzwischen in die Jahre gekommen. Sie war für kleinere Bildschirme ausgelegt, dementsprechend gering war die Bandbreite, die übertragen werden musste«, sagt Döring. »Satellit und Kabel zogen dann qualitativ schnell an DVB-T vorbei, und für HDTV war DVB-T nicht mehr geeignet, weil diese Technologie bisher nicht von der hohen Auflösung profitieren konnte. Die technische Antwort darauf ist jetzt DVB-T2.« Der Vorteil davon sei, dass durch die etwa 70 Prozent höhere Datenübertragungsleistung mit der zweiten Generation nun auch Full-HD, also hochauflösendes Fernsehen, möglich wird.

Private Sender können gegen Gebühr empfangen werden

Die neue Technologie biete noch einen weiteren Vorteil: »Bislang konnten mit DVB-T nur öffentlich-rechtliche Sender empfangen werden. Über den Sender in Bielefeld können demnächst auch bis zu 40 private Sender empfangen werden, allerdings in dieser Region voraussichtlich erst im Spätsommer und ausschließlich unter dem Namen freenet.tv gegen ein Jahresentgeld von 69 Euro. Die Programme mit Standardauflösung gibt es dann nicht mehr«, sagt Eckhard Gorwa.

Von freenet.tv gibt es je nach Empfangsgerät ein Entschlüsselungsmodul, das ähnlich wie eine HD-Karte funktioniert und bei dem es unterschiedliche Möglichkeiten der Freischaltung gibt. »Die Aufladung des Guthabens ist auch hier im Geschäft möglich«, sagt Rainer Döring, der mit seinem Team gerne hilft und berät.

In Löhne, Herford und Bad Salzuflen werden die privaten Sender voraussichtlich erst im Herbst empfangbar sein. Nur für Teile von Lübbecke könnte dies mit der Umstellung der Fall sein. Genauere Angaben für die Bereiche sind im Internet zu finden (www.dvb-t2hd.de/empfangscheck).

Zwei Möglichkeiten für die Umstellung

Für Betroffene seien zwei Strategien möglich, erläutert Rainer Döring: »Wer einen älteren Fernseher hat, der nicht mehr geeignet ist oder diesen sowieso austauschen möchte, sollte ihn gegen ein Gerät mit DVB-T2 Empfänger tauschen. Möchte er den alten Fernseher behalten, müsste er sich einen DVB-T2-Receiver anschaffen«, sagt Döring. Ein DVB-T2-taugliches Fernsehgerät ist mit einem grünen Logo gekennzeichnet. »Zur Aufrüstung gibt es auch eine Set-Top-Box, die aus einem alten Fernseher ein modernes Empfangsgerät macht«, sagt Eckhard Gorwa. Bei den Receivern liege die günstigste Variante bei etwa 30 bis 40 Euro.

Zum Schluss gibt Rainer Döring noch einen Tipp: »Nicht alle alten Zimmerantennen sind für DVB-T2 leistungsstark genug, vor allem nicht für die privaten Sender. Das sollte man testen.« Von Montag an gibt es eine Info-Broschüre im Internet (www.doering.tv).

Was ist DVB-T2?

DVB-T2 ist die Abkürzung für »Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd generation« und bedeutet auf deutsch soviel wie »Digitale Videoübertragung – erdgebundenes Antennenfernsehen, zweite Generation«. DVB-T2 ist ein neuer Übertragungsstandard des digitalen terrestrischen Fernsehens. Das heißt, dass digitale Radio-, Fernseh- und Datensignale mittels terrestrischer Übertragung verbreitet werden.

Grund der Einführung ist, dass das Frequenzspektrum für das Antennenfernsehen aufgrund veränderter Vorgaben des Bundes reduziert wird. TV-Anstalten setzen auf das fortschrittliche DVB-T2 als Nachfolger von DVB-T, um im verbleibenden Frequenzspektrum weiter übertragen zu können.

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