Finanz-Kabarettist Chin Meyer kommt in die Werretalhalle »Je älter, desto teurer«

Löhne (WB). Geld und Finanzen sind ein komplexes Thema – teils auch zäh. Das Gegenteil beweist allerdings Chin Meyer. Am Donnerstag und Freitag, 12. und 13. April, ist der Finanz-Kabarettist in der Werretalhalle zu Gast. In der Veranstaltungsreihe »sonderBar« präsentiert er sein Bühnenprogramm »Macht! Geld! Sexy?« Vorab hat er LZ-Mitarbeiter Lukas Brekenkamp Frage und Antwort gestanden.

In der Rolle des Steuerfahnders Siegmund von Treiber wird Finanz-Kabarettist Chin Meyer am Donnerstag und Freitag, 12. und 13. April, in der Werretalhalle zu sehen sein.
In der Rolle des Steuerfahnders Siegmund von Treiber wird Finanz-Kabarettist Chin Meyer am Donnerstag und Freitag, 12. und 13. April, in der Werretalhalle zu sehen sein. Foto: Christian Schulz

Herr Meyer, Geld und Finanzen sind ja eigentlich ein trockenes Thema. Was gibt es daran Lustiges?

Chin Meyer: Es gibt haufenweise Lustiges. Alleine die Tatsache, dass Geld existiert, ist komisch. Man nimmt ein Stück Papier, malt es bunt an, schreibt eine Zahl drauf, und alle denken: »Mein Gott, ist das viel wert.« Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum es Geld-Schein und nicht Geld-Vorhandensein heißt?

Sie nennen sich selbst Finanz-Kabarettist. Beschreiben Sie doch mal Ihren Humor.

Meyer: (lacht) Ich rede über Geld, und die Leute lachen. Der Humor ist aber auch  informativ – das Publikum erkennt  Zusammenhänge. Oder etwa  die Absurditäten, die sich in diesen Zusammenhängen verbergen. Und das ist eben komisch.

Viele Menschen wollen sich im wohlverdienten Feierabend mit vielem beschäftigen – nur nicht mit Finanzen. Wieso also gerade dieses Thema?

Meyer: Es gibt drei große Themen, die die Menschen beschäftigen: Liebe, Gesundheit und eben Geld. Im Sektor Liebe und Gesundheit gibt es bereits Comedians und Kabarettisten, die sich dort tummeln. Aber weil Geld ein schwer fassbares Thema ist, gibt es in dem Sektor wenige. Geld ist für mich  auf der Bühne eine Eingangspforte für viele weitere Themen: Ich behandele auch aktuelle, politische oder wirtschaftliche Ereignisse, wie die VW-Krise.

Was macht Ihr Bühnenprogramm aus?

Meyer: Mein Ziel ist es, dass die Leute erleichtert sind und sich zwei Stunden köstlich amüsieren konnten. Gute Comedy ist immer schwierig, beim Thema Geld aber noch etwas mehr: Man muss  schließlich trockene Materie feucht machen. Ich empfehle auf der Bühne aber keine Aktien.

Ostwestfalen gelten gerne mal als mürrisch, trocken und humorlos. Ist das eine Herausforderung für Sie?

Meyer: (lacht) Man sagt ja gerne, »Ostwestfalen sind die besseren Schwaben« – zumal man sie auch verstehen kann. Mein Eindruck ist, dass Schwaben mit dem Geld sparen, Ostwestfalen mit der Begeisterung. Wenn in der Region jemand sagt »Geht doch«, dann war das schon ekstatisch. Aber mir wurde  bei meinen Auftritten in OWL oft genug das Gegenteil der Vorurteile  bewiesen.

Apropos Vorurteile: Wie schätzen Sie uns Ostwestfalen aus finanzieller Sicht ein?

Meyer: OWL ist eine Boom-Region in Deutschland. Die Region ist voller »Hidden Champions« (unbekannte Marktführer, Anmerkung der Redaktion) – da ist eine unglaubliche Wirtschaftskraft versammelt.

Worauf darf sich das Löhner Publikum freuen?

Meyer: Auf gute Unterhaltung, aber auch kleine Einblicke in die Zusammenhänge von Macht, Geld und Sexualität. Und als Bonus zeige ich den Leuten in Löhne, wie sie nie wieder Steuern zahlen müssen.

Auf der Bühne schlüpfen Sie in die Rolle des Steuerfahnders Siegmund von Treiber. Was hat es mit dieser Person auf sich?

Meyer: Entwickelt habe ich die Figur vor einigen Jahren in einem Theaterrestaurant. Gewünscht war ein böser Komiker,  der den Menschen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und für Gastronomen ist das jemand, der nach Steuern fragt.

Ihr Motto ist »Bei Geld fängt der Spaß erst richtig an«. Trifft das privat auf Sie zu?

Meyer: Ich kann über Geld weinen – aber ich kann auch über Geld lachen.

Welche Rolle spielt Geld in Ihrem privaten Leben?

Meyer: Es ist schön, wenn es da ist – aber im Grunde brauche ich nicht so viel davon.

Was bedeutet Reichtum für Sie?

Meyer: Reichtum heißt, das Gefühl zu haben, dass man mehr hat, als man braucht. Man kann auch mit wenig Geld reich sein.

Ihr Bühnenprogramm heißt »Macht! Geld! Sexy?«. Stimmt das?

Meyer: Ja! Aber es gibt Abstufungen. Die Gleichung lautet: Je älter, desto teurer.

Chin Meyer wird in der Veranstaltungsreihe »sonderBar« vom Kulturbüro der Stadt Löhne am Donnerstag und Freitag, 12. und 13. April, jeweils um 20 Uhr in der Werretalhalle, Saal 2, präsentiert. Karten gibt es im Vorverkauf im Kulturbüro, Telefon 05732/100-556, und in der WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle, Klosterstraße 24, Bad Oeynhausen, Telefon 05731/251524. Weitere Informationen über Chin Meyer gibt es im Internet (www.chin-meyer.de).

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