Motorpark eröffnet Indoorbahn auch ohne Genehmigung E-Karts starten trotz unklarer Sachlage

Löhne (WB/sg). Die neue Indoor-Kartbahn des Motorparks Am Wiehen im Kaiser-Center ist planmäßig am Samstag eröffnet worden. Und obwohl der laut der Stadt Löhne erforderliche Nutzungsänderungsantrag für den Betrieb bis Freitag nicht vorlag und somit auch noch nicht bewilligt werden konnte, hatten die Betreiber entschieden, dass die Besucher mit den E-Karts fahren konnten.

André Senger (links, Mitgesellschafter) und Geschäftsführer Frank Truschkowski haben am Samstag die Indoor-Kartbahn in Löhne eröffnet.
André Senger (links, Mitgesellschafter) und Geschäftsführer Frank Truschkowski haben am Samstag die Indoor-Kartbahn in Löhne eröffnet. Foto: Wennebacher

Noch am Freitag hatten sich der Besitzer des Kaiser Centers, Horst Plätzer, und die Geschäftsführer des Motorparks, Holger Lindemann und Frank Truschkowski, gemeinsam mit einem Schreiben an Bürgermeister Bernd Poggemöller gewandt. Nach Angaben von Holger Lindemann gab es allerdings keine Rückmeldung.

Weder der Brandschutzsachverständige, der die Anlage am Freitag begutachtet hatte, noch die Versicherung hätten allerdings Bedenken gegen die Eröffnung angemeldet, sagte Frank Truschkowski. Zudem sei zusammen mit dem Bericht des Sachverständigen am Samstag der Antrag auf Nutzungsänderung eingereicht worden, wie Lindemann mitteilte.

»Wenn jemand sagt, wir müssen aufhören, dann hören wir auf«

»Wir haben uns lange beraten und uns dann entschlossen, zu starten und zu schauen, was passiert«, sagte Truschkowski gegenüber dieser Zeitung. »Wenn jemand kommt und sagt, wir müssen aufhören, dann hören wir auf. Aber bislang ist niemand gekommen«, fügte er hinzu.

Und so konnten Interessierte auch am Sonntag auf der Indoor-Kartbahn ihre Runden drehen. Dabei ist sich Truschkowski nach wie vor sicher, dass die Nutzungsänderung lediglich erforderlich gewesen wäre, wenn im Kaiser Center Karts mit Verbrennermotor an den Start gegangen wären: »Die E-Karts fallen nicht unter die Bundesimmissionsschutzverordnung.«

Frage nach einem Bußgeld stellt sich

Wie Bürgermeister Bernd Poggemöller dieser Zeitung am Sonntag sagte, seien seine Kollegen jedoch nach wie vor der Auffassung, dass ein Nutzungsänderungsantrag notwendig ist. Sollte dieser tatsächlich inzwischen eingereicht worden sein, gehe er dem Grunde nach davon aus, dass dieser auch genehmigungsfähig ist.

Da die Betreiber nun ohne Genehmigung eröffnet hätten, stelle sich schon die Frage, ob aufgrund der Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld verhängt wird. »Das wird noch zu prüfen sein«, meinte Poggemöller.

»Dann müssen wir das eben bezahlen«, sagte Truschkowski dazu. Die Resonanz zur Eröffnung sei »ganz okay« gewesen, meinte der Geschäftsführer, zeigte sich aber zuversichtlich, dass alles gut wird, sowohl hinsichtlich der Genehmigung als auch der Besucherzahlen.

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