Unter neuer Leitung setzen sich die Mühlenwerke in Löhne ehrgeizige Ziele Hahne startet mit »Karlchen« durch

Löhne (WB). Durchstarten mit einem motivierten Team ist bei den Hahne Mühlenwerken angesagt. Ende des Monats soll das Insolvenzplanverfahren abgeschlossen sein. An neuen Ideen neben dem Kerngeschäft der Müsli-, Cornflakes- und Haferflockenproduktion arbeiten die Geschäftsführer Karsten Krüger und Jörg Wagner.

Von Rajkumar Mukherjee
Die neuen Geschäftsführer der Hahne Mühlenwerke, Karsten Krüger (rechts) und Jörg Wagner, wollen die Bedeutung wertvoller Lebensmittel wie Hafer auch mit neuen Produkten hervorheben. Zudem bauen sie nach der Übernahme durch das Bäckereiunternehmen »Karlchen’s Backstube« das Müllerhandwerk in der Region mit neuen Ausbildungsplätzen aus.
Die neuen Geschäftsführer der Hahne Mühlenwerke, Karsten Krüger (rechts) und Jörg Wagner, wollen die Bedeutung wertvoller Lebensmittel wie Hafer auch mit neuen Produkten hervorheben. Zudem bauen sie nach der Übernahme durch das Bäckereiunternehmen »Karlchen’s Backstube« das Müllerhandwerk in der Region mit neuen Ausbildungsplätzen aus. Foto: Rajkumar Mukherjee

Umsätze in Höhe von vier Millionen Euro generiert

Und das offenbar mit Erfolg: In den ersten sechs Wochen unter neuer Regie habe das Unternehmen Umsätze von vier Millionen Euro generiert, sagt Karsten Krüger. Auch zwei neue große Kunden seien hinzugewonnnen worden.

Karsten Krüger gehört zur Inhaberfamilie der Firmengruppe um das Löhner Unternehmen »Karlchen’s Backstube«. Wie berichtet, ist die Firma bei den Hahne Mühlenwerken eingestiegen. Als weiterer Geschäftsführer ist Jörg Wagner, seit 1999 bei Hahne, mit geringerem Inhaberanteil an den Mühlenwerken beteiligt.

»Wir danken der Familie Hahne«

Der Übergang von Familie Hahne, die die C. Hahne Mühlenwerke GmbH & Co. KG fast 170 Jahre geführt hatten, sei reibungslos verlaufen. »Wir danken der Familie Hahne, den Gläubigern und den sehr motivierten Mitarbeitern für ihr Vertrauen«, sagt Karsten Krüger. Ganz zurückgezogen hat sich Familie Hahne nicht. Die Betriebsgebäude sowie das etwa 50.000 Quadratmeter große Gelände bleiben weiter in der Hand der Gründerfamilie, sagt Jörg Wagner. Langfristige Mietverträge seien abgeschlossen worden.

Die Gewinnung neuer Kunden, die Erweiterung des stark exportorientierten Geschäftes, die Stärkung des Angebots im Lebensmitteleinzelhandel und die Anbahnung neuer Geschäftsfelder – das sind einige Aspekte des aktuellen Unternehmensplans. Ein Ziel ist klar: »Der Exportmarkt bietet eine Riesenchance für uns«, sagt Karsten Krüger. In 65 Ländern exportieren die Hahne Mühlenwerke. Drei neue Absatzmärkte seien mit Südafrika, Mexiko und Russland anvisiert. Zudem sei ein Einstieg in den Bäckerei-Markt geplant: mit einem Müsli für Bäckereien.

Stärke der weltweiten Vernetzung

Die Stärke der weltweiten Vernetzung wollen die neuen Geschäftsführer mit einem zweigeteilten Konzept ausbauen: Einerseits Getreide wie Hafer aus den Anbaugebieten importieren sowie veredelte Ware zurück auf den Weltmarkt bringen. Ein Beispiel hierfür sei gepuffter Hafer. Auch Amaranth, ein glutenfreies, sogenanntes Pseudogetreide, sei derzeit stark gefragt – ein Beispiel für sich ändernde Ernährungsgewohnheiten.

Viel Potential sieht Karsten Krüger in der jahrzehntelangen Geschäftserfahrung der Mühlenwerke. »Wir sind nicht die größten, aber wir wollen die innovativsten und schnellsten sein«, sagt er – und nennt ein Beispiel: Zu den Haferflocken möchte Hahne auch das Milchpulver liefern. »Hierbei geht es darum, dass wir zusätzliche Produkte finden wollen, die zu Hahne passen.«

Neue Vertriebswege in Asien

Auch neue Vertriebswege, beispielsweise in Asien, testen die Geschäftsführer. Über die chinesische Verkaufsplattform »JD.com« werden Hahne-Produkte angeboten. »Nachdem eine bekannte chinesische Food Bloggerin unsere Cornflakes testete, sind umgehend 3000 Bestellungen eingelaufen. Das hat Potential«, sagt Jörg Wagner, der selbst vor Kurzem in Peking war. Unterdessen hat Hahne, wie berichtet, die neue Produktlinie »1848« auf den Markt gebracht. »Sie ist bisher im WEZ, bei Edeka und in Filialen von ›Karlchen’s Backstube‹ erhältlich«, sagt Jörg Wagner.

Er und Karsten Krüger kennen derzeit überwiegend lange Arbeitstage mit bis zu 16 Stunden. »Das wird sich so schnell nicht ändern. Es macht aber auch einfach viel Spaß«, sagt Jörg Wagner.

Täglich 160 Tonnen Hafer

Nach Angaben von Geschäftsführer Karsten Krüger gehören zur Unternehmensgruppe um »Karlchen’s Backstube« neun Firmen. Auch hier gibt es Synergien zu den Hahne Mühlenwerken: So stellt »Carlsens«, einer der Firmen, Brotkörbe her, in denen Hahne-Brotmischungen gebacken werden können. Auch der Einkauf bei Hahne und »Karlchen’s« laufe bereits zusammen.

Auch einige Zahlen nennt Karsten Krüger: So verarbeiten die Mühlenwerke täglich 160 Tonnen Hafer zu 220.000 Päckchen Haferflocken. Zudem will Hahne als »Spezialist in Verschiffung« die Zahl der Überseecontainer von bisher 500 pro Jahr auf 1000 Container verdoppeln.

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