Polizei stellt neues Programm gegen Unfallflucht vor »Wegfahren lohnt sich nicht«

Löhne (WB). Schnell noch ein paar Besorgungen machen, in die viel zu enge Parklücke fahren und dabei ein anderes Auto beschädigen. Ungefähr jede Stunde ereigne sich im Kreis Herford ein Verkehrsunfall. »Jedoch viel zu oft in Verbindung mit Unfallflucht«, sagt Hauptkommissar Dieter Linnenbeker von der Kreispolizeibehörde in Herford.

Von Luca Eickhoff
Werner Dieckmann (links) lässt sich von Hauptkommissar Dieter Linnenbeker über das neue Programm informieren. Dazu erhält er den speziellen Zettel für Zeugen von Unfallflucht, die nun dauerhaft im Marktkauf für Zeugen ausliegen.
Werner Dieckmann (links) lässt sich von Hauptkommissar Dieter Linnenbeker über das neue Programm informieren. Dazu erhält er den speziellen Zettel für Zeugen von Unfallflucht, die nun dauerhaft im Marktkauf für Zeugen ausliegen. Foto: Luca Eickhoff

Dieter Linnenbeker und seine Kollegen Jennifer Landwehrmeier, Heiko Klein und Michael Hanke von der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde in Herford wollen mit dem Slogan »Wegfahren lohnt sich nicht, wegschauen hilft nicht«, auf diese Problematik aufmerksam machen.

Fahrerflucht ist eine Straftat

»Fast ein Drittel der Fälle mit Unfallflucht geschehen auf Parkplätzen wie diesem vor dem Marktkauf in Löhne«, sagt Linnenbeker. Auch dort wollten er und sein Team die Menschen auf dieses Thema aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.

»In diesem Jahr hatten wir ungefähr 1300 kleine bis schwere Unfälle mit anschließender Fahrerflucht – allein im Kreis Herford. Deswegen stehen wir hier für Betroffene und Interessierte, beantworten Fragen und informieren über den Ablauf in solch einem Fall«, fügt der Hauptkommissar hinzu. Laut Strafgesetzbuch sei Fahrerflucht eine Straftat, die zu einer Geldstrafe, Punkten in Flensburg und sogar zum Entzug des Führerscheins führen kann. Zudem stellte die Polizei ein genaues Muster vor, wie ein Unfallverursacher sich zu verhalten hat. »Vorgegeben ist, mindestens eine halbe Stunde auf den Geschädigten zu warten. Wenn man dies nicht einhält, gilt es als Fahrerflucht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Fahrer des Wagens ausrufen zu lassen oder sich das Kennzeichen zu notieren. Sonst müsste man sich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei melden.«

»Eine Neulackierung kostet nicht gerade wenig Geld.«

Die Rate der Unfallflüchtigen bei schwereren Unfällen habe sich, zum Vorjahr, um zehn Prozent verringert. Trotzdem gebe es laut Polizei immer noch zu viele Fälle, die meistens große Auswirkungen auf die Betroffenen haben können. »Eine Neulackierung wegen eines Kratzers kostet nicht gerade wenig Geld, und die Betroffenen bleiben an den Schäden hängen«, sagt Dieter Linnenbeker. Wegen dieser großen Problematik ist der Marktkauf Löhne inzwischen die zweite Station für die Polizei. Schon vor einiger Zeit habe es solch einen Informationsstand bei Edeka Wehrmann in Herford gegeben. Weitere seien geplant.

Die Polizei Herford erhofft sich dadurch eine starke Veränderung. »Die Menschen müssen dazu angehalten werden, Charakterstärke zu zeigen«, sagte Dieter Linnenbeker. Um dies zu vereinfachen, werde es ab jetzt dauerhaft im Marktkauf Löhne spezielle Zettel für Zeugen von Unfallflucht geben. Mit solchen Zetteln könne dafür gesorgt werden, dass alle Angaben vollständig sind und die Zeugen wissen, was in solch einer Situation zu tun ist.

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