Erinnerungsstücke für Ausstellung über die 1950er Jahre im Heimatmuseum gesucht Als es in Löhne fünf Kinos gab

Löhne-Gohfeld (WB). Die Tütenlampe steht schon neben Nierentisch und Cocktailsessel, das Telefon mit Wählscheibe in gediegenem Schwarz haben die Mitglieder der Geschichtswerkstatt neben die Rechenmaschine auf den Schreibtisch gestellt. Doch noch fehlen viele Erinnerungsstücke für eine Ausstellung über die Zeit, als sogar Bill Haley in Löhne gerockt haben soll.

Von Andrea Berning
Erika Bökel hat auf dem alten Cocktailsessel Platz genommen. Die Schaufensterpuppen, zwischen denen (von links) Hans-Gerhard Schweppe, Wolfhard Jording und Museumsleiter Joachim Kuschke stehen, tragen ihre Garderobe aus den 1950er Jahren.
Erika Bökel hat auf dem alten Cocktailsessel Platz genommen. Die Schaufensterpuppen, zwischen denen (von links) Hans-Gerhard Schweppe, Wolfhard Jording und Museumsleiter Joachim Kuschke stehen, tragen ihre Garderobe aus den 1950er Jahren. Foto: Andrea Berning

So wurde es zumindest Erika Bökel von der Geschichtswerkstatt erzählt, deren Mitglieder gemeinsam mit Museumsleiter Joachim Kuschke die Ausstellung »Löhne in den 1950er Jahren« vorbereiten.

Goggomobil und Lloyd Alexander auf den Straßen unterwegs

Dazu hat sich Hans-Gerhard Schweppe durch alte Zeitungen aus diesen Jahren gearbeitet, und Wolfhard Jording kann viel über die Wohnungsnot der Nachkriegszeit berichten, als er in der sogenannten Gliedsiedlung in Obernbeck aufwuchs. Dass dort ein Lloyd Alexander auf der Bahnhofstraße unterwegs war, oder ein Goggomobil die Kirchstraße entlang fuhr, war täglich zu sehen.

Von solch einem Fahrzeug als besondere Attraktion zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 13. April, träumt Joachim Kuschke. Es dürften auch Mopeds sein: »Eine NSU Quickly oder eine Kreidler Florett wären toll«, sagt Kuschke, der sich auf seine letzte Sonderausstellung als Löhner Museumsleiter freut.

Gesucht werden aber auch noch andere Erinnerungsstücke für die etwa hundert Quadratmeter große Ausstellungsfläche im Obergeschoss des Museums. Eine solch kleine Ausstellung muss Schwerpunkte setzen, daher soll sie in drei Bereiche aufgegliedert werden: wohnen, arbeiten und Freizeit in den 1950er Jahren.

Gesucht werden noch bestimmte Gegenstände und Möbel

Bewusst geht es nicht um Küchengegenstände, die waren erst vor wenigen Jahren Thema. Aber wenn noch jemand einen schönen altdeutschen Schrank oder einen Nierentisch besitzt, würden die Ausstellungsmacher sich freuen, ebenso über Cocktailsessel. Porzellan und Gläser gibt es dagegen schon ausreichend aus einer Haushaltsauflösung.

Für die Büroecke hätten die Organisatoren gern einen Schreibtisch mit Rollladen. Auf dem würde sich die kiloschwere mechanische Schreibmaschine gut machen. Eine Rechenmaschine, Vorläufer des Taschenrechners, wurde noch genutzt, als Hans-Gerhard Schweppe Ende der 1960er Jahre bei der Löhne-Orter Spar- und Darlehnskasse arbeitete.

Für die »Kneipenecke« würden sich die Mitglieder der Geschichtswerkstatt eine alte Theke oder einen Tresen wünschen. Auch eine Jukebox stieße auf Begeisterung. Vielleicht gibt es Filme aus der Zeit, als Löhne noch fünf Kinos hatte. Eines dieser Kinos war im großen Saal des Zentral-Hotels Große Wortmann (wo heute das Seniorenzentrum An der Werre steht), der 600 Personen gefasst haben soll. Donnerstags und samstags waren keine Kinovorstellungen. Es wurden die Stühle rausgestellt und Musik gemacht.

Dort soll auch Ende der 1950er Jahre Bill Haley aufgetreten sein, der mit »Rock around the Clock« berühmt geworden war. An das genaue Jahr erinnern sich die Nachfahren der Eigentümerfamilie aber laut Erika Bökel nicht.

Schalke 04 spielt am Brückenhaus

»Über Sport in Löhne könnte man eine eigene Ausstellung machen«, sagt Joachim Kuschke. Es gab viele Sportvereine in diesen Jahren. Eines der herausragenden Ereignisse: Schalke 04 kam für ein Spiel zum Platz am Brückenhaus, als zeitgleich bei der WM 1954 Deutschland gegen die Türkei spielte. Den Besuchern sei versprochen worden, dass sie über den Stand des Länderspiels auf dem Laufenden gehalten würden, berichtet Kuschke.

Für die neue Ausstellung arbeiten Heimatmuseum und Geschichtswerkstatt zum zweiten Mal zusammen. Vor zwei Jahren ging es um das Hochwasser in Löhne. Damals wurden auch viele Erinnerungen der Zeitzeugen in einem kleinen Textheft zur Ausstellung zusammengetragen. Das ist auch diesmal geplant, und wer sich mit eigenen Berichten beteiligen will oder aus Erinnerungen erzählen möchte, kann sich an Wolfhard Jording wenden.

Für Leihgaben erst anrufen, nicht vorbeibringen

Wer Leihgaben für die Ausstellung im Heimatmuseum hat, soll sie bitte nicht vorbeibringen, sondern sich unbedingt erst mit den Organisatoren in Verbindung setzen. Joachim Kuschke ist unter Telefon 05732/100317 erreichbar, oder per E-Mail: j.kuschke@loehne.de. Wolfhard Jordings Telefonnummer lautet: 05732/5317. Die Ausstellung wird vom 13. April bis zum 8. Juli 2018 gezeigt.

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