Synchronsprecher Heinz Theo Branding lebte lange in Löhne »Fred Feuerstein war ihm am liebsten«

Löhne (WB). Er grummelt, er nörgelt und ist doch irgendwie liebenswert: Fred Feuerstein. Der Zeichentrickfigur und dem Grandpa Walton aus der beliebten ZDF-Serie der 1970er Jahre hat Heinz Theo Branding seine markante Stimme geliehen. Viele Jahre lebte der Synchronsprecher bis zu seinem Tod im Mai 2013 in Löhne.

Von Rajkumar Mukherjee
Der Löhner Heinz Theo Branding ist die zweite deutsche Stimme von Fred Feuerstein (rechts) gewesen. Brandings Version, ursprünglich in der Synchronfassung für Sat1 produziert, dürfte die bis heute bekannteste sein und ist in Wiederholungen weiter zu hören.
Der Löhner Heinz Theo Branding ist die zweite deutsche Stimme von Fred Feuerstein (rechts) gewesen. Brandings Version, ursprünglich in der Synchronfassung für Sat1 produziert, dürfte die bis heute bekannteste sein und ist in Wiederholungen weiter zu hören. Foto: Imago

Heinz Theo Branding gehörte in den 1970er und 1980er Jahren zu den meistbeschäftigten Synchronsprechern im deutschen Fernsehen. Als Grandpa Sam Walton in der erfolgreichen US-Serie »Die Waltons« hörten viele Millionen Deutsche Heinz Theo Branding. Oder als »Lou Grant«, grantelnder, aber gutmütiger Lokalchef in der gleichnamigen Serie über eine Zeitung in Los Angeles. Insgesamt 708 Sprechrollen übernahm Heinz Theo Branding, weist die Deutsche Synchronkartei im Internet aus. Mit seiner zweiten Ehefrau Ingrid (72) lebte er in Löhne.

Seine tiefe, aber nicht harte Stimme war markant: Sätze garnierte er gerne mit Stoßseufzern und Freudenrufen. Sein Markenzeichen war sein herzliches Lachen. Alles wie gemacht für die Sprechrolle des gütigen Grandpa Walton. »Am liebsten mochte Theo aber die Choleriker. So wie Fred Feuerstein«, sagt Ingrid Branding.

Seit 2000 lebte Heinz Theo Branding in Löhne

Sie heiratete Heinz Theo Branding im Jahr 2000, nach dem Tod seiner ersten Ehefrau. Und er zog zu ihr nach Löhne. »Mein erster Ehemann und ich lebten schon seit den 1970er Jahren in Löhne. Und auch Theos erste Gattin stammte von hier. Ich kannte die Brandings daher schon vor meiner Heirat mit Theo«, erzählt Ingrid Branding. Da lebte Heinz Theo Branding noch in Berlin. Aus der späteren Hauptstadt zog er 1990 zunächst nach Bad Oeynhausen. »Berlin wurde nach dem Mauerfall doch sehr hektisch«, sagt In­grid Branding.

Heinz Theo Branding wurde am 4. Februar 1928 in Bielefeld geboren. Er lebte unterhalb der Sparrenburg, in der Nähe zum Stadttheater. An dieser Bühne begann seine Karriere. Das berichtet Dr. Thomas Bräutigam aus Berlin, Autor des Buches »Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher«. »Heinz Theo Branding war ein sehr gut ausgebildeter, erfahrener Bühnenschauspieler, der bedeutende Rollen spielte«, sagt Thomas Bräutigam. Wie fast alle Synchronsprecher jener Zeit. »Synchronsprechen? Dafür waren sich damals viele bekannte Filmstars zu fein. Deshalb setzte man auf gut ausgebildete Theaterschauspieler«, sagt Ingrid Branding.

Von 1966 an gehörte Heinz Theo Branding dem Ensemble des Schiller- und Schlossparktheaters in Berlin an. Dort wirkte Heinz Theo Branding in bedeutenden Inszenierungen wie »Maria Stuart«, »Der Hauptmann von Köpenick« oder »Faust« mit. In den 1960er Jahren spielte er parallel in Filmen und Fernsehserien mit, der Schwerpunkt lag aber weiter beim Theater.

Zu Hause abschalten ohne Fernsehen

Dann kam die Synchronarbeit dazu. »Dadurch hatte Theo ein gutes Einkommen. Ein Vorteil waren natürlich erfolgreiche Serien wie die ›Die Waltons‹«, sagt Ingrid Branding. Als Will Geer, Darsteller des Grandpa Walton, allerdings 1978 starb, verstummte auch seine deutsche Stimme.

In Löhne lebte Heinz Theo Branding mit seiner Ehefrau sehr zurückgezogen. Spontane Besuche aus der regen Szene der Synchron-Fans gab es nicht. Dass er regelmäßig im Fernsehen zu hören war, war hier kaum bekannt. »Einige Nachbarn wussten es, die meisten aber nicht«, sagt Ingrid Branding.

Zu Hause schaltete ihr Ehemann lieber ab – dann ohne Fernsehen. Er liebte Poesie, las abends sehr gerne und lernte Gedichte auswendig. Ein Lieblingsgedicht waren die melancholischen Worte aus »Der Panther« von Rainer Maria Rilke. »Dieses Gedicht nahm er sich immer wieder gerne hervor«, sagt Ingrid Branding.

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