Ralf Bauer und Pat Fritz sorgen in der Löhner Werretalhalle für Entschleunigung Besinnliche Literatur

Löhne (LZ). Weihnachtliche Besinnlichkeit hat Ralf Bauer mit seinem musikalisch begleiteten Geschichtenabend in der Werretalhalle verbreitet. Unter dem Titel »Bauer sucht Christkind« stimmte er die 80 Besucher auf das nahende Fest ein.

Von Lydia Böhne
Humorvolle und nachdenkliche Texte hat Ralf Bauer in der Löhner Werretalhalle für das Publikum zusammengestellt.                                                                                                                     
Humorvolle und nachdenkliche Texte hat Ralf Bauer in der Löhner Werretalhalle für das Publikum zusammengestellt.                                                                                                                      Foto: Lydia Böhne

Fast wie Knecht Ruprecht, der in Theodor Storms Gedicht »von drauß’ vom Walde« kommt, schlenderte Schauspieler Ralf Bauer untypisch aus dem Dunkel des hinteren Saals vorbei an den Stuhlreihen in Richtung Bühne, während er die Zeilen eines humoristischen Gedichts aufsagte. Kein großer Auftritt, kein Baden im Scheinwerferlicht – ganz entspannt und publikumsnah eröffnete diese unspektakuläre Einleitung den Abend.

Nicht aber aus dem Wald, sondern aus der Großstadt Köln waren Ralf Bauer und sein Mitstreiter Pat Fritz, zuständig für den musikalischen Part, angereist. Gebürtig stammt Ralf Bauer allerdings aus einem kleinen Dorf in Baden-Baden, wie er die Besucher wissen ließ. »Ich war erschrocken, dass es bei euch schon geschneit hat«, fügte der 51-Jährige hinzu. Neben dem Wetter habe sich in den vergangenen Jahren ja auch die Kommunikation stark gewandelt.

Weihnachtsgeschichte mit abgewandeltem Inhalt

Sein erster Text, in Form eines Zeitungsartikels, beschrieb, was passieren würde, wenn die Weihnachtsgeschichte unter heutigen Bedingungen geschehen wäre. »Säugling im Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln« lautete die Überschrift. Neben der minderjährigen Maria H. aus Nazareth, die eine Anklage wegen Fahrlässigkeit erwarte, erzählte der Text auch von den drei Königen, die man in der heutigen Zeit vermutlich als drei unidentifizierbare Ausländer aufgreifen würde, im Besitz von Gold und verbotenen Substanzen.

Neben Passagen zum Schmunzeln hatte das Duo auch besinnliche Momente im Gepäck. Nachdenkliche Literatur von Rolf Krenzer, gepaart mit den Klängen von »Somewhere over the Rainbow« erzeugte nachdenkliche Stille. Wer mit dem Gefühl von Weihnachtsstress gekommen war, den entließ das Duo nach seinem zweistündigen Programm mit einem Gefühl von Entschleunigung, was auch an dem gelassenen Auftreten der Protagonisten und dem spartanischen Bühnengeschehen lag. Auch wenn die überschaubare Anzahl an Besuchern nach diesem Abend nach keiner Zugabe verlangte, präsentierten Ralf Bauer und Pat Fritz ein kurzweiliges Programm, das das christliche Fest aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtete und – ohne zu belehren – auch auf den eigentlichen Sinn von Weihnachten verwies. Mit »Feliz Navidad« verabschiedeten sich der Schauspieler und sein Musiker-Kollege, bevor sie sich im Foyer noch für einen Plausch mit den Besuchern Zeit nahmen.

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