Amtsgericht Herford verurteilt Daniel B. zu neun Monaten Missbrauch: Bewährungsstrafe für Ex-Ratsherrn

Herford (WB).  Das Amtsgericht Herford hat am Donnerstagmittag den früheren Herforder Ratsherrn Daniel B. (45) wegen Missbrauchs eines Schutzbefohlenen und Herstellung von Jugendpornographie zu neun Monaten Haft verurteilt.

Der ehemalige Herforder Ratsherr Daniel B. mit seiner Anwältin Susanne Renner.
Der ehemalige Herforder Ratsherr Daniel B. mit seiner Anwältin Susanne Renner. Foto: Oliver Schwabe

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht, weil der Kommunalpolitiker der Wählergemeinschaft sich im Juni 2016 mit seinem damals 15 Jahre alten Neffen abgesetzt und eine internationale Fahndung ausgelöst hatte.  Erst im April 2017 hatte er sich nach 322 Tagen mit dem Jungen der Polizei gestellt. Das Gericht ging von einer Liebesbeziehung aus.

 Allerdings habe der Onkel für den Neffen , dem er in seinem Haus in Löhne bei Schularbeiten half, eine besondere Verantwortung gehabt. Die Eltern hätten ihm ihr Kind anvertraut. Nach der Flucht der beiden hatte die Ehefrau des Angeklagten einen USB-Stick gefunden. Darauf waren zwei Nacktfotos des Jungen, die die Staatsanwaltschaft als Kinderpornographie einstufte, sowie ein Video, das Onkel und Neffen beim Geschlechtsverkehr zeigen. 

Verfahren im Fall der Fotos eingestellt

Im Fall der beiden Fotos stellte das Gericht das Verfahren ein, weil nicht bewiesen werden konnte, dass der Onkel die Fotos gemacht hatte und von ihrer Existenz wusste. Der Angeklagte schwieg im Prozess und ließ von seiner Verteidigerin Susanne Renner Erklärungen vortragen. Die Hoffnung der Eltern, von ihm zu erfahren, was in den Monaten der Flucht geschehen war, erfüllten sich nicht. Auch sein letztes Wort nutzte Daniel B. nicht, um sich an die Eltern zu wenden. »Wir hatten gehofft, heute die ganze Wahrheit zu erfahren«, sagte der Vater des Jungen dem WESTFALEN-BLATT. Die Eltern haben seit der Flucht keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn, der jede Begegnung mit Ihnen ablehnt und unter der Obhut des Jugendamts steht.

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